ÖGB-Anderl: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit

Gender Pay Gap: Österreich bei Einkommensgerechtigkeit EU-weit an vorletzter Stelle

Wien (OTS) - „Wenn Mann und Frau einer gleichwertigen Beschäftigung nachgehen, so muss es doch endlich selbstverständlich sein, dass sie auch gleich bezahlt werden“, fordert Renate Anderl, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende. Dass die Forderung der ersten Stunde ‚Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit‘ bis dato nichts an Brisanz verloren hat, zeigen die aktuellen Zahlen von Eurostat. Laut dem Gender Pay Gap – dem Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern -liegt Österreich EU-weit auch 2014 mit 22,9 Prozent an vorletzter Stelle.

„Dass sich Jahr für Jahr nichts ändert, ist schlicht und einfach inakzeptabel“, ärgert sich Anderl. Die ÖGB-Frauen fordern neben einem kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.700 Euro, einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem ersten Lebensjahr und flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen mit Öffnungszeiten, die Müttern auch eine Vollzeitbeschäftigung ermöglichen und zu einer tatsächlichen Wahlfreiheit führen. „Nur mit konkreten Maßnahmen schaffen wir es, uns aus der Position des Einkommensgerechtigkeits-Entwicklungslandes in der EU zu befreien. Neben umfassenden Maßnahmen am Arbeitsmarkt und auf Unternehmensebene braucht es aber auch gesellschaftliche Veränderungen – vom Aufbrechen veralteter Rollenbilder bis zur Arbeitsbewertung“, so Anderl.

Obwohl Frauen hierzulande bei den Bildungsabschlüssen aufgeholt und die Männer sogar übertroffen haben, werden sie schlechter bezahlt und bekommen kaum eine Chance zu beweisen, was sie können. „Jeder Euro, der Frauen weniger bezahlt wird, bedeutet in späterer Folge weniger Pension und ein Leben in Armut. In Spitzenpositionen, wo Entscheidungen getroffen werden und die Entlohnung höher ist, sind sie ganz selten anzutreffen. Wir können uns das Schneckentempo, indem Frauenprobleme angegangen werden, nicht länger leisten“, sagt die ÖGB-Vizepräsidentin.

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