SP-Klubtagung – Wehsely/Rumelhart/Gruber-Pruner: Sozialstaat sichert den gesellschaftlichen Frieden in unserer Stadt

Sozialabbau würde alle treffen – nicht nur die Ärmsten

Wien (OTS/SPW-K) - "Derzeit wird eine Diskussion geführt, in der suggeriert wird, man könnte sich den Sozialstaat nicht mehr leisten. Wer die Ärmsten der Gesellschaft gegeneinander ausspielt, einen Sozialabbau forciert und Feindbilder schafft, gefährdet aber den sozialen Zusammenhalt und damit den gesellschaftlichen Frieden in unserer Stadt“, betont Stadträtin Sonja Wehsely bei der diesjährigen Klubtagung der SPÖ-Wien. „Von sozialstaatlichen Leistungen profitieren wir alle: sei es der Ausbau von Kinderbetreuungs- oder Ganztagsschulplätze, der gratis Kindergarten, Familienbeihilfe, sozialer Wohnbau oder etwa auch das Jahresticket der Wiener Linien. Dahinter steht der Sozialstaat, der nicht ausgehöhlt werden darf. Vor allem AlleinerzieherInnen und Familien mit Kindern profitieren davon“, so die Stadträtin. Darüber hinaus bietet die Stadt Wien mit der Mindestsicherung, dem Mobilpass, der Energieunterstützung oder der Wohnungslosenhilfe ein dichtes soziales Netz für jene Menschen, die Hilfe und Unterstützung brauchen. „Dieser Sozialstaat sichert den gesellschaftlichen Frieden unserer Stadt. Ein Sozialabbau, und nichts anderes planen ÖVP und FPÖ, würde alle in Österreich treffen und das gesellschaftliche Miteinander gefährden“, warnt die Stadträtin.

„Wir dürfen aber nicht zulassen, dass auf dem Rücken der Schwächsten eine Verteilungsdebatte geführt wird. Anstatt Arme gegen noch Ärmere auszuspielen, müssen wir uns die Frage stellen, wieso es sein kann, dass Menschen trotz Vollzeitjob kein Auskommen mit ihrem Einkommen haben“, so Wehsely. „Niedrige Löhne, Teilzeitarbeit oder prekäre Beschäftigungsverhältnisse führen dazu, dass Menschen auf Unterstützung angewiesen sind, hier müssen wir ansetzen und Verbesserungen erreichen.“

Wien steht zweifellos vor einer großen Herausforderung: Schon 2029 werden wir die zwei Millionen Grenze überschreiten, dabei wird Wien gleichzeitig älter und jünger. Die Bevölkerungsentwicklung stellt auch den Gesundheits- und Sozialbereich vor großen Herausforderungen. Die medizinische Versorgung auf Top-Niveau und Pflege und Betreuung müssen auch weiterhin für alle Wienerinnen und Wiener zur Verfügung stehen, unabhängig vom Einkommen.

"Die Frage, wer welchen Zugang zu unserem Gesundheits- und Sozialsystem hat, ist zentral für die Frage wie wir miteinander umgehen in unserer Stadt. Hier entscheidet sich, ob wir den sozialen Frieden in unserer Stadt bewahren können oder nicht", betont die Stadträtin.

"Unser Wien schaut auf die Wienerinnen und Wiener, gleichzeitig drücken wir uns aber nicht wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen. Das ist die Stärke der Sozialdemokratie, und gerade in Zeiten wie diesen, ist diese Stärke mehr denn je gefragt. Nur wenn wir mutig, menschlich und miteinander das Leben in dieser Stadt gestalten, werden wir die Kontinuität des roten Wiens und damit die hohe Lebensqualität aufrecht erhalten können", so Wehsely.

Bezirksprojekte zeigen: innovative und moderne Projekte verbessern Gesundheitsversorgung der WienerInnen =

"Mit dem PHC Mariahilf ist Wien Vorreiter für ganz Österreich, es freut mich, dass es hier bald auch ein 2. Zentrum geben wird. Das Primärversorgungszentrum bringt für die Wienerinnen und Wiener eine Reihe von Vorteilen: die wöchentliche Mindestöffnungszeit beträgt 50 Stunden, davon profitieren vor allem Berufstätige. Chronisch kranke Menschen erhalten Hilfe durch ein interdisziplinäres Team. Durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Gesundheitsberufe gibt es für alle PatientInnen eine verbesserte Koordination im Gesundheitssystem, sie werden damit noch stärker als bisher durch das Gesundheitssystem begleitet und geleitet. Aber auch für die Ärztinnen und Ärzte gibt es eine Reihe von Vorteilen, ihr Beruf wird attraktiver, da sie einerseits mehr Leistungen für ihre PatienInnen erbringen können, andererseits diese Leistungen auch entsprechend honoriert bekommen“, erklärt der Bezirksvorsteher aus dem 6. Bezirk, Markus Rumelhart und ergänzt: "So stelle ich mir die Gesundheitsversorgung der Zukunft vor."

"Berufstätigkeit darf nicht dazu führen, dass man weniger auf seine Gesundheit achtet. Hier braucht es Angebote im Grätzel und Bezirk, um die Gesundheit der Wienerinnen und Wiener zu steigern", so Rumelhart, der das Projekt "Gesunde Bezirke" der Wiener Gesundheitsförderung vorstellt. Über das Angebot 'Ihre Gesunde Idee für Mariahilf!' werden kleinere gesundheitsförderliche Maßnahmen - von Privatpersonen wie auch von Organisationen - unterstützt.

Bundesrätin und Vorsitzende der Kinderfreunde Donaustadt, Daniela Gruber-Pruner stellt zwei Projekte vor, bei denen es Handlungsbedarf gab und die Stadt Wien das Angebot nun zielgruppenorientiert ausgebaut und erweitert hat. "Den passenden Arzt oder die passende Ärztin für das eigene Kind zu finden, ist oft keine leichte Aufgabe. Vor allem Zahnärzte sind hier eine besondere Herausforderung – dort geht niemand gerne hin, weder Erwachsene noch Kinder. Vor allem bei Kindern und Erwachsenen mit Behinderung gab es in Wien echten Nachholbedarf. Hier ist die Stadt einen durchaus steinigen Weg gegangen, um Verbesserungen für Menschen mit Behinderung zu erreichen", erklärt die Bundesrätin. "Nach einem jahrlangen Hin und Her, bietet der Krankenanstaltenverbund dank einer Kooperation mit einem Vertragsarzt, ein Angebot für Menschen mit Behinderung ab 18 Jahren an. Kinder und Erwachsene mit Behinderung oder Angststörungen haben nun ein zahnmedizinisches Angebot, sowohl durch den KAV selbst als auch durch die Kooperation des KAVs mit dem Vertragsarzt, dass den Bedürfnissen der Betroffenen gerecht wird."

Das zweite konkrete Beispiel für Kinder findet sich ebenso in der Donaustadt, hier findet man eines von vier Zentren für Kinder mit Entwicklungsstörungen. "Wenn Kinder schon sehr früh – manchmal von Geburt an – mit großen gesundheitlichen Belastungen zu kämpfen haben, ist das für die Eltern eine schwierige Situation. Umso wichtiger ist es, das für solche Familien die Möglichkeit besteht rasch, individuell und umfassend betreut zu werden. Genau diesem Anspruch werden die Zentren für Entwicklungsförderung gerecht. Heute gibt es fachärztliche Kapazitäten und therapeutische Betreuung unter einem Dach für insgesamt 1.700 Kinder und Jugendliche", so Gruber-Pruner.

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