ÖGB: Mit Überstunden-Euro und Mehrarbeitszuschlag ab der ersten Stunde Arbeit gerechter verteilen

AK-Studie belegt: Teilzeitkräfte wollen mehr arbeiten, Vollzeitbeschäftigte kürzer

Wien (OTS) - „Die vorhandene Arbeit muss gerechter verteilt werden“, schließt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, aus einer heute von der Arbeiterkammer (AK) präsentierten Studie: „Die Unternehmer müssen aufhören, Frauen mit unterbezahlten Teilzeit-Jobs abzuspeisen, die nicht deren Wünschen entsprechen und von denen niemand leben kann. Und auf der anderen Seite müssen viele ArbeitnehmerInnen vor Selbstausbeutung durch Überstunden in gesundheitsschädlichem Ausmaß geschützt werden.“ In vielen Betrieben werden Überstunden nicht mehr zur Abfederung von Auftragsspitzen angeordnet, sondern als Regellösung.++++

Vollzeitkräfte wollen um 1 Stunde 48 Minuten kürzer arbeiten, Teilzeitkräfte aber um 2 Stunden 42 Minuten länger. Um hier zu einer gerechten Umverteilung zu kommen, muss das ÖGB-Modell für einen Überstunden-Euro endlich umgesetzt werden: „Arbeitgeber, die Überstunden anordnen, sollen einen Beitrag von einem Euro pro Stunde zusätzlich ins Gesundheits- und Arbeitsmarktbudget einzahlen.“

Im Bereich der Teilzeit konnten die ArbeitnehmerInnen-Interessenvertretungen ÖGB und AK zuletzt eine Verbesserung durchsetzen: Teilzeitbeschäftigte müssen nun informiert werden, wenn in ihrer Firma Vollzeit-Arbeitsplatz vergeben wird. Achitz: „Die Wirtschaft muss aber insgesamt wieder mehr Vollzeitstellen anbieten, statt bestehende Arbeitsplätze weiter in Teilzeit-Jobs aufzusplittern, um sich bei kurzfristig höherer Arbeitsauslastung Überstundenzuschläge zu ersparen. Am besten wäre, wenn auch Teilzeitbeschäftigte ab der ersten Mehrstunde Anspruch auf einen Zuschlag hätten.“

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