Schmidt/Renner/Stadler: „Für Gleichberechtigung muss man sich aktiv einsetzen!“

SPÖ NÖ unterstützt Frauendialog „Arbeitszeit.Arbeitswert.“ der Bundesfrauenorganisation

St. Pölten (OTS) - „Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist angespannt. Druck und Stress nehmen zu. Wir laden Frauen ein zum Dialog, weil wir wollen, dass die soziale Sicherheit auch in Zukunft gewährleistet ist“, sagt SPÖ NÖ Landesfrauenvorsitzende Elvira Schmidt im Rahmen eines Pressegesprächs mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Karin Renner und Landesparteivorsitzendem Mag. Matthias Stadler anlässlich des morgigen Internationalen Frauentages. Die SPÖ NÖ unterstützt den österreichweiten Frauendialog zum Thema Arbeit: Bei Straßenaktionen, Veranstaltungen und regionalen Dialogforen werden Ideen und Forderungen gesammelt und diskutiert. Das Ergebnis des Diskussionsprozesses wird bei der SPÖ-Bundesfrauenkonferenz im Herbst präsentiert und beschlossen.

„Frauen werden noch immer durchschnittlich schlechter bezahlt als Männer. Dazu kommen unterschiedliche Beschäftigungsverhältnisse: 70,6 Prozent der Frauen zwischen 25 und 49 Jahren mit Kindern unter 15 Jahren sind teilzeitbeschäftigt - bei Männern sind es lediglich 6,5 Prozent“, erläutert LHStv. Renner: „Teilzeit ist nicht nur ein Bremsklotz für die Karriere, sondern führt in späterer Folge zu Altersarmut. Denn Niedriglöhne bedeuten, dass Frauen niedrigere Leistungen aus der Arbeitslosen-, aber auch der Pensionsversicherung erhalten.“ Deswegen ist es wichtig, dass die Ergebnisse des Pensionsgipfels die Handschrift der SPÖ tragen: Die Pensionsautomatik und ein vorzeitiges Erhöhen des Frauenpensionsalters wurden abgewendet, Mindestpensionen werden erhöht und die Generationen nicht auseinander dividiert. Die Lohnschere zwischen Frauen und Männern liegt in Österreich bei 22,4 Prozent, in Niederösterreich bei 23,1 Prozent. Laut Statistik Austria betragen die durchschnittlichen Jahres-Bruttobezüge bei ganzjährigen Bezügen und Vollbeschäftigung bei Männern 49.619 Euro, bei Frauen 38.139 Euro.

„Teilzeit ist für viele vor allem dann interessant, solange ihre Kinder klein sind. Wir wollen, dass Frauen die Chance haben, aus der Teilzeitfalle wieder herauszukommen“, erklärt Schmidt. Wichtig ist dabei das nun in Kraft getretene Informationsrecht für Teilzeitbeschäftigte, für das sich die SPÖ-Frauen eingesetzt haben. Teilzeitkräfte im Unternehmen müssen informiert werden, bevor eine Vollzeitstelle extern ausgeschrieben wird.

„Um möglichst vielen Frauen eine Vollzeitbeschäftigung zu ermöglichen und den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu erleichtern, ist der Ausbau von flächendeckenden und ganztägigen Kinderbetreuungseinrichtungen weiter zu forcieren. Das ist eine große Aufgabe für unsere Städte und Gemeinden, die auch die Unterstützung von Bund und Ländern erfordert. Ich erinnere an das Erfolgsmodell der ‚Kindergartenmilliarde‘, die viele neue Betreuungseinrichtungen entstehen ließ und auch die Kommunen bei der notwendigen Finanzierung der Einrichtungen unterstützte. Der Begriff der ‚Kindergartenmilliarde‘ stammt noch aus den Zeiten der Schilling-Währung und wurde damals auch umgesetzt. Mit laufenden 70 Millionen pro Jahr, diesmal in Euro, ist es sicher möglich, weitere Betreuungseinrichtungen zu schaffen und das Level der Betreuungsangebote mittelfristig an führende Länder in Europa anzuheben, wozu vor allem Verbesserung betreffend der Ausweitung der Betreuungszeiten und der Flexibilität gehören“, so NÖ Gemeindereferentin LHStv. Mag. Karin Renner: „Gleichberechtigung kommt nicht von selbst - man muss sich permanent aktiv dafür einsetzen!“

Abschließend spricht Landesparteivorsitzender Mag. Matthias Stadler das Thema Arbeit 4.0 an. Digitale Transformation – radikale Veränderung von Märkten, Unternehmen, Bildungslandschaften und Arbeits- und Lebenswelten – setzt einen gesellschaftlichen Wandel in Gang. „Umso mehr müssen wir auf Qualifizierung und lebenslanges Lernen setzen. Wir brauchen mehr Beratungsangebote und bessere Zugangschancen zur Weiterbildung über den gesamten Erwerbsverlauf. Viele Frauen arbeiten im Niedriglohnbereich oder im Bereich der geringfügigen Beschäftigung. Auch hier ist eine bessere Weiterbildungsbeteiligung nötig. Ich bin davon überzeugt, dass Frauen die Chancen des digitalen Wandels nutzen können.“

Mehr Geschlechtergerechtigkeit am Arbeitsmarkt erfordere aber auch eine Neuverteilung der bezahlten und der unbezahlten Arbeit, sagt Stadler: „Es zeigt sich, dass die Mehrheit der jüngeren Frauen und Männer ihr Leben partnerschaftlich gestalten will, beide wollen erwerbstätig sein und sich gemeinsam um die Familie kümmern. Mit der flexibel gestaltbaren Karenzzeit für Mütter und Väter und der Möglichkeit auf Elternteilzeit hat die Bundesregierung Möglichkeiten geschaffen, Arbeitszeiten familienbedingt zu reduzieren und auch wieder zur alten Arbeitszeit zurückkehren zu können.“ Den Spagat zwischen mehr Arbeitszeitsouveränität und einer besseren Work-Life-Balance bei gleichzeitiger „Entgrenzung der Arbeit“ (zunehmender Einsatz von mobilen Endgeräten) durch ständige Verfügbarkeit zu schaffen, ist eine der zentralen Fragen“, erklärt Stadler: „Wir müssen dafür sorgen, dass möglichst alle am Fortschritt teilhaben, insbesondere durch eine Weiterbildungskultur, die niemanden ausschließt. Zufriedene und gesunde Beschäftigte sind die produktivsten MitarbeiterInnen. Wirtschaftlicher Erfolg, faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen gehören für mich zusammen. Mein Ziel ist es, dass wir in Niederösterreich stark und erfolgreich bleiben – technologisch und wirtschaftlich spitze, aber eben auch gesellschaftlich und sozial ein Vorbild.“

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