Primärversorgung 2020 (1)

Die Alternative der Ärztekammer

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer hat heute ein neues Konzept „Primärversorgung 2020“ vorgestellt. „Dieses wurde von Ärzten erarbeitet. Also von Praktikern der Gesundheitsversorgung, die den Bedarf der Patienten sehr gut kennen und beurteilen können, welche Ansprüche an eine gut funktionierende Primärversorgung zu stellen sind“, sagte Dr. Johannes Steinhart, Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, auf einer Pressekonferenz in Wien.

„Primärversorgung 2020“ ist ein konkretes, flexibles Modell für eine Weiterentwicklung der allgemeinmedizinischen Primärversorgung. „Patienten erhalten damit die Möglichkeit, sich unter diesen vielfältigen Optionen der Primärversorgung die auszusuchen, die ihren persönlichen Vorstellungen und ihrem Gesundheitszustand am besten entspricht“, so Steinhart. „Und sie verlieren dabei nicht ihren Hausarzt und profitieren von längeren Ordinationszeiten.“

Hausarzt, Gruppenpraxis, Erweiterte Gruppenpraxis

„Primärversorgung 2020“ beruht auf dem Konzept Hausarzt, Gruppenpraxis mit zwei oder mehreren Partnern, Erweiterte Gruppenpraxis. Ein Eckpfeiler ist dabei die Vernetzung von Gesundheits-Einrichtungen, die nach den jeweiligen regionalen Bedingungen abzustimmen ist.

„In jeder Einrichtung der Primärversorgung wird ein definiertes Mindest-Leistungsspektrum angeboten. Je nach dem Ausmaß der Öffnungszeiten, der Vernetzung mit anderen Einrichtungen, der Breite des medizinischen Leistungsangebots oder der Ausbildung von Nachwuchsmedizinern muss auch die Finanzierung durch die Krankenkassen bzw. des Bundeslandes variieren“, führt Steinhart aus. „Weil ein höheres Leistungsangebot in einer Praxis auch einen höheren Aufwand und höhere Kosten und Investitionen bedeutet, muss natürlich einem Mehr an Leistung auch eine dementsprechende Finanzierung gegenüberstehen. Insgesamt sollte auch hier das Prinzip ‚Geld folgt Leistung‘ angewandt werden.“

Steinhart: „Primärversorgung findet ausschließlich im Rahmen des Gesamtvertrages statt, des Kollektivvertrages für Kassenärzte, der zwischen der Ärztekammer und den Sozialversicherungen abgeschlossen wird.“

Für die Erweiterte Gruppenpraxis, aber auch für die regional vernetzten Ordinationen können mobile Krankenschwestern, Sozialarbeiter, Ernährungsberater, Wundmanager, Ordinationsmanager etc. vom Arzt beschäftigt und/oder von der Gemeinde, den Ländern oder den Krankenkassen zur Verfügung gestellt werden. „Ein weiterer Vorteil dieser Zusammenarbeitsformen wären erweiterte Öffnungszeiten sowie die Übernahme von Leistungen aus den Spitalsambulanzen“, so Steinhart.

Ein wesentlicher Eckpfeiler von „Primärversorgung 2020“ ist die Vernetzung. „Diese ist nach den jeweiligen regionalen Gegebenheiten abzustimmen, wird also in einer größeren Stadt anders aussehen als in ländlichen Regionen mit langen Wegstrecken zwischen den Institutionen“, führt Steinhart aus. (bk)(Forts.)

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