Weltfrauentag 2016 im ORF (2): Die TV-Highlights im Überblick

Mit „Afrikas mutige Frauen“ am 2. März im „Weltjournal“, „WELTjournal +“ über „Sexualität und Islam“ und ORF-Premiere „Die Fremde“

Wien (OTS) - Der ORF-TV-Programmschwerpunkt im Überblick:
Das „Weltjournal“ berichtet am Mittwoch, dem 2. März 2016, um 22.30 Uhr in ORF 2 über „Afrikas mutige Frauen“: Frauen erkämpfen sich die Teilnahme am gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben – auch in vielen Ländern Afrikas. Auch wenn es „die afrikanische Frau“ nicht gibt, lassen sich doch länderübergreifende Herausforderungen und Chancen benennen. ORF-Afrika-Expertin Margit Maximilian porträtiert für das „Weltjournal“ vier afrikanische Frauen: eine junge Fotografin aus Südafrika, eine Streetworkerin aus Kenia, eine Schriftstellerin aus dem Senegal und die Kulturministerin von Mali. „WELTjournal +“ zeigt mit „Der Jungfrauenwahn – Sexualität und Islam“ (23.05 Uhr) die sehr persönliche Reportage der jungen Filmemacherin Güner Yasemin Balci, die als Tochter türkischer Einwanderer in Berlin aufgewachsen ist.
Mit dem Filmdrama „Die Fremde“ folgt um 23.50 Uhr die ORF-Premiere des eindrucksvollen Kinodebüts der in Wien geborenen Regisseurin Feo Aladag („Zwischen Welten“), das rund um den Globus bei zahlreichen Filmfestivals ausgezeichnet wurde. Unter anderem erhielt „Die Fremde“ den Preis für die „Beste Hauptdarstellerin“ und den „Filmpreis in Bronze“ beim „Deutschen Filmpreis“ und wurde in sieben Kategorien beim „Preis der deutschen Filmkritik“ gefeiert: Die 25-jährige Türkin Umay steht mit ihrem Sohn Cem in Berlin vor der Haustür ihrer Eltern. Sie ist aus Istanbul geflohen, um ihrer Zwangsehe mit ihrem gewalttätigen Mann zu entkommen. Doch für ihre Eltern ist damit die Familienehre verletzt. Sie fordern, dass Cem zu seinem Vater kommt.

„Universum History“ verfilmt Spionagefall Margarethe Ottillinger – am 4. März um 22.45 Uhr in ORF 2

Jahrzehntelang lag der Fall Margarethe Ottillinger im Dunkel der Geschichte Österreichs. Die erst 29-jährige Wirtschaftsexpertin und Sektionschefin wurde am 5. November 1948 an der Ennsbrücke verhaftet, in ein russisches Gulag-Lager verschleppt und zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Der Vorwurf: Spionage für die USA. Der Fall erregte zwar großes Aufsehen – die wahren Hintergründe sind jedoch bis heute nicht ganz geklärt. Der Historiker Stefan Karner hat jahrzehntelang unter Verschluss gehaltene KGB-Verhörprotokolle aufgearbeitet und stieß dabei auf bisher unbekannte Details. Klaus T. Steindls Film „Margarethe Ottillinger – Die Frau, die zu viel wusste“ zeigt am Freitag, dem 4. März, um 22.45 Uhr in ORF 2 den Spionagefall Ottillinger mit Ursula Strauss in der Titelrolle und dokumentiert die Leistung der späteren ÖMV-Vorstandsdirektorin für die Republik in der Aufbauzeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Von den „Frauen der Eisenstraße“ zum „dok.film: Wenn Frauen Frieden machen“

Den „matinee“-Auftakt macht am Sonntag, dem 6. März, ab 9.05 Uhr in ORF 2 die ORF/3sat-Dokumentation „Die Frauen der Eisenstraße“, um 9.50 folgt die Spiel-Doku „Richard Wagner und die Frauen“. „Panorama“ (13.05 Uhr) unternimmt eine elektronische Zeitreise in die 1970er Jahre, die Frauen in vielen Lebensbereichen mehr Rechte brachten. Birgit Minichmayr und Sebastian Koch als „Bertha von Suttner und Alfred Nobel“ eint um 14.30 Uhr „Eine Liebe für den Frieden“; das „Österreich-Bild: Vier Frauen und ein Instrument“ berichtet um 18.25 Uhr über vier Top-Cellistinnen, die die Liebe zur Musik verbindet. Auch der „dok.film“ (23.05 Uhr) steht im Zeichen der Frauen: „Wenn Frauen Frieden machen“ heißt eine neue Dokumentation über zwei außergewöhnliche Frauen – eine Israelin und eine Palästinenserin, die inmitten des scheinbar hoffnungslosen politischen Konflikts ein Speditionsgeschäft gründen und damit zeigen, wie Frieden funktionieren kann. Danach ist mit „Vivienne Westwood – Do it yourself“ (0.05 Uhr) ein Porträt der Queen of Design und ihre Arbeit für das Neujahrskonzertballett 2014 zu sehen. Um 1.00 Uhr schlüpfen Barbora Bobulova und Shirley MacLaine in die Rolle von „Coco Chanel“.

