- 25.02.2016, 08:59:22
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VKI: Rezeptfreie Medikamente – jedes zweite „mit Einschränkung“ oder „wenig geeignet“
15 der 30 meistverkauften Mittel sind nur mit Vorbehalt zu empfehlen
Utl.: 15 der 30 meistverkauften Mittel sind nur mit Vorbehalt zu
empfehlen =
Wien (OTS/VKI) - Bei Schmerzen, Erkältungen oder ähnlichen
Beschwerden greifen Verbraucherinnen und Verbraucher häufig zu
rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke. Doch nicht immer ist die
Wirksamkeit dieser Mittel auch ausreichend belegt. Der Verein für
Konsumenteninformation (VKI) hat die 30 meistverkauften Präparate
erhoben und auf ihre Zusammensetzung und medizinische Eignung hin
überprüft. Das Resultat: Von 30 sogenannten „Blockbustern“ sind 12
„geeignet“ und drei weitere „auch geeignet“. Sieben Mittel sind nur
„mit Einschränkung“, acht überhaupt nur „wenig geeignet“. Die
Ergebnisse im Überblick und weitere Informationen zum Thema gibt es
ab sofort in der Märzausgabe der Zeitschrift KONSUMENT und unter
www.konsument.at.
Spitzenreiter unter den 2015 verkauften rezeptfreien Medikamenten
ist „Mexalen“, das gegen Schmerzen und Fieber eingesetzt wird. Auch
andere Erkältungs- und Schmerzmittel liegen in der Verkaufsstatistik
weit vorne. Dabei werden neben sogenannten Monopräparaten auch Mittel
angeboten, die mehrere Wirkstoffe kombinieren. Unter den 30
meistverkauften rezeptfreien Medikamenten finden sich mit Thomapyrin
(ASS + Paracetamol + Coffein) und Aspirin Complex (ASS +
Pseudoephedrinhydrochlorid) gleich zwei derartige
„Kombinationspräparate“.
Ausreichende Belege dafür, dass Kombinationspräparate besser
wirken als Monopräparate gibt es derzeit freilich nicht. Im
Gegenteil: Die Einnahme kann sogar mit einem höheren Risiko verbunden
sein, weil sich mögliche unerwünschte Nebenwirkungen addieren. Aus
medizinischer Sicht besteht daher kein Grund, mehrere Wirkstoffe in
einem Mittel zu kombinieren. Dennoch werden entsprechende Präparate
intensiv beworben und gekauft.
Andere Mittel wiederum werden mit Vitamin C versetzt, so z.B.
Aspirin C (ASS + Vitamin C) oder Mexa-Vit C Ratiopharm (Paracetamol +
Vitamin C). Derartige Präparate kosten in der Regel mehr, wobei der
Nutzen fraglich ist. Im Normalfall wird über die Nahrung bereits
genug Vitamin C aufgenommen. Durch Medikamente oder
Nahrungsergänzungsmittel zugeführte Vitamine sind daher nicht nötig
und werden vom Körper auch sofort wieder ausgeschieden.
SERVICE: Den ausführlichen Testbericht gibt es ab 25.02.2016 im
März-KONSUMENT und online unter www.konsument.at. Die Bewertung der
Präparate erfolgte in Kooperation mit der deutschen Stiftung
Warentest und wurde von einem Expertengremium vorgenommen. Als
Grundlage dienten klinische Studien und medizinische Fachliteratur.
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