ÖAMTC zur WIFO-Studie: Mobilität muss leistbar bleiben

Club stellt klar: 60 Prozent Diesel-Besteuerung ist keine "Subvention"

Wien (OTS) - Die heute von Klima- und Umweltfonds sowie WIFO präsentierte Studie sieht die Abschaffung sogenannter "umweltbelastender Subventionen" vor. Vor allem der niedrigere Mineralölsteuersatz, die Pendlerpauschale und die Privatnutzung von Firmenfahrzeugen werden darin thematisiert.

Vorgeschlagen wird in der Studie unter anderem die Angleichung des Mineralölsteuersatzes von Diesel an jenen von Benzin. Bei einem aktuellen Steueranteil von rund 60 Prozent bei Diesel von einer "Subvention" zu sprechen, ist aus Sicht des ÖAMTC jedoch nicht nachvollziehbar. Darüber hinaus scheint diese Maßnahme auch nicht durchdacht. "Ein möglicher Entfall des sogenannten 'Tanktourismus' wird zwar thematisiert, eine Berechnung des zu erwartenden Einnahmen-Entgangs für den Staat bleibt man aber schuldig", weist ÖAMTC-Verbandsdirektor Oliver Schmerold auf einen Nachteil einer Mineralölsteuererhöhung hin. "Besser wäre es, die Einnahmen aus dem Tanktourismus sinnvoll zu nutzen und CO2-reduzierende Maßnahmen in Österreich zu fördern."

ÖAMTC plädiert für kilometergenaue Berechnung der Pendlerpauschale

Weiters wird in der Studie eine Zusammenlegung der großen und kleinen Pendlerpauschale vorgeschlagen. "Für den ÖAMTC ist die Pendlerpauschale eine nötige Unterstützung für Pendler auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit. In Diskussionen über die große Pendlerpauschale wird oft übersehen, dass diese nur zusteht, wenn die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel nicht zumutbar ist", hält Schmerold fest. "Es handelt sich demnach um keine Förderung, sondern um eine nötige Unterstützung aufgrund höherer Kosten für den Arbeitsweg." Darüber hinaus sichert die Pendlerpauschale ganz allgemein eine hohe Mobilität der Arbeitnehmer und verhindert so den noch stärkeren Zuzug in die Ballungszentren. "In Österreich gibt es jedoch einen gesellschaftlichen Konsens, dass der ländliche Raum nicht geschwächt, sondern gestärkt werden muss", sagt Schmerold.

Der Club spricht sich seit Langem für eine kilometergenaue Pendlerpauschale aus, die unabhängig vom Gehalt ausbezahlt wird und die für Wege, auf denen die öffentlichen Verkehrsmittel nicht zumutbar sind, einen höheren Kilometersatz vorsieht. "Eine solche Regelung wäre problemlos mit dem neu geschaffenen Pendlerrechner administrierbar", stellt Schmerold klar.

Sachbezugsregelung – private Nutzung des Firmenwagens ist effizient

In der Studie wird auch die Verteuerung der privaten Dienstwagennutzung angedacht. Nach Ansicht des ÖAMTC ist es jedoch effizient, einen Firmenwagen sowohl betrieblich als auch privat zu nutzen. Bringt die Privatnutzung nämlich keinen Vorteil für den Arbeitnehmer mehr, ist davon auszugehen, dass er sich ein kostengünstigeres Privatauto mit ähnlichem Verbrauch anschaffen wird. "Dadurch und durch den Umstand, dass bei Privatfahrzeugen von einer längeren Nutzungsdauer auszugehen ist, würden diese länger im Bestand verbleiben und somit den Verbrauch des gesamten Fahrzeugbestandes langfristig heben", vermutet der ÖAMTC-Verbandsdirektor.

Nutzt der Arbeitnehmer sein privates Auto für betriebliche Fahrten, muss das Unternehmen dafür Kilometergeld zahlen. Dadurch kann sich die Situation ergeben, dass für den Betrieb höhere Kosten entstehen als mit einem Firmenwagen, der auch privat genutzt werden kann.

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Kommunikation
+43 (0) 1 711 99-21218
kommunikation@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001