FSG-Katzian/Fetik: „Wir brauchen neue Optionen, um Altersarmut von Frauen zu verhindern“

Mehr Weiterbildung, mehr Förderung für den Wiedereinstieg, weniger Teilzeit

Wien (OTS) - „Die Arbeitslosenrate in Österreich steigt und damit auch die Frauenarmut, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist auf allen Ebenen voranzutreiben. Gute Arbeit mit fairer Bezahlung ist die beste Versicherung gegen Altersarmut - deswegen ist es auch so wichtig, mehr ältere Frauen gesund am Arbeitsmarkt zu halten“, kommentiert Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der FSG (Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen) im ÖGB anlässlich des Internationalen Frauentags: „Viele Frauen werden davon profitieren, dass wir uns hier durchgesetzt haben.“ Sehr wesentlich sei außerdem die Förderung von Frauen beim Wiedereinstieg in den Beruf, fordert Fetik eine Aufstockung der AMS-Mittel, um die Betroffenen besser qualifizieren zu können.

Die Entwicklung der Teilzeitbeschäftigung trage nicht zur Entschärfung der Situation bei, erklärt FSG-Vorsitzender Wolfgang Katzian: „Immer mehr Vollzeitstellen werden durch Teilzeitarbeitsplätze ersetzt, in denen vor allem Frauen arbeiten, darunter viele, die lieber in Vollzeit arbeiten würden. Das bedeutet weniger Gehalt und damit weniger Pension.“ Dieses Retro-Prinzip müsse dringend aufgebrochen werden, so Katzian: „Wir brauchen neue Optionen, um Altersarmut zu verhindern, insbesondere bei Frauen, die lange in Teilzeit beschäftigt waren. Eine Variante, die wir gerade diskutieren, wäre die Möglichkeit höherer Beiträge der Arbeitgeber in die Pensionsversicherung.“

Außerdem müsse der ungleichen Verteilung der unbezahlten, zu einem Großteil von Frauen geleisteten Arbeit entgegengewirkt werden: „Die unbezahlte Arbeit, fast ausschließlich geleistet von Frauen, nimmt zu, der Bedarf steigt. Mit einer Beschäftigungsinitiative für Gesundheits-, Betreuungs- und Pflegeberufe könnten wir viele notwendige Arbeitsplätze schaffen, wovon Frauen auch stark profitieren würden“, meint Katzian.

Die FSG-Forderung nach einer Reduktion der Überstunden und einer Arbeitszeitreduktion, um damit neue Arbeitsplätze schaffen zu können, bleibe aufrecht, so Fetik: „40 Jahre, 40 Stunden sind genug! Eine echte Arbeitszeitverkürzung für alle kann mehr zur Geschlechtergerechtigkeit beitragen, weil sich ArbeitnehmerInnen auch wieder ihrem Privatleben widmen können. In dieser modernen, stressigen Welt, in der Personalressourcen immer mehr abgebaut werden und jede/r Einzelne immer mehr Aufgaben in kürzerer Zeit erfüllen soll und mit einem Vollzeitarbeitsplatz auch meist Überstunden und in höheren Funktionen die Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit vorausgesetzt werden, verlieren die Menschen zunehmend an Gesundheit, sowohl körperlich als auch psychisch. Die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz wirken sich immens auf das Privatleben aus, das ohnehin nicht immer einfach ist. Pflege- und Betreuungsverpflichtungen für Kinder oder Eltern, Kinderbildungseinrichtungen, die mit einer Vollzeiterwerbstätigkeit nicht vereinbar sind, unregelmäßige Arbeitszeiten und ein Einkommen, von dem es sich nur schwer leben lässt, belasten vor allem Frauen zusätzlich. Wir brauchen eine neue Vollzeit - mit weniger Stunden, mit mehr Lebensqualität und vollem Lohnausgleich!“

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