Neun von zehn ÖsterreicherInnen nutzen den Wald in der Freizeit

Internationaler Tag des Waldes am 21. März – Wien ist viel grüner als Berlin

Wien (OTS) - 90 Prozent der ÖsterreicherInnen nutzen den Wald in der Freizeit, rund jeder Zweite geht im Wald am liebsten spazieren, jeder Fünfte nützt den Wald für sportliche Aktivitäten wie Wandern, Laufen oder Radfahren. Das entspricht auch der gesundheitsfördernden Wirkung, die dem Wald zugeschrieben wird: regelmäßige Waldaufenthalte tragen zur körperlichen Erholung und Regeneration, zum Stressabbau, zur Stärkung der Immunabwehr, zur Verbesserung der Schlafqualität oder zur Harmonisierung des zentralen Nervensystems bei. Das betonte Daniela Haluza vom Institut für Umwelthygiene der MedUni Wien am Zentrum für Public Health anlässlich des Internationalen Tags des Waldes am kommenden Montag (21.3.).

„Der Wald befriedigt dabei essenzielle körperliche, seelische und soziale Bedürfnisse, die sich grundsätzlich sehr positiv auf die Gesundheit des Menschen auswirken“, sagt die Umweltmedizinerin. Außerdem ist der Wald auch als Erfahrungs- und Lernraum von großer Bedeutung – insbesondere für Menschen mit psychosozialen oder körperlichen Bedürfnissen, für ältere Personen sowie Jugendliche und Kinder. Haluza: „Nachhaltige Naturerfahrungen im Wald sensibilisieren und fördern alle Sinne.“

Österreich ist eine „Wald-Nation“, es gibt etwa 3,4 Milliarden Bäume, das macht rund 400 Bäume pro EinwohnerIn. Der Waldanteil an der Gesamtfläche beträgt rund 48 Prozent. Im Vergleich dazu haben Deutschland und die Schweiz je 31 Prozent. „Ein amerikanischer Forscher hat errechnet, dass ein 50-jähriger Baum in Hinblick auf den allgemeinen Umweltschutz 62.500 Dollar wert ist“, sagt Haluza. Die Herausforderung für die Zukunft, so die MedUni Wien-Forscherin: „Wir haben viel Wald und sollten darauf achten, dass er die immer häufiger werdenden Klimaextreme wie sommerliche Hitzewellen aushält. Wir müssen den vorhandenen Wald schützen und bestehenden Wald und Bäume durch widerstandsfähigere Arten rechtzeitig ersetzen.“

Rund 50 Prozent in Wien sind „grün“, Berlin kommt nur auf 12,6 %

Aber wo beginnt ein Wald und wo ein Park? Wie viele Bäume muss ein Park haben, um als Wald durchzugehen? Den Türkenschanzpark oder den Prater in Wien führt Haluza hier als gute Beispiele an. Für die positive Bedeutung für das Klima ist diese Unterscheidung nicht wichtig. „Wien etwa ist eine grüne Weltstadt, weil wir es sein können. Mega-Citys wie Shanghai oder Mexico City tun sich da viel schwerer.“

Wien wurde auch oder insbesondere wegen der vielen Grünflächen zuletzt wieder in der jährlichen Mercer-Studie zur lebenswertesten Stadt weltweit gewählt. Rund die Hälfte der Stadtfläche ist begrünt (Parks, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Wälder, Erholungsgebiete). Im Vergleich zu ähnlichen Städten in Deutschland liegt Wien damit ganz weit voran. In Berlin sind nur 12,6 Prozent begrünt oder als Erholungsgebiete gewidmet, in München 11,7 Prozent und in Hamburg lediglich 9,3 Prozent. Und Wien ist auch die einzige Großstadt der Welt, die über ökonomisch bedeutsamen Weinbau innerhalb der Stadtgrenzen verfügt.

Dennoch sieht die Umweltmedizinerin und Waldforscherin der MedUni Wien auch für die Bundeshauptstadt noch Luft nach oben: „Bei den Fassaden- und Dachbegrünungen hat auch eine grüne Stadt wie Wien noch Aufholbedarf und Potenzial, das noch nicht ausgeschöpft wird.“

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