Gewerkschaft vida: Mehr Geld für Friseurlehrlinge kann nur guter Anfang sein

Woditschka: „Schwung mitnehmen und finanzielle Wertschätzung auch für Fachkräfte zeigen!“

Wien (OTS) - „Verwundert“ über die jüngsten Aussagen der Arbeitgeberseite zum Lohnabkommen für FriseurInnen zeigt sich Ursula Woditschka, Sekretärin für den Fachbereich Dienstleistungen in der Gewerkschaft vida: „Auch ich freue mich zwar, dass die Lehrlingsentschädigungen deutlich angehoben wurden, was die Bundesinnung aber unter den Teppich kehrt ist, dass sie die FacharbeiterInnen mit einer Lohnerhöhung von lediglich 1,1 Prozent abspeisen wollte. Das war im Vergleich zur Erhöhung bei den Lehrlingen ein Witz und nach zähen Verhandlungen haben wir schließlich 1,4 Prozent erreicht. Die angebotenen 1,1 Prozent zeigen wahrlich keine Wertschätzung für die Beschäftigten, die ja, und auch hier stimme ich mit der Innung überein, wertvolle Arbeit leisten und den Dienstleistungssektor stärken. Anerkennung muss aber auch im Börsel spürbar sein.“++++

Ztl.: Forderung nach 1.500 Euro Mindestlohn bleibt

Mit den vereinbarten 1,4 Prozent liegen die FriseurInnen immer noch klar unter dem von der Gewerkschaft vida geforderten Mindestlohn von 1.500 Euro. Ab 1. April beträgt der Lohn für FacharbeiterInnen 1.344 Euro und in den vier Monaten der Behaltepflicht 1.137 Euro. „Für eine echte Überraschung könnte die Bundesinnung dann sorgen, wenn wir im kommenden Jahr auf 1.500 Euro Mindestlohn kommen. Die FacharbeiterInnen bilden schließlich auch die Lehrlinge aus und das gehört honoriert“, so Woditschka.

Ztl.: Branchenflucht muss beendet werden

Mit einer entsprechenden Entlohnung könnte die Arbeitgeberseite auch mehreren Problemen, die die Branche seit Jahren plagen, deutlich entgegenwirken: „Fakt ist, dass seit Jahren fast ein Viertel aller Lehrlingen die Ausbildung wieder abbricht, da offenbar die finanziellen Bedingungen für die Zeit danach zu unattraktiv sind. Wir verzeichnen eine hohe Branchenflucht. Wir wissen, dass viele in den Handel wechseln. Dort bekommen sie mehr Lohn und müssen deutlich weniger Teilzeit arbeiten. Wir fordern die Bundesinnung daher auf, für entsprechende Jobchancen nach der Lehre zu sorgen. Die heurige Erhöhung der Lehrlingsentschädigung war ein erstes Zeichen für ein Umdenken. Jetzt gilt es weitere Schritte zu setzen“, schließt die Gewerkschafterin.

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