Mickel-Göttfert zum Weltfrauentag: Chancengleichheit darf nicht nur ein Schlagwort sein

21 Prozent Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen in Wien untragbar

Wien (OTS) - „Chancengleichheit von Frauen und Männern ist in keinem Land dieser Welt wirklich umgesetzt“, erklärt die Landesleiterin der ÖVP Frauen Wien BV Veronika Mickel-Göttfert anlässlich des Internationalen Frauentages und betont, dass deshalb alles daran gesetzt werden müsse, die Lebenswirklichkeit von Frauen nachhaltig zu verbessern. Es müsse selbstverständlich sein, dass Frauen in allen Lebensbereichen gleichberechtigt teilhaben. „Zwar sind Frauen inzwischen genauso gut oder besser qualifiziert als Männer, dennoch sind ihre beruflichen Perspektiven immer noch schlechter und sie verdienen nach wie vor weniger“, so die Landesleiterin der ÖVP Frauen weiter, die darauf aufmerksam macht, dass zwar alle Untersuchungen belegen, dass es Unterschiede beim Gehalt gebe, allerdings die Höhe des Unterschieds je nach Untersuchungsmethode verschieden dargestellt würde. So verdienten Frauen im Jahr 2014 laut Statistik Austria österreichweit 18 Prozent weniger als Männer, bezogen auf das Einkommen von Vollzeitbeschäftigten. Die Eurostat wiederum weist für dasselbe Jahr einen Einkommensunterschied von 22,9 Prozent aus, hier werden die durchschnittlichen Bruttostundenlöhne verglichen. Demnach läge Österreich im europäischen Vergleich auf dem vorletzten Platz vor Estland und fast 6 Prozent über dem europäischen Durchschnitt von 16,1 Prozent.

„Hier müssen wir dringend handeln! Zum einen brauchen wir einheitliche und vergleichbare Werte und zum anderen müssen die Maßnahmen, die zur Verringerung des Einkommensunterschiedes beitragen sollen, auf ihre Wirksamkeit hinterfragt werden – und das auch in der Stadt Wien, wo der Einkommensunterschied bei über 21 Prozent liegt!“, fordert Mickel-Göttfert. Seit im Jahr 2011 die Einkommensberichte eingeführt wurden, hätte sich die Gehaltsschere zwischen Frauen und Männern nur um 1,5 Prozent verringert. Das sei zu wenig, deshalb brauche es laut der Landesleiterin ein Bündel an Maßnahmen, um das im Regierungsprogramm definierte Ziel „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit – Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt“ auch umzusetzen.

Dazu müsse man sich zunächst die Gründe für diese Ungerechtigkeit genauer ansehen: Ein Teil der Lücke sei dadurch zu erklären, dass Frauen öfter in niedrig entlohnten Branchen und Berufen arbeiten wie beispielsweise im Dienstleistungssektor. Außerdem spielten längere, familienbedingte Erwerbsunterbrechungen und der anschließende Wiedereinstieg in Teilzeit eine Rolle. „Daher bleiben wir als ÖVP Frauen bei unserer Forderung, die Anrechnung von Karenzzeiten bei den Gehaltsvorrückungen in allen Kollektivverträgen zu verankern. Hier sind die Sozialpartner gefordert, das entsprechend umzusetzen.“ Viele Kollektivverträge enthielten automatische Gehaltsanpassungen, für die Urlaub, Krankengeld, Präsenzdienst oder Pflegefreistellung angerechnet würden, Karenzzeiten jedoch oftmals nicht. Außerdem braucht es endlich ein verbessertes Karenzmanagement und ein Ende der Diskriminierung von Frauen, die in Karenz waren, denn von knapp 67.000 beim AMS Wien gemeldeten Frauen ist mehr als jede 5. eine Wiedereinsteigerin. „Diese Schlechterstellung können Frauen im gesamten Berufsleben nicht mehr aufholen. Das heißt, sie haben nicht nur ein geringeres Einkommen, sondern in der Folge auch eine geringere Pension. Das ist nicht zu akzeptieren“, so die Wiener Landesleiterin. Denn Frauen leisten durch die Kindererziehungsarbeit einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft und das müsse endlich entsprechend honoriert werden. „Beim Pensionsgipfel wurden bereits wichtige und richtige Schritte zur Verbesserung bei den Frauenpensionen eingeleitet. Dennoch setzen wir uns auch weiterhin dafür ein, dass vier Jahre pro Kind für die Pension angerechnet werden, und zwar nicht nur pensionserhöhend, sondern auch pensionsbegründend“, so Mickel-Göttfert abschließend.

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