Frauenberger/Czernohorszky: Schneller Schuleintritt für Kinder ist der wichtigste Schritt zur Integration

Wien (OTS) - Der Wiener Stadtregierung ist es ein Anliegen, dass Kinder von Beginn an in das Schulsystem einsteigen. Für schulpflichtige Kinder wird so rasch wie möglich ein Platz im Schulwesen organisiert. 1.961 Kinder werden in Pflichtschulen und der AHS Unterstufe unterrichtet, 328 in allen Formen der Oberstufe. Bildungsstadträtin Sandra Frauenberger erklärt dazu: „Ein schneller Schuleintritt trägt positiv zur Integration von Kindern und Jugendlichen bei. Die nach Wien gekommenen Flüchtlingskinder gut zu integrieren ist eine große Herausforderung, die Wien anpackt. Um den Regelunterricht nicht zu beeinträchtigen, brauchen wir zusätzliche LehrerInnen und neue Beschulungsformen. Denn in Wien sind wir der Überzeugung, dass alle Kinder die Chance auf einen guten Start in ihre neue Zukunft fern von Kriegswirren verdienen.“

Auch der Stadtschulratspräsident Jürgen Czernohorszky betont:
„Unser Job ist es, jedem Kind in Wien so schnell wie möglich einen Schulplatz zur Verfügung zu stellen. Das ist eine große Herausforderung, aber auch eine Riesenchance, dass Integration rasch gelingt!“

Neu in Wien-Klassen

Teil der raschen Integration sind „Neu in Wien-Klassen“, die eröffnet werden, wenn es notwendig ist und eine Beschulung der Kinder in den Regelklassen nicht möglich ist. Der Stadtschulrat für Wien wird außerdem die Beschulung der Kinder direkt in den Unterbringungen des Fonds Soziales Wien ermöglichen. Für eine möglichst nachhaltige Integration sollten Kinder an ihrem dauerhaften Wohnort eine Schule besuchen. Bei temporären Unterbringungen wäre das nicht gegeben und die Kinder würden binnen kürzester Zeit aus dem Klassenverband gerissen werden, sobald ihre Familie eine dauerhafte Unterkunft gefunden hat. Um keine Zeit zu verlieren, in der die Kinder lernen können, wird nicht der Zeitpunkt des fixen Wohnsitzes abgewartet, sondern in Gruppen vor Ort unterrichtet.

Der Inhaltliche Fokus aller „Neu in Wien-Kurse“ liegt auf dem Eruieren der Bildungsbiografie des Kindes, der Alphabetisierung, der Stärkung eines Gefühls von Sicherheit als Motor für einen gelingenden Start auf dem Weg zur Bildungssprache Deutsch sowie dem Kennenlernen des neuen Lebensumfeldes.

Integratives Rahmenprogramm

Um das Lernen nicht auf den Klassenraum zu beschränken, wird das Integrative Rahmenprogramm unter Einbeziehung zahlreicher Einrichtungen der Stadt gestaltet. LehrerInnen von „Neu in Wien-Klassen“ und „Vor-Ort-Beschulung“ erhalten die Informationen über das Angebot und Kontakte für die Anmeldung ihrer SchülerInnen. Frauenberger dazu: „Zur raschen Integration gehören nicht nur Deutsch-Kenntnisse und erste Schuleinheiten. Wir möchten jene Kinder, die vor Krieg und Hunger in Wien Schutz suchen, dabei unterstützen eine positive Zukunft für sich zu gestalten. Denn zum Kind sein gehört auch Spiel und Spaß.“

Sommer-Sprachkurse „Sowieso mehr! Dein Sommer. Dein Wien“

Vor allem für jene Kinder, die gerade erst am Beginn sind Deutsch zu lernen, bedeuten zwei Monate Sommerferien eine große Zäsur im Spracherwerb. Deswegen werden bestehende Angebote, wie „Sowieso Mehr! Dein Sommer. Dein Wien. Deutsch lernen mit Spiel, Sport und Spaß (MA 17)“ ausgeweitet, um möglichst vielen Kindern Sprachförderung im Sommer zu ermöglichen. „Für den Sommer 2016 werden wir die Sommersprachkursplätze erweitern, damit mindestens 500 Kinder mehr davon profitieren können,“ erklärt die Stadträtin. Bereits 2015 waren Flüchtlingskinder eine wichtige Zielgruppe: 41 Prozent der TeilnehmerInnen waren AsylwerberInnen, -berechtigte oder subsidiär Schutzberechtigte. Insgesamt wird das Angebot 2016 zumindest um 50 Prozent auf insgesamt 1500 Plätze aufgestockt.

Veranstaltungsreihe „Wien.Wissen“ für PädagogInnen und Bildungsveranstaltungen für Eltern

„Wien.Wissen“ ist eine Vortragsreihe der MA 17, mit der ab diesem Sommersemester speziell PädagogInnen über die Situation von Flüchtlingen in Wien sowie zu den Themen Integration, Diversität und Communities informiert werden. Die PädagogInnen profitieren von einem besseren Verständnis für die Situation der Flüchtlingskinder und profundem Wissen für den Unterricht.

Seit 2008 finden in Wiener Kindergärten und Schulen für Eltern kostenlose Bildungsveranstaltungen von Interface Wien statt, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Eltern mit nichtdeutscher Muttersprache über Bildungs- und Erziehungsthemen zu informieren. In den Veranstaltungen wurden Eltern durch muttersprachliche Fachpersonen befähigt, ihre Kinder sowohl schulisch als auch erzieherisch zu fördern und aktiv am Kindergarten- bzw. Schulalltag ihrer Kinder teilzunehmen.

Diese Elternbildungsveranstaltungen werden nun verstärkt Flüchtlingsfamilien in den Unterkünften des Fonds Soziales Wien angeboten, um ihnen und ihren Kindern den Einstieg in das gesellschaftliche Leben und Bildungssystem in Österreich zu erleichtern.

Kooperation mit Jugendzentren

Der Verein Wiener Jugendzentren koordiniert bereits jetzt in Kooperation mit den Österreichischen Kinderfreunden und unter Mithilfe zahlreicher regionaler Organisationen sinnvolle und kurzfristig durchführbare Angebote für Flüchtlinge im Projekt connect.erdberg. In Zukunft werden die Jugendzentren auch mit anderen Einrichtungen für Flüchtlinge eng zusammenarbeiten und vor allem für die „Vor-Ort-Beschulung“ ein Vormittags- sowie Freizeit-Angebot gestalten.

Kulturelle Räume zur Integration

Die Vermittlung von Kunst und Kultur kann einen wichtigen Beitrag zur Integration leisten. Bestehende Angebote der Stadt, wie die Musikschulen, Büchereien und Museen werden daher nicht nur für Sprachförderung genutzt, sondern auch um den SchülerInnen der „Neu in Wien-Klassen“ und der „Neu in Wien vor Ort-Klassen“ Ausflüge in die Welt der Künste zu ermöglichen. (Schluss)

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Michaela Zlamal
Stadtschulrat für Wien
+43 1 52525 77019
michaela.zlamal@ssr-wien.gv.at

Stefanie Grubich
+43 1 4000 81853
stefanie.grubich@wien.gv.at
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