ÖH Uni Wien zum Frauen*kampftag: Das Problem heißt Patriarchat

Sexismus und sexualisierte Übergriffe gehören an der Universität zum Alltag von Frauen*

Wien (OTS) - "Ein Tag im Jahr reicht nicht aus, um Chancengleichheit einzuführen!", kritisiert das Vorsitzteam der ÖH Uni Wien, dass lediglich einmal im Jahr zum 8. März die patriarchalen Strukturen der Gesellschaft Beachtung finden. "Wir haben in den letzten Monaten und Jahren gesehen, dass Sexismus und sexualisierte Übergriffe auch an der Universität zum Alltag gehören", sagt Camila Garfias (VSStÖ) vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien. Obwohl die Studierendenvertretung mehrmals darauf aufmerksam machte, eine ausführliche Stellungnahme dazu schrieb und klare Forderungen an die Universität stellte, geschah nichts, außer dass ein paar Telefonnummern in den Toiletten des Juridicums aufgehängt wurden.

"Wenn wir uns die Statistiken ansehen, ist offensichtlich, dass es in puncto Frauen*förderung und deren Effektivität noch viel zu tun gibt! 650 Jahre ist die Universtität Wien nun alt, eine Rektorin hat sie aber noch nie gesehen!", so Karin Stanger (GRAS) vom Vorsitzteam. Nicht einmal ein Drittel der Professor_innen an der Uni Wien sind Frauen*. Gremien, die dem etwas entgegensetzen könnten, wie etwa der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen, haben in vielen Fragen zwar Mitspracherecht, aber letztendlich zu wenig Einfluss.

Im vergangenen Sommer hatte Amnesty International neben vielen anderen Menschenrechtsverletzungen auch die Verletzung der Frauenrechtskonvention in Traiskirchen angeprangert. "Frauen* vor Übergriffen zu schützen, muss endlich integraler Bestandteil allen gesellschaftlichen Handelns werden," sagt Jana Reischl (KSV-Lili) vom Vorsitzteam. Die Unterdrückung von Frauen* zeigt sich auf verschiedensten Ebenen: Gender Pay Gap, Aufstiegschancen, Bildungsbiographien, Gewalt gegen Frauen*, die zu einem großen Teil von Frauen* erledigte und schlecht oder gar nicht bezahlte Reproduktionsarbeit - all das lässt nicht darauf schließen, dass es in den nächsten Jahren zu maßgeblichen Änderungen kommen wird. Zumindest nicht, wenn die politische Bereitschaft zur Veränderung nicht entscheidend größer wird.

"Dem Problem", so das Vorsitzteam abschließend, "ist an einem Tag im Jahr eindeutig nicht beizukommen, das Problem heißt Patriarchat."

Die ÖH Uni Wien lädt am 7. März zum feministischer Stadtspaziergang "Frauenspuren" mit der Kulturvermittlerin Petra Unger. Treffpunkt ist um 14 Uhr vorm Parlament. Zudem rufen wir für den 8. März zum Internationalen Frauen*kampftag zum FLIT*(Frauen, Lesben, Inter- und Transpersonen)-Block auf. Treffpunkt ist am Dienstag um 17 Uhr beim Praterstern.

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