Mobilfunkmarkt in Österreich weiterhin hart umkämpft

Neue Regulierungspolitik erforderlich: Unternehmen müssen Anreize erhalten, um Investitionsrisiken eingehen zu können

Wien (OTS) - Im Rahmen einer gemeinsamen Untersuchung kommen RTR-GmbH und Bundeswettbewerbsbehörde zu dem Ergebnis, mit dem Zusammenschluss der Mobilfunkanbieter Drei und Orange sei es bis Ende 2014 zu signifikanten Preissteigerungen gekommen. Auch wenn die von BWB und RTR zitierten Untersuchungen zum Ergebnis kommen, dass die Preise zwar kurzfristig 2013 und 2014 gestiegen sind, sind diese bereits seit 2015 wieder deutlich gefallen. Dank des intensivierten Wettbewerbs befinden sich die Tarife heute wieder rund 10 Prozent unter dem Niveau von 2011. Dies hebt den Mobilfunksektor von anderen Branchen ab, in denen regelmäßig schon inflationsbedingt Erhöhungen üblich sind.

Allerdings hinterlegen BWB und RTR Nutzerprofile mit durchgehend konstanten Datenverbrauch, obwohl gleichzeitig der Jahresbericht zum Telekom Monitor derselben RTR ein rasant steigendes Wachstum der mobilen Datenvolumen belegt. Dazu aus dem Telekom Monitor 2014 der RTR: „Beeindruckend ist auch die Entwicklung des [mobilen] Datenvolumens: Von 110.700 Terabyte stieg es 2014 um rund 50 % auf 166.000 Terabyte. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar, im Gegenteil, mit der nun einsetzenden Verbreitung von LTE und der Vielzahl an datenbasierten Anwendungen auf mobilen Endgeräten ist zu erwarten, dass der Datenkonsum in Zukunft sogar noch stärker zunehmen wird.“

Durch diese Entwicklung sind die Leistungen in den Paketen (und auch die Nutzung) massiv angestiegen. Die Kunden erhalten daher mit der Steigerung der Datenvolumen und mobilen Datenraten laufend mehr Leistung bei sinkenden Tarifen. Betrachtet man die mobilen Umsätze je Kunden (ARPU), so sind trotz des Mergers diese nach wie vor deutlich unter dem EU Schnitt.

Aus Sicht des Fachverbandes Telekom/Rundfunk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist nach wie vor die Liberalisierung des Telekom Marktes ein positives Beispiel europäischer Regulierungspolitik. Anstatt weiterhin den Schwerpunkt einseitig auf Fortführung eines reinen Preiswettbewerbs zu setzen, wird der Zugang der Digitalen Strategie 2025 für Deutschland zugunsten einer investitions- und innovationsfreundlichen Ausgestaltung des Rechtsrahmens und der Regulierungspraxis begrüßt. In dieser Strategie wird es auf den Punkt gebracht: „Die der Regulierung zugrunde liegende Wettbewerbskonzeption muss stärker als bisher auf Investitionen, Innovation und Wachstum ausgerichtet werden. Unternehmen müssen Anreize erhalten, um Investitionsrisiken einzugehen.“ (PWK200/JR)

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