„Thema“ und „Kulturmontag“ über die Würde der Frau und Chancen im österreichischen Kulturbetrieb

„Thema“ beschäftigt sich am Montag, dem 7. März, um 21.10 Uhr in ORF 2 mit der Würde der Frau: Das Bewusstsein, Frauen nicht misshandeln zu dürfen, ist in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen – ebenso wie die Zahl der Anzeigen und der Hilfsangebote. Dennoch sind die österreichischen Frauenhäuser überfüllt. Ein großer Anteil der Frauen, die dort Schutz suchen, hat Migrationshintergrund. Die Gewaltschutzzentren und Frauennotrufe hingegen verzeichnen mehr Österreicherinnen, die sich an sie wenden. Warum ist das so? Stimmt es, dass Gewalt gegen Frauen in „den besten Familien“ vorkommt, sind Migrantinnen stärker betroffen? Wie gelingt die Flucht aus einer gewalttätigen Beziehung? Wie schaffen es Frauen – auch mit Hilfe der Schutzeinrichtungen – ihre Würde zurückzubekommen? Der „Kulturmontag“ befasst sich am 7. März ab 22.30 Uhr im Rahmen des Magazins mit dem Weltfrauentag und zeigt anschließend den Film „Blitzgescheit, gut ausgebildet, weiblich“ – eine filmische Analyse der Chancen für Frauen im österreichischen Kulturbetrieb.

„Report“ am Weltfrauentag: Eigenständige Frauen, Integration und neue „Frauen-Freunde“

Im „Report“ (Dienstag, 8. März, 21.10 Uhr, ORF 2) geht es um „Eigenständige Frauen und Integration“: Wie gelingt ein würdiges, selbstbestimmtes Leben? Was brauchen Frauen aus anderen Kulturkreisen, um ihre Rechte in Anspruch zu nehmen? Außerdem: „Die neuen ‚Frauen-Freunde‘“: Wenn es um mutmaßlich gefährliche Ausländer geht, überbieten sich viele Männer nun in Frauenfreundlichkeit. Wie ernst ist das? Können sich Frauen auch bei ihren Alltagsproblemen auf diese neuen Helfer verlassen?

„Käthe Leichter. Eine Frau wie diese“ – „kreuz und quer“-Porträt am Weltfrauentag (8. März, 22.30 Uhr, ORF 2 und 9. März, 20.15 Uhr, ORF III)

Als Käthe Leichter 1925 das Frauenreferat der Wiener Arbeiterkammer übernimmt, macht sie daraus das weltweit erste Zentrum der Frauenforschung. Als Sozialwissenschafterin vollzieht sie anhand von Interviews und Massenumfragen überdies einen Perspektivenwechsel: Sie sprach selbst mit den Frauen und bezieht sie in ihre Untersuchungen ein. Und sie wusste sich der neuen Kommunikationsformen Film und Radio für ihre reformpolitischen Anliegen zu bemächtigen. Ihre Publikationen „Handbuch der Frauenarbeit“ und „So leben wir“ setzen bis heute Maßstäbe. Helene Maimanns Doku zeichnet ein Bild der Wissenschafterin, Politikerin und Frauenrechtlerin. Käthe Leichter studiert als eine der ersten Frauen Staatswissenschaften, politische Ökonomie, Geschichte und Statistik. Nach dem „Anschluss“ wird sie verhaftet. Sie ist das geborene Feindbild der Nazis:
Frauenrechtlerin, Intellektuelle, Radikale, Jüdin, Widerständlerin. Ende 1939 wird sie ins KZ Ravensbrück deportiert und im März 1942 ermordet.
Einblick in den Alltag iranischer Schulmädchen gibt „kreuz und quer“ danach (23.25 Uhr) in „Tag der Pflicht“. Mit „Wüstenblume“ (00.20 Uhr) folgt die internationale Verfilmung des autobiografischen Bestsellers von Waris Dirie.

