IGP Faktencheck: Hat die WHO Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft? – NEIN!

Global 2000 baut Vorwürfe auf fehlerhafter Begrifflichkeit: IARC ist nicht die WHO, Gefahr ist nicht Risiko

Wien (OTS) - "Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nicht, wie von Global 2000 permanent behauptet, Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Diese Behauptung ist eine dreiste Täuschung", kritisiert Christian Stockmar, Obmann der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP). "Unterschiedliche Institutionen der WHO kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Das Joint Meeting on Pesticide Residues der WHO und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) etwa stuft Glyphosat als unbedenklich ein und kommt damit zu einem anderen Ergebnis, als die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC). Innerhalb der WHO gibt es also unterschiedliche Einschätzungen zu Glyphosat." Stockmar betont jedoch, dass die WHO daran arbeite, die unterschiedlichen Ergebnisse und ihr Zustandekommen zu prüfen.

Dass Global 2000 die IARC permanent zitiert, basiert auf der fehlenden Unterscheidung von Gefahr und Risiko, die die NGO bewusst als Mittel einsetzt, um das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu diskreditieren, so Stockmar: "Die Einschätzung von Gefahren sagt nichts über das Risiko aus. So stuft das IARC, das Gefahren bewertet, verarbeitetes Fleisch und Wurst, alkoholische Getränke wie Bier oder Holzstaub als definitiv karzinogen ein. Diese Substanzen sind in punkto Gefahreneinschätzung also gefährlicher als Glyphosat." Das BfR bewertet aber das tatsächliche Risiko, das sich aus Gefahr und Exposition ergibt. Bei den von Global 2000 präsentierten Mäusestudien etwa wurden extrem hohe Dosen verwendet (teilweise das 10.000-Fache der akzeptablen täglichen Aufnahmemenge beim Menschen (ADI) von 0,3 mg/kg Körpergewicht). "Insgesamt wurden für die Neubewertung von Glyphosat über 1.000 Studien erstellt, die die Unbedenklichkeit von Glyphosat belegen, hinzu kommen unzählige Studien seit der Erstzulassung."

Quellen:

Das BfR zu einer Mäusestudie mit einer täglich verabreichten Dosis von 1.460 mg/kg Körpergewicht:
http://www.bfr.bund.de/cm/343/bfr-hat-offen-ueber-alle-vorliegenden-i
nformationen-zur-bewertung-der-kanzerogenitaet-von-glyphosat-berichte t.pdf

Die von Global 2000 zitierten Studien haben Dosen von bis zu 4.843 mg/kg Körpergewicht verabreicht: http://www.ots.at/redirect/global1

Die Erkenntnisse des JMPR zu Glyphosat (2004, ab Seite 98):
http://www.ots.at/redirect/report1

Hintergrund

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