„Kulturmontag“: Harsche Oscar-Kritik, größte Bosch-Ausstellung, Türkeis Kurdenkrieg – dazu Autor Cengiz Günay im Studio

Außerdem: Dokumentation „Glamour – Die perfekte Illusion“

Wien (OTS) - Kurz vor der 88. Oscar-Verleihung (am 28. Februar) befasst sich der von Martin Traxl präsentierte „Kulturmontag“ am 22. Februar 2016, um 22.30 Uhr in ORF 2 mit dem begehrtesten Filmpreis der Welt, um den seit Bekanntgabe der Nominierungen u. a. eine Rassismus-Debatte entbrannt ist. Aber auch Österreichs Beitrag zum Kurzfilm-Oscar – „Alles wird gut“ von Patrick Vollrath – steht im Fokus. Weitere Themen der Sendung sind u. a. die große Hieronymus-Bosch-Ausstellung zum 500. Todestag des Malers in den Niederlanden sowie die aktuelle Situation für Erdogan-kritische bzw. prokurdische Journalisten, Künstler und Intellektuelle in der Türkei. Dazu ist Buchautor Cengiz Günay live im Studio. Nach dem Magazin steht um 23.30 Uhr die Dokumentation „Glamour – Die perfekte Illusion“ von Galeshka Moravioff auf dem Programm, die untersucht, was Glamour eigentlich ausmacht. Details zum ORF-Programmschwerpunkt „Oscars 2016“ unter presse.ORF.at.

Wie rassistisch und sexistisch sind die Oscars? Die Kritik am „weißen“ Hollywood

Weiß, weißer, Oscars! So scherzten einige amerikanischen Medien, nachdem heuer zum zweiten Mal in Folge ausschließlich weiße Schauspielerinnen und Schauspieler für einen Oscar nominiert wurden. Den meisten ist allerdings nicht zum Scherzen zumute. Regisseur Spike Lee, der Schauspieler Will Smith und seine Gattin Jada Pinkett-Smith riefen zum Boykott auf. Die für die Nominierungen zuständige Academy reagierte auf die harsche Kritik zwar so schnell wie noch nie und kündigte historische Reformen an – doch bisher ist es bei der Ankündigung geblieben. Auch der Vorwurf, Frauen in wichtigen Kategorien zu übergehen, ist neu aufgeflammt: für die Kategorie „Beste Regie“ sind ausschließlich Männer nominiert.
In wenigen Tagen werden die Oscars 2016 vergeben: Der „Kulturmontag“ geht der Frage nach, wie rassistisch und sexistisch Hollywood tatsächlich ist, und wirft einen Blick auf Filme wie „Tangerine“ oder „Beasts of No Nation“, die von der Academy zu Unrecht ignoriert wurden. Im Beitrag zu Wort kommen u. a. die Präsidentin der Academy, Cheryl Boone Isaacs, der Bürgerrechtler Al Sharpton, der Chefredakteur des „Hollywood Reporter“ und der Rapper und Schauspieler Ice Cube.

Die Alpträume des Hieronymus Bosch – Die Prachtausstellung zum 500. Todestag des Malers

Eine Welt voller Angst, Schrecken und Wollust: Die Bilder von Hieronymus Bosch verstören bis heute. Doch so rätselhaft wie seine Malerei war auch das Leben des niederländischen Künstlers. In s’Hertogenbosch im Herzogtum Brabant um 1450 als Jeroen van Aken geboren, gibt es über Boschs Biografie nur wenig Fakten, aber viele Vermutungen. Zum 500. Todestag des berühmten Sohnes ehrt ihn seine Heimatstadt mit zahlreichen Veranstaltungen, darunter mit der bisher größten Ausstellung seines Oeuvres, das erstaunlich klein ist. Von Bosch sind nur 45 Bilder und Zeichnungen erhalten, verstreut auf alle großen Museen der Welt. Für die Ausstellung „Hieronymus Bosch – Visionen eines Genies“ ist es gelungen, fast alle Werke nach s’Hertogenbosch zu bringen. Außerdem ist ein Forscherteam sechs Jahre durch die Welt gereist, um Boschs Kunst mit Hilfe neuester Techniken zu analysieren. Der „Kulturmontag“ war beim Auftakt der Feierlichkeiten mit dabei und hat sich auf die niederländischen Spuren des Malergenies begeben.

Hexenjagd auf kurdische Kultur – Wie Präsident Erdogan Journalisten und Künstler mundtot macht

Immer öfter sorgt die Türkei mit der Inhaftierung von Journalisten für Negativschlagzeilen. Justiz und Polizei gehen so konsequent wie noch nie gegen Kritiker von Präsident Recep Tayyip Erdogan und dessen Partei vor. Im Zentrum der Zensur steht der vor einem halben Jahr neu aufgeflammte Kurdenkrieg, der mit dem am Mittwochabend verübten Bombenanschlag in Ankara eine neue Dimension erhalten hat. Längst dürfen Werke kurdenfreundlicher Schriftsteller in Buchhandlungen nicht verkauft werden, kurdische TV-Stationen werden geschlossen, und Intellektuelle, die sich für ein Ende des neuen Kurdenkriegs einsetzen, werden verhaftet. Die Haltung der EU, die bis vor wenigen Monaten Ablehnung gegen Erdogans politische, Menschenrechte missachtende Manöver zeigte, hat sich aufgrund der Rolle des Landes in der Flüchtlingskrise notgedrungen geändert. Der „Kulturmontag“ hinterfragt die Situation, trifft türkische und kurdische Intellektuelle, besucht kurdische TV-Stationen und spricht mit Künstlern über ihr Leben in der Türkei. Live im Studio zu Gast ist der Wiener Nahost-Experte und Buchautor Cengiz Günay („Die Geschichte der Türkei“).

Dokumentation „Glamour – Die perfekte Illusion“

Ob Opernball, Berlinale oder demnächst wieder Oscar-Verleihung:
Überall gehören der rote Teppich, große Roben und vollendete Auftritte dazu – Glamour pur, wohin das mediale Auge blickt. Die Dokumentation im „Kulturmontag“ untersucht, was Glamour eigentlich ausmacht und wie die Ingredienzien dieses betörenden Cocktails erstmals in den Traumfabriken Hollywoods zwischen 1920 und 1950 gemixt worden sind. Regisseur Galeshka Moravioff untersucht den Beginn einer unschlagbaren Liaison aus Mode-, Film- und Unterhaltungsindustrie, die bis heute allen Beteiligten Millionengewinne beschert. „Glamour – Die perfekte Illusion“ ist ein Film mit einem Staraufgebot von Greta Garbo, Joan Crawford, Ava Gardner über Rita Hayworth, Katherine Hepburn, Jane Russell bis Marylin Monroe und Kim Novak.

Der „Kulturmontag“ wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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