Bundesrat stimmt Auflösung von Reserven der Münze Österreich zu

Schelling erwartet 2016 Zufluss von 436,6 Mio. € in das Budget

Wien (PK) - Nach dem Nationalrat stimmte heute auch der Bundesrat der Auflösung von Gewinnrücklagen der "Münze Österreich" zu. Diese Reserven der Nationalbank-Tochter dienten bislang der Finanzierung des Umtauschs von Schilling-, Euro- und Cent-Münzen. Die Liquidierung dieser Rücklagen führt 2016 zu einem Zufluss von 436,6 Mio. € und bis 2045 von weiteren 849 Mio. € an das Bundesbudget. Diese Änderung des Scheidemünzengesetzes passierte den Bundesrat mit einer von den Grünen unterstützten SPÖ-ÖVP-Mehrheit. Zur Absicherung der Rücklöseverpflichtungen übernimmt der Bund eine 1,5 Mrd. Euro-Haftung für die "Münze" und erhöht seine Haftungsobergrenze um 2 Mrd. €. SPÖ, ÖVP und Grüne befürworteten auch die Änderung des Gesetzes zur Einrichtung der Abbaugesellschaft Heta, mit der "Sanierungsgewinne" infolge des beabsichtigten Schuldenschnitts in den Büchern der Heta von der Körperschaftssteuer befreit werden.

"Münze Österreich" - viel Lob für einen erfolgreichen Staatsbetrieb

In der Debatte wandte sich Reinhard Pisec (F/W) gegen die Auflösung von Gewinnrücklagen der "Münze Österreich", eines vorbildlichen Unternehmens von Weltruf, dessen Manager es sich nicht verdient hätten, alle Gewinne abliefern zu müssen, nur weil die Republik nicht wirtschaften könne und einen immer höheren Schuldenberg aufhäufe. Verwundert über diese Position der FPÖ zeigte sich Peter Oberlehner (V/O), folge der Finanzminister mit der Auflösung der Reserven der "Münze" doch einer Empfehlung des Rechnungshofs. Die Erlöse werden sinnvoll im Interesse der Republik eingesetzt, die Staatsverschuldung reduziert und das Risiko Österreichs durch die Haftungsübernahme sei laut Experten überschaubar. Dem Gesetz sei ebenso zuzustimmen wie der Körperschaftssteuerbefreiung der HETA, die letztlich die Belastung des Steuerzahlers beim Abbau dieser Gesellschaft reduziert.

Der Auffassung, die Auflösung von Gewinnrücklagen der "Münze Österreich" könnte die Motivation der dort beschäftigten Manager beeinträchtigen, trat Ewald Lindinger (S/O) mit dem Beispiel des Polizisten entgegen, der auch für ein wesentlich geringeres Gehalt motiviert sei, seine Aufgaben im Interesse der Gerechtigkeit zu erfüllen. Keinerlei Bedenken gegen die Auflösung von Reserven der "Münze Österreich", eines auch aus ihrer Sicht gut geführten Staatsbetriebs, sah Heidelinde Reiter (G/S), für die die Frage der Maastrichtrelevanz allerdings noch offen sei. Den positiven Beurteilungen schloss sich auch Peter Heger (S/B) an, der daran erinnerte, dass die "Münze" fortan ein reduziertes Veranlagungsrisiko tragen und sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren werde, das Risiko der Republik aber gleichwohl überschaubar bleibe. Ähnlich argumentierte Finanzminister Hans Jörg Schelling, der in Übereinstimmung mit dem Rechnungshof meinte, die "Münze" sollte nicht als Investmentbank agieren. Den Verzicht des Bundes auf ein Haftungsentgelt erklärte der Minister mit der Absicht, eine Gewinnschmälerung der "Münze" zu vermeiden. Die Körperschaftssteuerbefreiung bei der HETA sei wichtig, um eine Schlechterstellung von Gläubigern zu vermeiden, falls das aktuelle Angebot zur Rücknahme besicherter Anleihen nicht angenommen wird und die Finanzmarktaufsicht einen "Haircut" durchführen müsste. (Fortsetzung Bundesrat) fru

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