„Lotte Tobisch – Ansichten einer Grande Dame“: Neues Filmporträt zum 90. Geburtstag präsentiert

TV-Premiere im „Kulturmontag“ am 21. März, längere Version in der „matinee“ am 28. März

Wien (OTS) - Am 28. März 2016 feiert Lotte Tobisch ihren 90. Geburtstag. Die Schauspielerin und langjährige Opernball-Organisatorin ist der Inbegriff der eleganten Wiener Salonière. Doch neben Stil und Grandezza prägten unkonventionelle Lebensgemeinschaften, intellektuelle Neugier und Kunstsinn den Weg der Tochter aus gutem Wiener Hause. Diesen Weg hat die Vertraute von Geistesgrößen wie Theodor W. Adorno und Ludwig von Ficker stets selbstbestimmt beschritten – zu einer Zeit, als Emanzipation für eine Frau noch ein gesellschaftliches Risiko bedeuten konnte. Einen Blick auf Lotte Tobischs bewegtes Leben jenseits von Scheinwerfer- und Blitzlicht wirft nun ein neues Filmporträt, das gestern, am Donnerstag, dem 10. März, in Wien präsentiert wurde. Die von
Nadia Weiss gestaltete Dokumentation „Lotte Tobisch – Ansichten einer Grande Dame“ feiert eine Woche vor dem runden Jubiläum, am 21. März, im Rahmen des „Kulturmontag“ (ab 22.30 Uhr, ORF 2) in einer 30-minütigen Fassung TV-Premiere. Am 90. Geburtstag der Doyenne des Wiener Gesellschafts- und Kulturlebens, am Sonntag, dem 28. März, ist der Film – eine Koproduktion von Terra International Filmproduktion und ORF, hergestellt mit Unterstützung von Filmfonds Wien – in einer 45-minütigen Version in der „matinee“ (9.05 Uhr, ORF 2) zu sehen.

ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner: „Für die Entwicklung einer Gesellschaft sind Frauen wie Lotte Tobisch unersetzlich!“

„Lotte Tobisch steht als Frau für mich für weibliches Selbstverständnis in einer heutigen, modernen Interpretation. Persönlichkeiten wie sie in einem respektvollen und ganzheitlichen Porträt vor den Vorhang zu holen, ist ein wichtiges Zeichen und erweist ihr den verdienten Respekt.“ Mit diesen Worten gratuliert Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner der Grande Dame. Und weiter:
„Lotte Tobisch vereinigt soziale Intelligenz und soziale Kompetenz und bringt in dieser Kombination viel Lebensfreude und Lebenserfahrung mit. Für die Entwicklung einer Gesellschaft sind Frauen wie sie unersetzlich und vital; Frauen, die im Leben stehen und ihren Weg konzise und unbeirrt gehen – vor allem auch in Zeiten, als weibliche Selbstverständlichkeit im öffentlichen Leben kaum Platz fand und hart erkämpft werden musste. Ich gratuliere Frau Tobisch herzlich und bedanke mich, dass sie sich so offen für diese Dokumentation zur Verfügung gestellt hat“, so Zechner.

ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl: „Inbegriff von Kultiviertheit, mit einer großen Portion Anarchie und Querdenkertum“

„Lotte Tobisch ist eine österreichische Institution. Sie ist der Inbegriff von femininer Eleganz, Esprit, Charme und Kultiviertheit, aber auch von Durchsetzungsvermögen und Rationalität. Hinter ihrer bürgerlichen Aufgeräumtheit verbirgt sich eine große Portion Anarchie und Querdenkertum. Diese vielen Facetten machen Lotte Tobisch als Persönlichkeit so spannend. Ich bin sehr froh, dass wir dieses Porträt gemeinsam mit Terra Film realisieren konnten“, sagt ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl, im Rahmen der Filmpräsentation, der u. a. Gäste wie Stararchitekt und Zeichner Gustav Peichl, Regisseur Robert Dornhelm, die Musiker Timna Brauer und Gary Lux, „ART FOR ART“-Geschäftsführer Josef Kirchberger, Stadthallen-Geschäftsführer Wolfgang Fischer oder Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Trixi Schuba beiwohnten.

