vida: Arbeitsbedingungen in Reinigungsbranche dringend aufräumen!

Rosensteiner: „Das Konzept ‚Billig und immer schneller‘ ist am Ende“

Wien (OTS) - Wenig überrascht über die katastrophalen Ergebnisse unter den Beschäftigten der betrieblichen Reinigung beim heute vorgelegten Arbeitsklima Index der AK Oberösterreich zeigt sich Monika Rosensteiner, Vorsitzende des Fachbereichs Gebäudemanagement in der Gewerkschaft vida: „Wir wissen, dass sich viele KollegInnen schlicht und einfach alleine gelassen fühlen. Ihre Arbeit ist oft unsichtbar, weil sie in der Regel an den Tagesrändern, also am frühen Morgen oder späten Abend, arbeiten. Reinigung muss endlich sichtbarer werden. Wird tagsüber gereinigt, bekommen die KollegInnen durch ihre Anwesenheit einen Namen und ein Gesicht. So entsteht Wertschätzung und das steigert am Ende des Tages die Motivation der Beschäftigten.“ Zudem würden mehr Tagdienste auch deutlich familienfreundlichere Arbeitszeiten bedeuten.++++

ArbeitnehmerInnenschutz verbessern

Der aktuelle Arbeitsklima Index (AI) zeigt zudem, dass Reinigungskräfte mit ihren häufig auftretenden gesundheitlichen Problemen alleine gelassen werden. „Hier muss der ArbeitnehmerInnenschutz deutlich verbessert werden. Die Arbeitgeber sind aufgefordert, ihre MitarbeiterInnen in Schulungen zu schicken. Mit den richtigen Techniken würden sich viele Gesundheitsprobleme vermeiden lassen. Oft würde es aber auch schon reichen, den Beschäftigten schlicht und einfach mehr Zeit für ihre Arbeit zu geben“, so Ursula Woditschka, Sekretärin des vida-Fachbereichs Gebäudemanagement.
„Dass laut AI nicht einmal die Hälfte der Beschäftigten in der Reinigungsbranche mit ihrem Einkommen zufrieden ist, hängt damit zusammen, dass es eine Teilzeitbranche ist. Es ist kaum Vollzeitbeschäftigung möglich, da an Randzeiten gearbeitet wird. Es entstehen Arbeitsverhältnisse bis maximal 25 Stunden und daraus resultiert ein geringerer Verdienst“, weiß Gewerkschafterin Rosensteiner.
Besonders schlecht bewerten viele Reinigungskräfte laut AI auch ihre Aufstiegschancen. „Viele können aufgrund der Arbeitszeiten keine Aus-oder Weiterbildungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen. Hier muss sich dringend etwas ändern. Mit einer Lehrabschlussprüfung am 2. Bildungsweg können sich die Beschäftigten zusätzliche Qualifikationen holen und wären nicht so leicht auswechselbar“, ist Rosensteiner überzeugt.
Abschließend betonen beide Gewerkschafterinnen: „Der AI zeigt klar, dass Feuer am Dach ist. Die Branche braucht veränderte Arbeitszeiten, besseren ArbeitnehmerInnenschutz und mehr Augenmerk auf die Aus- und Weiterbildung der MitarbeiterInnen. Nur so kann die Begeisterung der Reinigungskräfte wieder steigen. Mit dem derzeit vorherrschenden Prinzip der Auftraggeber, dass alles möglichst billig sein und die Arbeit in noch kürzerer Zeit erledigt werden muss, haben wir mit Sicherheit auch nächstes Jahr wieder niederschmetternde Ergebnisse beim AI“.

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