NEOS: Zweite Medizinuniversität für Tirol wäre eine föderalistische Geldverbrennungsmaschine

Gamon / Loacker: "Ein weiterer Auswuchs des Bankomatföderalismus ohne jeden Nutzen“

Wien (OTS) - „Erst jüngst hat der Rechnungshof die Einrichtung der Medizinischen Fakultät der Universität Linz als zu teuer und nicht in eine gesamthafte Bundesstrategie integriert bezeichnet“, erklärt Claudia Gamon, Wissenschaftssprecherin von NEOS. „Da überrascht es schon, dass nun das Land Tirol nachlegt. Die schwarz-grüne Landesregierung ignoriert völlig, dass sich mit der Medizinischen Universität Innsbruck ohnehin eine ausgezeichnete Hochschule im Land befindet und scheut nicht davor zurück, hier sinnlos Steuermittel für einen Selbstverwirklichungstrip aufzuwenden. Das ist ein Föderalismus, der jegliche Vernunft und jegliches Verantwortungsbewusstsein vermissen lässt.“

NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker verwundert vor allem die Begründung für das Projekt: „Wenn hier von Landesseite eingeworfen wird, dass der Grund für dieses Vorhaben der anhaltende eklatante Mangel an praktischen Ärzten in Tirol - vor allem im ländlichen Raum - wäre, dann ist das ein Scheinargument. Wir haben in Österreich immer noch eine der höchsten Ärztedichten der Welt. Wer mehr Ärzte für den ländlichen Raum benötigt, muss mehr Kassenverträge mit vernünftiger Honorierung bieten. Der Lösungsansatz über einen erhöhten Output an Absolventinnen und Absolventen geht völlig an der Realität vorbei.“ Worüber man sich jedenfalls Gedanken machen müsste, sei die mangelnde Attraktivität Österreichs im Bereich der weiteren klinischen Ausbildung nach dem Studium. Viele Medizinabsolventinnen und -absolventen ziehe es genau deswegen ins Ausland.

„Ich erwarte mir hier eine dezidierte Ablehnung der Bundesregierung, die den Wildwuchs steuerfinanzierter Ausbildungsplätze für Mediziner eindämmen muss. Die jährlich auflaufenden Kosten für derartige Prestigeprojekte ohne Zweck werden noch lange Zeit in Österreichs Wissenschafts- und Hochschulbudget fehlen und torpedieren jegliche abgestimmte Strategie“, schließt Gamon: „Es kann nicht sein, dass sich jedes Bundesland nach Belieben weitere steuerfinanzierte Kleinsthochschulen errichtet, die den tatsächlichen Bedarf in keiner Weise abdecken.“

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