Gewerkschaft vida: WKÖ-Transportsparte soll „Kirche im Dorf lassen“

Hebenstreit: Verlagerung des Straßengüterverkehrs ist europäische und nationale Zielvorgabe – Delfs: Kreativität bei KV-Verhandlungen beweisen

Wien (OTS) - „Die Wirtschaftskammer möge die Kirche im Dorf lassen“, stellt Roman Hebenstreit, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida, fest. „Einfach zu durchschauende Vereinnahmungsversuche der Beschäftigten im Transportbereich helfen in der aktuellen Diskussion um die Grenzkontrollen niemandem weiter. Die Wortmeldung des Obmanns der WKÖ-Bundessparte Transport und Verkehr, Alexander Klacska, zur Verlagerung des Straßenverkehrs auf die Schiene stellt sich nicht gerade wie die Spitze aller lösungsorientierten Ansätze dar“, sagt Hebenstreit. „Die Wirtschaftskammer ist aufgefordert, bei den stockenden Kollektivvertragsverhandlungen im Straßengüterbeförderungsgewerbe unter Beweis zu stellen, wie konstruktiv sie sein kann“, fordert Karl Delfs, Bundessekretär des vida-Fachbereichs Straße.++++

„Fakt ist, die Reduktion des Straßengüterverkehrs durch Verlagerung auf die Schiene ist sowohl nationale als auch europäische Zielvorgabe. Das kann auch die Wirtschaftskammer nicht übergehen. Nachzulesen ist das etwa im Weißbuch Verkehr der EU-Kommission oder in entsprechenden Beschlüssen der Bundesregierung“, so Hebenstreit weiter. „Daher sollte nicht lange auf dem Rücken der Wirtschaft und der Beschäftigten herumgedoktert und an antiquierten Systemen festgehalten werden. Nehmen wir die aktuelle Grenzproblematik zum Anlass und tragen wir durch die Verlagerung auf die Schiene zu einer konstruktiven Lösung bei“, appelliert Hebenstreit an die Wirtschaftskammer.

Delfs: „Lohndrückerei werden wir nicht zulassen“

vida-Gewerkschafter Delfs kritisiert, dass der zuständige Fachverband die Diskussion um die Grenzkontrollen ausnützen wolle, um sich vor der kollektivvertraglich fixierten Abgeltung von Steh- und Wartezeiten der LKW-FahrerInnen zu drücken. „Lohndrückerei werden wir nicht zulassen. Diskussionen um Grenzkontrollen und deren Kosten dürften nicht auf den Rücken der schwächsten Glieder in der Kette abgeladen werden. Nichts hält die Wirtschaftskammer davon ab, mit uns bei den KV-Verhandlungen für eine höhere Attraktivität der Arbeitsplätze in der Straßengüterbeförderung zu sorgen“, bekräftigt Delfs.

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