• 25.02.2016, 09:24:59
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Junge Industrie: Keine weiteren Pensionsreformen zu Lasten der Jüngeren

JI-Vorsitzende Niss: Jüngere tragen bereits jetzt Hauptlasten, Fairness nicht gegeben – Ulrich Schuh: Neue Studie zeigt starke und fragwürdige Umverteilungswirkung im bestehenden System

Utl.: JI-Vorsitzende Niss: Jüngere tragen bereits jetzt Hauptlasten,
Fairness nicht gegeben – Ulrich Schuh: Neue Studie zeigt
starke und fragwürdige Umverteilungswirkung im bestehenden
System =

Wien (OTS/PdI) - „Angesichts des bisherigen Verlaufs der Debatte
stellt sich ohnehin die Frage, ob es nicht besser wäre den
‚Pensionsgipfel‘ auf ein Datum nach dem Wahlkampf zu verlegen. So
oder so muss eines klar sein: Die jüngeren Generationen müssen
bereits jetzt die Hauptlasten im Pensionsbereich tragen – weitere
Belastungen müssen hier ausgeschlossen werden, bereits jetzt ist die
Fairness im System nicht mehr gegeben. Die Jungen müssen zudem in
Zukunft bei allen Diskussionen über das Pensionssystem mit
eingebunden werden“, so die Bundesvorsitzende der Jungen Industrie
(JI), Dr. Therese Niss. Bereits Ende 2015 hatte die JI eine Studie
des Wirtschaftsforschungsinstitutes EcoAustria vorgestellt, die die
Umverteilungswirkung zwischen einzelnen Pensionsarten beleuchtet.
„Bereits hier hatte sich gezeigt, dass die bisherigen Reformen,
Ausnahmen und Sonderregelungen im Pensionssystem zu sehr fragwürdigen
Effekten führen. Bisher konnte uns noch niemand erklären, warum es
gerecht sein soll, dass verschiedene Pensionsarten in derart
unterschiedlicher Höhe bezuschusst werden“, so Niss.

Beim zweiten Teil der Studie wurde der Fokus auf die
intergenerative Umverteilungswirkung des Pensionssystems gelegt. Niss
zu den Ergebnissen: „Es ist ja irgendwo unvermeidlich, dass die
jüngeren Generationen weniger aus dem Pensionssystem herausbekommen
werden. Aber angesichts der eklatanten Ungleichbehandlung mancher
Jahrgänge darf es hier zu keinen weiteren Belastungen kommen.
Außerdem müssen wir gerade angesichts dieser Ergebnisse einmal mehr
einen echten Automatismus im Pensionssystem einfordern – ein solcher
wäre jedenfalls fairer als die aktuelle politische Willkür.“ Auf
lange Sicht am besten wäre sicherlich, so Niss, die Systemumstellung
auf ein beitragsorientiertes System. „In einem ersten Schritt sollte
aber jedenfalls für mehr Transparenz gesorgt werden. Am Pensionskonto
sollte für jedermann ersichtlich sein, welche Pension er oder sie
erwarten kann, und welcher Teil davon aus eigenen Beiträgen,
Ersatzzeiten oder eben Steuerzuschüssen kommt.“

Schuh: Verteilungswirkungen sollten immer in Betrachtung
einfließen.

„Es ist im Grunde erschreckend, dass offenbar noch niemand einen
genauen Blick auf die doch erheblichen Umverteilungseffekte innerhalb
des Pensionssystems geworfen hat. Die Verteilungswirkung sollte
jedenfalls bei allen zukünftigen Reformen in die Überlegungen mit
einfließen“, so Dr. Ulrich Schuh, Chef des Forschungsinstitutes
EcoAustria. „Die Studie zeigt klar, dass gegenwärtig einerseits weder
die finanzielle Nachhaltigkeit gegeben, noch andererseits das
gegenwärtige System aus dem Blickwinkel der Fairness positiv zu
beurteilen ist.“ So sinke das Leistungsniveau im Pensionssystem für
Jüngere sehr deutlich ab, wobei „die Jahrgänge zwischen 1972 und 1986
sicherlich die Hauptbetroffenen sind“, so Schuh. Auch aus Sicht
Schuhs seien daher „zusätzliche Belastungen für bestimmte Jahrgänge
derzeit nicht vertretbar. Demgegenüber könnten Bereinigungen der
horizontalen Umverteilung (d.h. etwa Streichung der Hackler-,
Schwerarbeiterpensionen u.ä.) zur mittel- bis langfristigen
finanziellen Stabilisierung beitragen.“

Aus Sicht der Jüngeren sei seiner Meinung nach „erstens eine
Verringerung nicht intendierter Umverteilungswirkungen zur
Herstellung von mehr Fairness im Pensionssystem einzufordern“, wie
Schuh ausführte. „Zweitens sollte bei künftigen Pensionsreformen der
Beachtung der Verteilungswirkungen eine zentrale Bedeutung bei der
Gestaltung zukommen.“ Drittens müsse es dringend gelingen, die
finanzielle Nachhaltigkeit der Pensionsversicherung sicherzustellen.
„Denn nur dann kann es gelingen, dass auch für die junge Generation
die Altersvorsorge vorhersehbar und planbar wird“, so Schuh.

Die Studie als Download:
http://www.jungeindustrie.at/dokumente/78/EcoAustria_Studie_Verteilun
gPensionen_Konsolidiert.pdf

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