Einigung zu Nachfolgeregelung bei Hausapotheken – Oberhauser begrüßt „rasche Lösung im Sinne der PatientInnen“

Spindelberger/Gusenbauer-Jäger: Neuregelung gut für Ärzteversorgung am Land

Wien (OTS/SK) - SPÖ, ÖVP und der Gemeindevertreterverband haben heute in einer letzten Verhandlungsrunde die Nachfolgeregelung bei Hausapotheken geklärt. Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser, SPÖ-Gesundheitssprecher Erwin Spindelberger, ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger, SPÖ-Sprecherin für kommunale Angelegenheiten Marianne Gusenbauer-Jäger, ÖVP-Abgeordneter Hermann Gahr sowie Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer präsentierten am Mittwochnachmittag in einer gemeinsamen Pressekonferenz im Parlament die Einigung, die noch heute als Initiativantrag im Parlament eingebracht und dem Gesundheitsausschuss zugewiesen wird. Reagiert wird damit auf zunehmende Probleme, NachfolgerInnen für ärztliche Kassen-Ordinationen am Land zu finden, weil durch die Kilometer-Regelung die Hausapotheke nicht weitergeführt werden darf. Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser sprach von „einer raschen Lösung im Sinne der PatientInnen“. ****

Die derzeitige gesetzliche Regelung sieht vor, dass die medikamentöse Versorgung der Bevölkerung in erster Linie durch öffentliche Apotheken erfolgen soll. Ein/e NachfolgerIn eines Kassenarztes für Allgemeinmedizin kann die Hausapotheke nur übernehmen, wenn die nächste öffentliche Apotheke weniger als 6km entfernt ist. Damit wurde es immer schwieriger, NachfolgerInnen für Kassenordinationen zu finden. Mit der Novelle soll geregelt werden, dass bei Übernahmen eine Hausapotheke weitergeführt werden kann, wenn die Entfernung zur nächsten öffentlichen Apotheke 4 km beträgt.

Neue gesetzliche Bestimmungen soll es außerdem für flächenmäßig größere Gemeinden geben: Auch wenn es dort eine öffentliche Apotheke gibt, soll eine Hausapotheke geführt werden dürfen, wenn der Mindestabstand von 6km eingehalten wird.

SPÖ-Gesundheitssprecher Erwin Spindelberger zeigt sich über den Initiativantrag, den er miteinbringen wird, erfreut: „Durch die Neuregelung wird es leichter sein, Bewerbungen für Ordinations-Nachfolgen zu finden. 130 Hausapotheken, die akut von der Schließung betroffen wären, können so erhalten werden“, so Spindelberger. „Die neue Regelung stellt die PatientInnen in den Mittelpunkt.“

Auch Marianne Gusenbauer-Jäger, SPÖ-Sprecherin für Kommunalpolitik, begrüßt die Einigung: Das Problem des Ärztemangels am Land sei durch den aktuell hohen Altersschnitt der HausärztInnen und anstehende Pensionierungen akut geworden. „Gerade für ältere Menschen ist es wichtig, wenn sie sich Medikamente beim Arzt vor Ort besorgen können.“

Für Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser ist die Novelle jedenfalls Teil einer großen Lösung zur Primärversorgung, die derzeit verhandelt wird. „Die derzeitige Hausapotheken-Regelung war nicht der einzige, aber ein wichtiger Grund für die Schwierigkeiten mit der ärztlichen Versorgung am Land“, bestätigt Oberhauser. Andere Ursachen für Ärztemangel – Honorierung, Arbeitszeiten – sollen mit der neuen Primärversorgung und neuen Formen der Zusammenarbeit beseitigt werden. Dabei werden alle Interessensgruppen - etwa auch die Apotheken – eingebunden sein. Klar sei aber auch: „Es nützt auch den öffentlichen Apotheken nichts, wenn der Hausarzt, der die Medikamente verschreibt, abwandert, weil er keine Hausapotheke führen darf.“ (Schluss) bj/ah/mp

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