Diskussion um Ziffernnoten in Volksschulen: Keine Hüftschüsse abgeben sondern Schulpartner einbinden!

Wieder kommen Pläne aus dem Bildungsministerium, die nicht mit den Schulpartnern abgesprochen sind, übt Astrid Ebenberger, Vizepräsidentin des Katholischen Familienverbandes, Kritik.

Wien (OTS) - „Alles, was sich für das Kind positiv auswirkt, ist zu befürworten“, sagt Astrid Ebenberger, Vizepräsidentin des Katholischen Familienverbandes und plädiert dafür, die mehr als 2.000 Schulversuche ohne Ziffernnoten ins Regelsystem zu übernehmen. Ob am jeweiligen Schulstandort dann mittels Noten oder verbal beurteilt wird, müssen die Schulpartner entscheiden können, so Ebenbergers klare Forderung; wobei eine ausschließlich verbale Beurteilung für die Bildungsexpertin problematisch ist: „Eine klare Rückmeldung ist im pädagogischen Bereich zentral. Bei der verbalen Beurteilung besteht die Gefahr, dass vielfach vorgefertigte Formulierungen und Codes verwenden werden.“ Ebenberger verweist in diesem Zusammenhang auf die gängige Praxis bei den Arbeitszeugnissen. Als Alternative zur verbalen Beurteilung haben sich für Ebenberger beispielsweise die `Pensenbücher` bewährt. Diese zeigen klar die einzelnen Lernziele auf und dokumentieren den Lernfortschritt.

Der Vorschlag, das Sitzenbleiben in den ersten drei Volksschuljahren abzuschaffen, ist für Ebenberger „ein Hüftschuss und nur populistisch“: „Das betrifft ganz wenige Schülerinnen und Schüler. Bei ausreichender Förderung und Unterstützung durch entsprechende personelle und finanzielle Ressourcen sollte das kein Thema sein!“

Dass es angesichts der aktuellen Sonderauswertung der PISA-Ergebnisse auch in den Volksschulen Handlungsbedarf gibt, steht für Ebenberger außer Frage. „Anstatt einen schnellen, unausgereiften Vorschlag zu präsentieren, wäre es wichtig, auch die Schulpartner in die Diskussion mit einzubinden“, übt Ebenberger Kritik am Vorgehen der Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und fragt: „Was passiert in der vierten Klasse? Bricht plötzlich der Ernst des Lebens über die Kinder herein?“ so die Bildungsexpertin und fordert eine bessere Ausgestaltung der Nahtstellen zwischen den einzelnen Schulstufen. „Es darf kein Kind auf der Strecke bleiben. Alle Kinder müssen nach dem Ende der Volksschule die erforderlichen Mindeststandards für den Besuch der Sekundarstufe 1 erreichen.“

Ebenberger schlägt vor, in größeren Kategorien zu denken und regt Mehrstufen bzw. jahrgangsübergreifende Klassen an: „Es ist bereits möglich, die Grundstufe 1, den Stoff der ersten beiden Klassen, in drei Jahren zu absolvieren.“ Damit hätten leistungsschwache Schülerinnen und Schüler mehr Zeit für das Erreichen der Lernziele, leistungsstarke könnten zusätzlich gefördert werden.

„Wichtig ist in jedem Falle, dass es genug Ressourcen gibt um die Kinder individuell und nach ihren Bedürfnissen zu fördern“, schließt Ebenberger.

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