Pensionsreform: Ende der Salami-Taktik

MKV fordert Fairness und Hausverstand ein – Angleichung des Pensionsantrittsalters zwischen Männern und Frauen ist ein Muss

Wien (OTS) - „Das heutige Pensionssystem schnallt der jungen Generation jährlich einen Rucksack von 21 Mrd. Euro um“, betont der Vorsitzende des Mittelschüler-Kartell-Verbandes (MKV) Walter Gröblinger. Denn die Lücke zwischen den Beiträgen jener Menschen, die im Berufsleben stehen und den Zahlungen an die Pensionisten, ist zuletzt auf 21 Mrd. Euro angestiegen (Gesamtbetrachtung ASVG/Beamte/ÖBB, etc.). Das sind 42,7% aller ausbezahlten Pensionen oder 22,7% aller eingehobenen Steuern. „Das bedeutet: Fast die Hälfte aller Pensionen ist auf Pump. Hier muss gehandelt werden. Und zwar mit klaren, langfristigen Lösungen. Die aktuelle Salami-Taktik der Regierung ist der falsche Weg“, so Gröblinger.

Wo ist der Hausverstand?
Seit den frühen 80er Jahren hat sich die Zeit, die Menschen in Österreich in der Pension verbringen, von etwa 10 auf 22 Jahre mehr als verdoppelt. Im selben Zeitraum hat sich die Deckungslücke, also jener Betrag, der zusätzlich aus dem Budget aufgewendet werden muss, damit wir die Pensionen bezahlen können, von vier Milliarden Euro (1980) auf 20,7 Milliarden Euro (2013) verfünffacht. Klarere Hinweise, dass unser Pensionssystem auf Dauer NICHT finanzierbar ist, kann es doch gar nicht mehr geben. Diese budgetäre Lücke muss rasch geschlossen werden. „Die Logik sagt mir, dass ein Pensionssystem nicht auf Dauer finanzierbar ist, wenn die Zeit, welche man in Arbeit verbringt (und somit in das System einzahlt) gleich bleibt, die Zeit, welche man in der Pension verbringt und Pension bezieht, sich jedoch stark verlängert. Daher ein klares „Ja“ zur Anhebung des tatsächlichen Pensionsantrittsalters, bzw. zur Pensionssystematik“, betont Julian Staltner, der Bundesjugendobmann des MKV.

Ende des Austriakums
Ein zentraler Schritt muss die Anpassung des Pensionsantrittsalters bei Männern und Frauen sein. Die Variante des unterschiedlichen Antrittsalters ist längst nicht mehr zeitgemäß. Österreich ist neben Griechenland das einzige Land Europas, das sich einen Unterschied von fünf Jahren beim Pensionsantrittsalter von Männern und Frauen leistet. „Dieses Austriakum muss ein Ende haben“, so Gröblinger.

Wir brauchen Fairness
Der MKV will keiner Pensionistin, keinem Pensionisten seine/ihre verdiente Pension streitig machen. Wir leben in Österreich Gott sei Dank in einem Rechtsstaat, in dem man sich auf die Einhaltung von Gesetzen verlassen kann. Damit aber auch künftige Generationen eine faire Chance auf eine vergleichbare Pension haben, braucht es eine Vielzahl von Maßnahmen. Die wesentlichsten aus unserer Sicht sind:
• Die Bereitschaft länger zu arbeiten = Anhebung des tatsächlichen Pensionsantrittsalters: damit der Rucksack für junge Menschen in diesem Land kleiner wird.
• Senkung des Faktors Arbeit = Reduktion der Lohnnebenkosten: damit die Wirtschaft wieder mehr Personen beschäftigen kann.
• Ein Umdenken bei der Wirtschaft = Einstellung zu älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern: damit man in der Arbeitswelt nicht schon mit 45 zum alten Eisen zählt.
• Änderung in der Gehaltssystematik = Ende der Gehaltsvorrückung nur auf Grund des Alters: damit eine realistische Chance besteht die Einstiegsgehälter anzupassen.

Sachpolitik statt Parteipolitik
Es ist uns bewusst, dass es in einer Koalitionsregierung immer um Kompromisse geht. Aber es gibt Themen, bei denen muss die Sache über den Parteiinteressen stehen. Und die künftige Finanzierung unseres Pensionssystems ist so eine Sache. Denn es geht um die Zukunft unseres Landes, um die Zukunft der nächsten Generationen. Mit einer sinnvollen Pensionsreform wäre da Vieles möglich. Die Chance dazu haben wir jetzt. „Sollte die Regierung heute jedoch wieder nur kosmetische Korrekturen vornehmen, verlieren wir weitere Jahre. Die Suppe ausbaden müssen dann wieder einmal die jungen Menschen“, so Gröblinger abschließend.

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Walter Gröblinger
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