Risiken für deutsche Exporte deutlich gestiegen

Wien (OTS) - Die erhöhten Exportrisiken für deutsche Unternehmen hemmen das Wachstum. Da die deutsche Wirtschaft starke Verbindungen zu den aufstrebenden Ländern und den Entwicklungsländern hat, ist sie auch von den strukturellen und konjunkturellen Veränderungen dort betroffen. „Diese externen Einflüsse sind derzeit negativ. Denn das Wachstum in den Emerging Markets ist gebremst und deutlich schwächer als die Nachfrage aus den entwickelten Ländern“, erklärt Dr. Mario Jung, Regional Economist für Nordeuropa bei Coface.

Deutsche Wirtschaft mit größeren Exportrisiken

2016 dürfte sich der deutsche Export tendenziell so entwickeln wie im Vorjahr. Die Ausfuhren in die entwickelten Volkswirtschaften bleiben voraussichtlich stark und robust, während die Risiken in den Emerging Markets deutlich gestiegen sind. Die Nachfrage nach deutschen Produkten ist beeinträchtigt vom globalen Risikomix aus politischen und militärischen Konflikten, Terroranschlägen und strukturellen Problemen in vielen aufstrebenden Ländern. Hinzu kommt das gebremste Wachstum in China. Dieser Druck auf die Nachfrage könnte sich weiter verschärfen.

Regional betrachtet sind die deutschen exportierenden Unternehmen daher derzeit auch eher optimistisch mit Blick auf die entwickelten Länder. Die schwächsten Aussichten erwarten sie dagegen für Süd- und Mittelamerika, Osteuropa, Russland, die Türkei und China. Bei den Branchen sind einige besonders von Risiken in den Emerging Markets betroffen: Automobil, Maschinenbau sowie Elektrische Ausrüstungen und die sehr zyklische Chemiebranche.

Rund 29 Prozent der deutschen Exporte gehen in Emerging Markets, mehr als ein Fünftel davon nach China. Rund sechs Prozent aller Ausfuhren haben somit China zum Ziel. Deutschland ist damit zugleich stärker externen Risikofaktoren in Schwellenländern ausgesetzt als die meisten anderen Euro-Länder. Gemeinsam beträgt die Exportquote der Euro-Länder in Emerging Markets 26 Prozent.

„Für die exportierenden Unternehmen ist der weitere Verfall des Ölpreises ein Grund zur Sorge, denn er indiziert eine schwache globale Nachfrage. Zudem sind die Wachstumsaussichten für viele Emerging Markets eher verhalten. Auch die Aussicht auf eine weitere graduelle Abschwächung der chinesischen Dynamik dürften sich negativ auf die deutsche Exportwirtschaft auswirken“, erwartet Dr. Mario Jung.

Deutschlands Wachstumsmodell hat sich gewandelt

Während die Binnennachfrage, vor allem der private Konsum, in den 2000er Jahren eher schwach ausgeprägt war, ist sie jetzt der stärkste Wachstumstreiber in Deutschland. Im Gegensatz dazu trugen die Netto-Exporte 2015 relativ gesehen weniger deutlich zur wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung bei als in den vielen Jahren zuvor. In diesem Jahr dürften die Netto-Exporte das BIP-Wachstum wegen einer nicht mehr so dynamischen Nachfrage aus dem Ausland, in Verbindung mit zugleich weiter stark steigenden Importen, sogar eher bremsen. Aufgrund der robusten Inlandsnachfrage erwartet Coface dennoch ein Wachstum der deutschen Wirtschaft um 1,7 Prozent im laufenden Jahr.

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