LK Niederösterreich forciert direkten Dialog zwischen Bauern und Gesellschaft

Mitmachkampagne unter https://www.unserelandwirtschaffts.at/

St. Pölten (OTS) - Am Donnerstag, 18. Februar, stellte die Landwirtschaftskammer Niederösterreich unter dem Motto "Bäuerinnen und Bauern als Botschafter" rund 200 teilnehmenden Bäuerinnen und Bauern praktische Werkzeuge für die Land- und Forstwirtschaft vor. Ein Höhepunkt: Mit der neuen Mitmachkampagne
https://www.unserelandwirtschaffts.at/ unterstützt die LK Landwirte,
die ihren Betrieb und ihre Arbeit Kunden und Interessierten näherbringen möchten. Die Kampagne soll laufend ausgebaut werden.

Die Geschichte der Land- und Forstwirtschaft erzählt niemand besser als die Bäuerinnen und Bauern selbst. Niemand ist authentischer, glaubwürdiger und interessanter für die Öffentlichkeit als diejenigen, die selbst tun, worüber sie sprechen. Das haben auch die Bäuerinnen und Bauern längst erkannt: In NÖ glauben 73% von ihnen, dass die größte Wirksamkeit PR-Maßnahmen erzielen, die sie selbst setzen. 95% der Bauern halten eine stärkere PR über die "echte" Landwirtschaft für sehr wichtig und eher wichtig. Die LK NÖ versteht dies als Auftrag, bestehende Angebote in diesem Bereich auszubauen und neue zu schaffen, um niederösterreichische Betriebe künftig noch besser dabei zu unterstützen, selbst aktiv zu werden.

"Wir wollen Landwirte dazu ermutigen über die Normalität des täglichen Arbeitslebens am Betrieb zu erzählen. Im Gesangsverein, am Stammtisch oder bei der Freiwilligen Feuerwehr", erklärt LK-Vizepräsidentin Theresia Meier und appelliert an das Selbstvertrauen der Bäuerinnen und Bauern. "Wichtig ist, dass wir uns die 'Expertenrolle' im öffentlichen Diskurs nicht von Gruppen mit nicht-bäuerlichen Interessen wegnehmen lassen." Denn die Gesellschaft ist auf realistische Fakten in Bezug auf Land- und Forstwirtschaft mehr denn je angewiesen: Hatten früher noch deutlich mehr Menschen einen direkten Bezug zum Agrarsektor, so können heute über 33% der Bevölkerung überhaupt keine praktischen Erfahrungen im Bereich der Land- und Forstwirtschaft mehr vorweisen. Diesem Umstand will die Interessenvertretung mit mehr und besserer Information begegnen, damit Verständnis und Vertrauen in die bäuerliche Arbeit erhalten bleiben.

Bäuerinnen und Bauern nehmen ihr Image in die Hand

Die Bevölkerung soll wissen, dass die Bäuerinnen und Bauern jedem Interessierten mit Wissen aus der Praxis zur Seite stehen. Dafür braucht es nicht immer nur große Veranstaltungen, wie Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger weiß: "Kommunikation findet auch im Kleinen, im privaten Umfeld statt. Es ist wichtig, dass das Image gut und das Vertrauen in die Land- und Forstwirtschaft groß ist. Nur so werden die Konsumenten zu unseren Lebensmitteln greifen." Jeder Einzelne kann somit zu einem wichtigen Akteur werden und beim Arzt, am Stammtisch oder über Facebook Öffentlichkeitsarbeit für seinen Beruf betreiben. "Wir Bäuerinnen haben bei Aktionstagen und der Schultütenaktion bereits viel Erfahrungen gesammelt und wir laden alle agrarischen Organisationen und alle Bauern zur Mitarbeit ein", so die Landesbäuerin.

Dafür müssen allerdings alle klar an einem Strang ziehen. "Wir sollten als Landwirtschaft mit einer Stimme sprechen und uns nicht selbst auseinanderdividieren. Egal welchen Betriebszweig wir gewählt haben, egal ob wir biologisch oder nachhaltig konventionell wirtschaften: Trotz der großen Vielfalt in der Landwirtschaft sind die wesentlichen Anliegen dieselben", ist Meier überzeugt. Der Zusammenhalt der Branche ist vor allem bei schwierigen Themen und kritischen Stimmen gefragt. "Bäuerinnen und Bauern sitzen trotz ihrer Vielfalt in einem Boot. Wenn dieses ein Loch hat, hilft es keinem, schadenfroh darauf hinzuweisen, dass das Loch ohnehin auf der anderen Seite sei", erklärt auch Wirtschaftscoach Christine Hackl, die bei der Tagung für zusätzliche Inputs sorgte. Besonders eine Forderung lag ihr am Herzen: "Bäuerinnen und Bauern müssen raus aus der Opferhaltung. Es ist wichtig, mit Kritik und unangenehmen Themen professionell umzugehen."

Die neuen Service-Angebote stehen auf der Homepage www.unserelandwirtschaffts.at/ für Interessierte bereit: Dazu zählt zum einen die Broschüre "Werkzeugkoffer: Praktische Öffentlichkeitsarbeit für Haus und Hof". Sie soll Bäuerinnen und Bauern Tipps, Tricks und Ideen für ihren Auftritt in der Öffentlichkeit liefern. Kurse und Seminare im Bereich Persönlichkeitsbildung und Öffentlichkeitsarbeit werden auf der Website gebündelt präsentiert. In der Rubrik "Ideenschatz" finden Landwirte Spiele, Daten, Fakten für große und kleine Besucher am Hof und schließlich werden auch Mitmachangebote wie Poster oder Bilder für Facebook angeboten. Zusätzlich können sich Bäuerinnen und Bauern auf der Homepage präsentieren und ihren Berufskollegen sowie den Konsumenten sagen, warum sie gerne in der Land- und Forstwirtschaft arbeiten.
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