Schwentner: Kinderbetreuungsgeld NEU ist Hürdenlauf für Eltern

Grüne fordern Rechtsanspruch und Kündigungsschutz beim Papamonat

Wien (OTS) - „Das neue Kinderbetreuungsgeld-Konto ist extrem komplex, für Eltern unüberschaubar und ein regelrechter Hürdenlauf. Wenn der Papamonat genau so kommt, wie ihn Familienministerin Karmasin vorgelegt hat, dann wird er zur Falle für Väter. Denn in Wahrheit will die ÖVP den Papamonat gar nicht. Genau das lese ich im Gesetzesvorschlag. Zu glauben, dass Väter den Papamonat in Anspruch nehmen werden, ist sehr blauäugig, weil sie darauf keinen Rechtsanspruch haben, in dieser Zeit gekündigt werden können und auch nicht sozialversichert sind. Dieses Risiko können nicht viele Männer eingehen. Zudem handelt es sich bei den 700 Euro, die Väter in dieser Zeit bekommen, eben nicht um einen ‚Bonus‘, sondern das Geld wird vom Gesamtbetrag pro Kind abgezogen. Wir fordern daher einen Rechtsanspruch auf den Papamonat und eine arbeits- und sozialrechtliche Absicherung für Väter. Und natürlich dürfen die 700 Euro nicht vom Konto abgezogen werden“, stellt die Grüne Sozialsprecherin Judith Schwentner fest.

„Der Papamonat wird zum Minderheitenprogramm gemacht, denn nur wer sieben Monate davor durchgehend beschäftigt war, kann nach der Geburt des Kindes zu Hause bleiben. Junge Väter aus der Generation Praktikum, Zivildiener, Menschen in Ausbildung oder im Krankenstand werden einfach ausgeschlossen. Die starre Voraussetzung, dass Väter mindestens 31 Tage durchgehend im Papamonat bleiben müssen, schließt zudem Männer, die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind aus. Diese haben schon jetzt einen Rechtsanspruch auf eine Frühkarenz, allerdings nur für 28 Tage“, sagt Schwentner weiter.

Absolut enttäuschend ist auch die Benachteiligung von Alleinerziehenden an der sich nur wenig geändert hat. Paare haben weiterhin mehr Geld und auch Zeit für die Kinderbetreuung zur Verfügung. Zusätzliche Monate bekommen Alleinerziehende weiterhin nur in absoluten Härtefällen. Nach einer Trennung können Väter keinen Papamonat in Anspruch nehmen. „Ich zähle auf die Unterstützung von SPÖ und Frauenministerin Heinisch-Hosek, dass die Hürden für mehr Väterbeteiligung im Gesetz noch ausgeräumt werden“, meint Schwentner abschließend.

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