• 17.03.2016, 09:33:58
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Zahlungsmittel Bargeld: Braucht es das denn heute überhaupt noch?

Wertpapier-Experte Wolfgang Lechner analysiert für den Fachverband Finanzdienstleister der WKÖ

Utl.: Wertpapier-Experte Wolfgang Lechner analysiert für den
Fachverband Finanzdienstleister der WKÖ =

Wien (OTS) - „Wozu brauchen wir heute noch Bargeld? Abgesehen vom
Wegfall kleiner Zuwendungen wie Trink- und Taschengeld bliebe die
Abschaffung von Banknoten und Münzen in einer steuerehrlichen Welt
soweit doch ohne größere Konsequenzen? Ganz sicher nicht!“,
analysiert Portfolioverwalter und Wertpapier-Experte Wolfgang Lechner
für den Fachverband Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ).

Wichtig sei einerseits, die Funktionen des Geldes und andererseits
die Funktionsweise unserer derzeitigen Wirtschafts- und
Gesellschaftsordnung zu verstehen, so Lechner: „Eine wesentliche
Funktion des Geldes liegt in der Wertaufbewahrung zum Aufbau, zum
Erhalt und zur Weitergabe von Kapital. In unserem Wirtschaftssystem
ist das Kapital neben Arbeit und Boden einer von drei
Produktionsfaktoren. Als Zahlungsmittel erleichtert Geld den Tausch
von Waren und ermöglicht Finanztransaktionen, wie beispielsweise die
Kreditvergabe. Als Recheneinheit erlaubt es uns, Güter, Waren und
Dienstleistungen zu beziffern und vergleichbar zu machen.“

Welchen Zweck erfüllt Bargeld?
1. Der Staat kann durch Steuern, Abgaben und Enteignung auf
Bankkonten, Sparbücher, usw. zugreifen, nicht jedoch auf Barvermögen
in privaten Haushalten, Schließfächern, Safes, etc.
2. Die Notenbanken haben die Möglichkeit, Bankkonten und Spareinlagen
solange negativ zu verzinsen, wie nötig, um die Staatshaushalte zu
sanieren. Das Halten von Bargeld ermöglicht es, sich dieser
Verhaltensweise zu entziehen.
3. Ohne Bargeld würde Geld lediglich digital im Bankenkreislauf zur
Verfügung stehen und könnte nicht behoben werden. Das würde die Macht
zu sehr auf diesen Sektor konzentrieren.

„Abgesehen davon, dass mangels laufender Wahrnehmung sich
entleerender Portemonnaies der Hang zum Konsum zunähme - was die
Wirtschaft, die Politik und die Zunft der Schuldnerberater bestimmt
sehr freute - entstünde gleichzeitig ein perfektes Druckmittel
zugunsten obrigkeitsgenehmer Verhaltensweisen: Wer - aus welchen
Gründen immer, ob zu Recht oder Unrecht oder auch nur aus Versehen -
in Ungnade fällt, wird weder einkaufen, tanken oder sonstiges
erledigen können. Nach Einzug oder Sperre seiner Karten kann er sich
ja nicht einmal Geld von einem Freund ausleihen“, hebt Lechner
hervor.

Und: „Mit der Abschaffung von Bargeld würde die so wichtige Bildung
von Kapital für zukünftige Innovationen und für Fortschritt
erschwert, Wirtschaftswachstum und Wohlstand fänden unter staatlicher
Aufsicht statt. Ein Ausweichen auf Ersatzwährungen mit jeweils
nachgelagerten Verboten derselben würde dem Überwachungsstaat Tür und
Tor öffnen“, warnt er. Er plädiert dafür: „Bargeld ist ein wichtiger
Bestandteil der persönlichen Freiheit und schränkt die Macht der
Politik, der Notenbanken und Banken ein – selbst wenn
Zahlungsvorgänge zukünftig vorwiegend elektronisch abgewickelt
werden.“ (PWK197/JR)

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