Kaske: 3,7 Milliarden Überschuss 2015 für Banken, aber 5.000 Beschäftigte weniger!

Ende des Personalabbaus muss auf Agenda der Österreichischen Banken

Wien (OTS) - Sind die sieben mageren Jahre vorbei? „Was den Gewinn betrifft, scheint im Jahr 2015 die Trendumkehr gelungen zu sein. Bei den Beschäftigtenzahlen steht diese noch aus“, sagt AK Präsident Rudi Kaske zu den Einzeljahresabschlussdaten der Österreichischen Nationalbank für den Kreditsektor im Jahr 2015. Demnach ist bei den heimischen Banken eine erfreuliche Erholung der Ertragslage zu beobachten: Nach zwei Verlustjahren konnte (auf unkonsolidierter Basis) wieder ein Jahresüberschuss von mehr als 3,7 Milliarden Euro erzielt werden. Dieser Gewinn kann sich sehen lassen und liegt im Schnitt der Rekordergebnisse, die in den „goldenen Zeiten“ von 2004 bis 2007 erwirtschaftet wurden. Die Personalentwicklung zeigt dagegen ein ganz anderes Bild: Vom Beschäftigungshöchstwert vor der Krise im Jahr 2008 mit 80.293 ist man 2015 weit entfernt: Zum Jahresende 2015 sind es nur mehr 75.034 MitarbeiterInnen, also satte 5.259 weniger.

Steigerung des Betriebserfolgs
Trotz des niedrigen Zinsniveaus und des schwierigen Marktumfelds konnten die Einzelkreditinstitute in Österreich einen deutlichen Anstieg bei den Betriebserträgen (+4,4 Prozent) auf 20,8 Milliarden Euro erzielen, was überwiegend auf sonstige betriebliche Erträge zurückzuführen ist. Dem steht ein leichter Rückgang bei den Betriebsaufwendungen (-1,0 Prozent) auf 13,8 Milliarden gegenüber. Dies hat ein kräftiges Plus von 16,7 Prozent beim operativen Ergebnis (Betriebserfolg) auf mehr als 7 Milliarden Euro zur Folge.

Geringere Risikokosten, höherer Gewinn
Die Entspannung in der Finanzbranche wird vor allem bei den deutlich geringeren Risikokosten deutlich: Waren im Jahr 2009 noch historisch hohe Risikokosten von 8,5 Milliarden Euro zu verzeichnen, sind es im Jahr 2015 rund 2 Milliarden Euro. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um fast zwei Drittel (-64,6 Prozent). So kann ein hervorragender Gewinn von 3,7 Milliarden Euro zu Buche geschrieben werden.

„Weniger MitarbeiterInnen erwirtschaften mehr Gewinn. Das darf nicht zum „new normal“ werden. Der Personalabbau muss ein Ende haben. Dass die Beschäftigten jetzt für ihre Leistung in einem zweifelsohne herausfordernden Umfeld belohnt werden, muss auf die Agenda der heimische Banken!“, fordert der AK-Präsident abschließend.

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