Transportwirtschaft fordert Güterkorridore: „Güterverkehr darf nicht unter die Räder kommen!“

Branchensprecher Klacska: Wachstum in der Branche auf wackeligen Beinen – daher existenzgefährdende Wettbewerbsnachteile vermeiden

Wien (OTS) - Die aktuelle Konjunkturerhebung der Bundessparte Transport und Verkehr zeigt: Das Wachstum in der heimischen Transportwirtschaft keimt an, ist aber noch ein zartes Pflänzchen. Die Zahl der Unternehmer, die eine positive Nachfrage melden, überwiegt nun erstmals wieder leicht, auch die Geschäftslage zeigt sich in der aktuellen Umfrage positiver als zuletzt. Ein Wachstum, das noch auf derart zarten Beinen steht, darf nicht durch zusätzliche Belastungen der Unternehmen aufs Spiel gesetzt werden, betont Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich, mit Verweis auf Pläne mancher Bundesländer, eine Maut für Lkw und Busse auf Landes- und Gemeindestraßen einzuführen.

Dabei wäre eine solche Mautabgabe bei weitem nicht nur massive Belastung und Wettbewerbsgefährdung für die Wirtschaft, sondern auch schädlich für die ländlichen Regionen und letztlich teuer für die KonsumentenInnen: „Man muss keinen Lkw oder Bus besitzen, um die Mega-Maut bezahlen zu müssen. Denn schlussendlich werden sie die Kundinnen und Kunden berappen“, stellt Klacska klar. Wer sich für die Maut ausspreche, nehme dies in Kauf, bekräftigt Klacska die Kritik der Wirtschaft an AK und ÖGB, die ja - trotz de facto drohender Preiserhöhungen für ihre Klientel – eine Maut fordern.

Teurer würden nicht nur Güter des täglichen Bedarfs, sondern Waren und Dienstleistungen aus verschiedensten Bereichen. So würde sich etwa der Bau eines Einfamilienhauses im Waldviertel zwischen 2.500 und 4.600 Euro verteuern, rechnete Klacska vor. Auch Tourismusregionen würden benachteiligt: Saalbach-Hinterglemm wäre etwa mit 17,8 Millionen Euro Zusatzkosten aus der Maut konfrontiert, das Gasteiner Tal wäre mit knapp 2,5 Millionen belastet. „Das zeigt:
Diese Maut wär ein massiver Wettbewerbsnachteil und Kostenfaktor für den Industriestandort, für den Gewerbestandort ebenso wie für den Tourismusstandort. Wir möchten nicht den Wahrheitsbeweis antreten müssen!“

Einfach von der Straße auf die Schiene – das ist eine Milchmädchenrechnung!

Auch das Argument der Gewerkschafter, eine Maut für Lkw und Busse würde die Schiene stärken, sei absurd, erläutert Klacska: „Das ist eine Milchmädchenrechnung unter dem Titel: Von der Straße mehr auf die Schiene. Die Wirtschaft verfolgt dieses Ziel überall konsequent, wo es Sinn macht. Was aber jedem einleuchten muss: Ohne Gleise ist eine Verlagerung der Transporte einfach nicht möglich! In den kleinräumigen Verkehr zu verlagern, ist teils unwirtschaftlich, teils gar nicht möglich. Auch den Eisenbahnunternehmen und ihren Mitarbeitern brächte eine Maut also keine Vorteile. Da wir als Interessenvertretung für die gesamte Transportwirtschaft Verantwortung tragen, lehnen wir auch im Namen der Eisenbahnunternehmen die Mautpläne ab“.

Wirtschaft fordert Korridorlösung für Grenzverkehre

Zu einem erheblichen Kostenfaktor drohen auch die Konsequenzen aus den Flüchtlingsströmen zu werden. Klacska: „Schon jetzt haben wir zu Spitzenzeiten Kosten von bis zu 2,5 Millionen Euro pro Tag zu tragen. Sollten die Grenzen lückenlos kontrolliert werden, befürchten wir einen Anstieg der Kosten auf 8,5 Millionen täglich.“

Um die Situation zu entschärfen und weitere Folgeschäden zu vermeiden, sollte die Grenzen dicht gemacht werden, schlägt die Bundessparte die Einrichtung von Güterkorridoren vor. Heimische Unternehmen könnten – schon im Vorfeld und damit noch fernab der Grenzstaus – ihre Fahrzeuge selbststätig versiegeln.

Damit würden stichprobenartige Kontrollen der Behörden ausreichen, um die Rechtmäßigkeit zu gewährleisten. „Mit vorverlagerten Kontrollen und der rechtzeitigen Trennung der Verkehre vor den Grenzen könnte explodierende Kosten der Transportwirtschaft durch Staus und Stehzeiten vermeiden werden.“ Zudem wäre dies ein einfacher, aber wirkungsvoller Weg, gegen das Schlepperwesen vorzugehen. „Wir werden mit den entsprechenden Behörden rasch den Dialog suchen, um unsere Forderung zu erläutern. Denn der Güterverkehr darf nicht unter die Räder kommen!“ (PWK169/PM)

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