EU-Umweltausschuss: Weniger Antibiotika im Stall

VIER PFOTEN begrüßt Reform des Tier-Arzneimittelrechts

Wien (OTS) - VIER PFOTEN begrüßt das Ergebnis der gestrigen Abstimmung im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments über eine neue Tierarzneimittel-Verordnung. In der Abstimmung sprach sich der Umweltausschuss für einen restriktiveren Umgang des Einsatzes von prophylaktischen und metaphylaktischen Antibiotika aus.

Ein routinemäßiger Einsatz von Antibiotika sollte in den Augen des Umweltausschusses in Zukunft strikt geregelt werden. Eine Prophylaxe, also ein vorbeugender Einsatz von Antibiotika, sollte demnach nur mehr für Einzeltiere erlaubt sein, wenn ein Veterinär die Behandlung rechtfertigen kann. Die Metaphylaxe, also die Behandlung einer gesamten Gruppe von Tieren, wenn ein Tier der Gruppe Krankheitsanzeichen zeigt, sollte in Zukunft nur mehr bei klinisch kranken Tieren und solchen Tieren erlaubt sein, bei denen ein hohes Risiko für eine Übertragung der Krankheit gegeben ist. Eine entsprechende Abstimmung im EU-Parlament ist für diesen Sommer geplant.

„Wir sind froh über das Ergebnis der Abstimmung. Mit einer neuen Verordnung könnte in Zukunft die Anwendung von Antibiotika in der Tierhaltung geregelt werden“, sagt Pierre Sultana, Leiter des Europabüros von VIER PFOTEN in Brüssel. „Der derzeit hohe Antibiotikaeinsatz in der Intensivtierhaltung stellt ein großes Problem dar. Besonders die Metaphylaxe, die derzeit in der EU noch erlaubt ist, ist gefährlich für Mensch und Tier. Hier wird bei Erkrankung eines Tieres nicht das Einzeltier behandelt, sondern nach dem Gießkannenprinzip der gesamte Bestand flächendeckend mit Antibiotika versorgt. Dabei kommt es leicht zu missbräuchlichem Einsatz, da die Grenze zwischen Metaphylaxe und Prophylaxe nicht klar gezogen wird.“

Der massenhafte Antibiotikaeinsatz in der Tiermast macht die generellen Probleme der Intensivtierhaltung deutlich: hohe Besatzdichte, geringe Wachstumszeiten und schlechte Haltungsbedingungen, die Krankheiten begünstigen. „Die Verwendung von Antibiotika sollte nie ein Ersatz für schlechte Haltungsbedingungen sein. Das Ziel der Landwirte sollte sein, die Tiere so zu halten, dass sie gar nicht erst krank werden“, so Pierre Sultana.

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