Korun: Humanitären Notstand in Griechenland verhindern statt Fingerzeig auf Frontex

Grüne Landesrätin Berthold: Anpacken und konkrete Hilfe stehen jetzt im Vordergrund

Wien (OTS) - Korun: "'Dank' des Grenzschließungs-Dominos von Innenministerin Mikl-Leitner und Außenminister Kurz am Westbalkan irren inzwischen 25.000 Schutzsuchende in Griechenland umher und 7000 sind an der griechisch-mazedonischen Grenze gestrandet. Dieser sich direkt ankündigende humanitäre Notstand mit tausenden in Griechenland gestrandeten unversorgten Schutzsuchenden muss dringend gestoppt werden. Statt Griechenland mit der Verantwortung völlig alleine zu lassen und zu erpressen, brauchen wir eine geordnete Aufnahme von Schutzsuchenden in Registrierungszentren vor Ort und in Italien, aber genauso ihre anschließende Aufteilung auf mehrere EU-Länder. Sonst wird Griechenland zusammenbrechen. Darauf scheint es die österreichische Regierung leider anzulegen“, stellt Alev Korun, Menschenrechtssprecherin der Grünen, fest.

Die für Integration zuständige Salzburger Landesrätin, Martina Berthold, ergänzt: „Nach dem Florianiprinzip die Grenzen dicht zu machen und Griechenland sowie Italien die alleinige Verantwortung zuzuschieben, lehnen wir entschieden ab. Unsere Energien stecken wir Grüne in Lösungen. Darüber tauschen sich heute in Salzburg über 150 Grüne GemeindevertreterInnen über gelungene Projekte des Zusammenlebens in ihren eigenen Gemeinden und Städten aus. Es ist ermutigend, wie viele Menschen einfach anpacken und das konkrete Helfen in den Vordergrund stellen.“

Korun: „Statt des Fingerzeigs auf Frontex oder Griechenland, wie von Verteidigungsminister Doskozil betrieben, geht es um die konkrete Stärkung der Aufnahmestrukturen. Die Menschen kommen, weil es in Syrien, im Irak, in Afghanistan und in anderen Ländern Krieg und systematischen Mord gibt. Vertriebene lassen sich von einer ominösen 'Grenzsicherung' mit oder ohne Frontex nicht aufhalten, weil es um deren Überleben und Lebensperspektiven geht. Weg mit dem Domino-Spiel mit Menschenleben, zurück zum Verhandlungstisch für eine Aufteilung von in der EU ankommenden Schutzsuchenden. Sollte das zahlenmäßig nicht erfolgen, müssen mindestens die Versorgungskosten fair aufgeteilt werden. Jene Länder, die die Aufnahme von Flüchtlingen verweigern, wie etwa Ungarn, sollten dann entsprechend weniger vom EU-Budget bekommen".

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