„heute“-Familie“, „Barbara Karlich Show“, „Radio Wien und „Wien heute“ zum Frauentag

Seit 2006 misst der „Global Gender Gap Report“ des Weltwirtschaftsforums in mehr als 140 Staaten den Fortschritt in der Geschlechtergleichstellung. Österreich belegte beim letzten Ranking den enttäuschenden 39. Rang. Unter dem Titel „Wo steht Österreich? – Eine Bestandsaufnahme zum internationalen Frauentag“ gibt ab 2. März eine fünfteilige „heute leben“-Serie (17.30 Uhr, ORF 2) der Statistik am Beispiel von drei Regionen eine reales Gesicht. „Heldinnen des Alltags“ widmet sich „heute mittag“ von 7. bis 11. März (13.15 Uhr, ORF 2): Im Mittelpunkt einer fünfteiligen Serie stehen eine Briefträgerin, eine Justizwachebeamtin, eine blinde Sozialarbeiterin mit zwei Kindern, eine Fahrradbotin, die auch als Poetry-Slammerin werkt, und eine Schuldirektorin, die schon einmal ein Kinderbett in ihrer Direktion aufstellt, damit die Mutter weiterhin die Schulbank drücken kann. „heute konkret“ (18.30 Uhr, ORF 2) setzt vom 7. bis 11. März die Serie „Starke Frauen am Land“ fort, in deren Mittelpunkt besondere Leistungen österreichischer Bäuerinnen in den Bereichen „Konsumentenschutz“, „Soziales und Gesellschaft“ sowie „Wirtschaft und Innovation“ stehen. In der „Barbara Karlich Show“ wird am 8. März (16.00 Uhr, ORF 2) zum Thema „Frauen an die Macht! Die Quote muss her“ diskutiert. „Radio Wien“ informiert am Weltfrauentag den ganzen Tag über spezielle Frauen und spielt deren Songs. „Wien heute“ berichtet über Frauen in Film und Fernsehen.

„zeit.geschichte“-Abend in ORF III Kultur und Information über die Anfänge der Frauenbewegung in Österreich sowie Porträts von Johanna Dohnal und Bertha von Suttner

ORF III Kultur und Information würdigt den Weltfrauentag bereits am Samstag, dem 5. März, mit einem dreiteiligen „zeit.geschichte“-Abend, der folgende Dokumentationen präsentiert: die neue ORF-III-Produktion „Kampf der Frauen – Anfänge der Frauenbewegung in Österreich“ (20.15 Uhr) sowie Dakapos der Filme „Johanna Dohnal – Das Leben einer Unbequemen“ (21.00 Uhr) in einer Überarbeitung von ORF III und „Das unglaubliche Leben der Bertha von Suttner“ (21.50 Uhr).

„Wüstenblume“, „Rosa Luxemburg“ und „Lange Nacht der Mädchengeschichten“ in 3sat

3sat zeigt am 8. März um 20.15 Uhr den auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman und Weltbestseller von Waris Dirie basierenden Spielfilm „Wüstenblume“ von Sherry Hormann mit Liya Kebede in der Hauptrolle. Um 22.40 Uhr steht Margarethe von Trottas Biografie „Rosa Luxemburg“ mit Barbara Sukowa in der Titelrolle auf dem Programm. Nach einem „Wüstenblume“-Dakapo (1.25 Uhr) folgt eine „Lange Nacht der Mädchengeschichten“ mit fünf Dokumentarfilmen.

Das ORF.at-Netzwerk und der ORF TELETEXT bringen Storys im Rahmen ihrer aktuellen Berichterstattung. Die ORF-TVthek stellt ein aus Sendungen und Beiträgen des TV-Programmschwerpunkts bestehendes Video-on-Demand-Themenpaket zusammen.

Flimmit verbindet den kommenden Weltfrauentag mit einer thematisch passenden Filmkollektion zur diesjährigen Diagonale. Die speziell für das Festival angelegte Kollektion wird vom Neo-Intendanten-Duo Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber anlässlich des Internationalen Weltfrauentags am 8. März zum Thema „Frauen“ kommentiert, empfohlen und kuratiert. Die Kollektion enthält Teilnehmerfilme, Nominierte und Gewinner der Diagonale aus den vergangenen Jahren und startet am 2. März auf www.flimmit.com

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