Regisseurin Nadia Weiss: „Bewundere ihre Haltung und Disziplin“

Auch Produzent Norbert Blecha (Terra Film) streute der Jubilarin Rosen: „Ihre Anziehungskraft ist magnetisch. Ich bedanke mich für Ihre Energie, Ihren Humor und Einfallsreichtum, mit dem Sie die Dreharbeiten erduldet haben!“ Diese gingen über ein halbes Jahr und fanden in den privaten Räumlichkeiten von Lotte Tobisch ebenso wie in ihrem Büro in der Hofburg, in der Wiener Innenstadt, im Künstlerheim und auf der Trabrennbahn in Baden statt. Dabei wurde das Filmteam immer wieder von der Ausdauer der Protagonistin beeindruckt. Regisseurin Nadia Weiss erinnert sich: „Ich war sehr überrascht über die Energie, die Lotte Tobisch hat. Es war manchmal schwierig, mit ihrem Tempo mitzuhalten. Ich bewundere ihre Haltung und ihre Disziplin, nicht zu jammern und nicht zu klagen. Ich schätze ihre Art zu arbeiten sehr, da gibt es klare Vereinbarungen, die eingehalten werden. Für mich war das eine großartige und seltene Erfahrung, die ich mitnehmen kann.“

Lotte Tobisch: „Ich war emanzipiert zu einer Zeit, als die Emanze noch nicht konzipiert war.“

Durch ihre jahrzehntelange Präsenz in der Öffentlichkeit ist Lotte Tobisch ein Begriff in Österreich – und doch sagt sie: „Ich bin eigentlich ein Mensch, der gerne zurückgezogen lebt, auch wenn mir das niemand glaubt.“ Heute investiert sie viel Zeit und Energie in ihre Tätigkeit als Präsidentin des Vereins „Künstler helfen Künstlern“, der unter anderem ein Altersheim in Baden betreibt. Ihr Engagement für Mitmenschen und die Neugierde auf Neues sind unverändert. Über ihre soziale Ader sagt die Tochter aus gutem Wiener Hause: „Ich bin so aufgewachsen und bescheiden erzogen worden. Ich hatte zwar alles und von allem das Beste, aber ich bin nicht verwöhnt. Für diese puritanische Erziehung bin ich meiner Mutter sehr dankbar, wenn auch der Rest der Erziehung zu ihrem Leidwesen sonst wenig gefruchtet hat“, so Tobisch.

Unkonventionelle Lebensgemeinschaften, intellektuelle Neugierde und Kunstsinn prägten ihren Weg. „Ich war emanzipiert zu einer Zeit, als die Emanze noch nicht konzipiert war. Damals ist man dabei noch ein Risiko eingegangen. Da war man aus der Gesellschaft ausgeschlossen, wenn man sich nicht gefügt hat. Nur war mir das ganz egal. So egal, dass ich mich heute selber darüber wundere“. Und: „Ich denke öfter darüber nach, wieviel Blödheiten ich in meinem Leben gemacht habe und was ich daraus gelernt habe. Aber, alles, was ich gemacht hab, egal was es ist, habe ich nur gemacht, weil ich es gern gemacht hab‘!“

Lotte Tobisch schon am 17. März in einem „Stöckl. Spezial“ zu Gast

Bereits am Donnerstag, dem 17. März, um 23.05 Uhr in ORF 2 ist Lotte Tobisch zu Gast in einem „Stöckl. Spezial“. Bei Barbara Stöckl trifft die Grande Dame der Wiener Gesellschaft, die auch im hohen Alter ihre Neugierde und ihren Widerstandsgeist nicht verloren hat, auf den renommierten Philosophen Konrad Paul Liessmann. Im Austausch widmen sie sich relevanten Fragen und Themen unserer Zeit: u. a. dem Werteverlust, Optimierungswahn und der Verbotskultur, aber auch Ernsthaftigkeit und Humor, Leidenschaft und Lebensweisheit stehen im Mittelpunkt des Gesprächs.

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