Dziedzic zu FRA-Bericht: Intolerante, öffentliche Haltung erschwert Arbeit von LGBTI-Personen

Grüne kündigen parlamentarische Anfragen an

Wien (OTS) - “Der neue Bericht der Europäischen Grundrechteagentur ist Gold wert für unsere politische Arbeit, denn er deckt blinde Stellen und Diskriminierungen gegenüber LGBTI Personen in Bereichen des öffentlichen Lebens auf“, sagt Ewa Dziedzic, LGBTI Sprecherin und Bundesrätin der Grünen. Heute wurde ein Bericht der Europäischen Grundrechteagentur (FRA) 'Professionally speaking: challenges to achieving equality for LGBT people' veröffentlicht. Durchgeführt wurde die Befragung in 19 EU-Mitgliedsstaaten, darunter auch Österreich.

„Viele der 1000 Befragten – darunter verschiedenste Berufsgruppen – gaben an, dass eine intolerante, öffentliche Haltung und ein nachteiliges politisches Klima ihre Arbeit erschwere. Es gibt ein massives Stadt-Land Gefälle und auffallend oft auch einen großen Mangel an Informationen zu den Bedürfnissen und Grundrechten von LGBTI Personen im Kontext des Bildungs- und Gesundheitssystems und hinsichtlich gewalttätigen, körperlichen und verbalen Übergriffen“, erläutert Dziedzic.

“Die einzelnen Ministerien berufen sich gerne auf die detaillierten Berichte und Ergebnisse der FRA. Geht es aber dann darum, selber initiativ zu werden, schaut es mager aus”, kommentiert Dziedzic. “Speziell im Bildungsbereich gibt es auf zwei Ebenen großen Handlungsbedarf. Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität werden in den Lehrplänen und Schulzimmern tot geschwiegen. Jugendliche LGBTI Personen, die sich in ihrem Coming Out befinden, erfahren nicht selbstverständlich Unterstützung in ihrem täglichen Umfeld. Diese Haltung verstärkt den psychischen Druck, der auf diesen Jugendlichen ohnehin lastet“, sagt die Grüne.

„Fakt ist auch: Lehrer_innen, die sich selber als lesbisch, schwul oder trans* definieren, werden im Jahr 2016 von den obersten Stellen dazu angehalten, sich nicht zu outen. Diese Haltung muss sich ändern, denn sowohl eine Bildungsministerin, als auch eine Jugendministerin haben die Aufgabe, präventive Maßnahmen für die Stärkung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens unserer Jugendlichen und der Lehrenden zu setzen”, fordert Dziedzic und kündigt entsprechende parlamentarische Anfragen an.

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