Gewerkschaft vida: TourismusschülerInnen müssen um bessere Ausbildung betteln

Della-Pietra: „Wirtschaftskammer lässt Nachwuchs im Regen stehen!“

Wien (OTS) - „Wir werden es nicht zulassen, dass Österreichs Tourismus-BerufsschülerInnen als Bittsteller degradiert werden. Wir stehen an ihrer Seite und unterstützen ihre Bemühungen für eine bessere Ausbildung voll und ganz“, stellt heute Markus Della-Pietra, Bundesjugendvorsitzender der Gewerkschaft vida, klar. Nach wie vor kämpfen unter anderem die SchülerInnen der Tourismus-Berufsschule Villach Warmbad für mehr Unterricht. Sie wollen in Zukunft zwölf oder zumindest zehn Wochen die Schulbank drücken und nicht wie bisher acht. Dieses Ansinnen schaffte es über eine Bürgerinitiative bereits 2014 auch ins Parlament, 2015 wurde für dieses Ziel sogar gestreikt. Passiert ist seitdem nichts.

Top-Ausbildung sicherstellen

„Warum wird hier wertvolle Zeit vergeudet?“, ärgert sich der vida-Jugendgewerkschafter. „Alle anderen Lehrberufe haben zehn Wochen Unterrichtszeit. Gerade der Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor braucht top ausgebildete und motivierte MitarbeiterInnen. Jetzt wird der Lehrstoff mehr oder weniger durchgepeitscht. Wie sollen hier kompetente Kräfte aufgebaut werden? Zudem sind die SchülerInnen enormem Stress ausgesetzt. Zuerst müssen sie mindestens neun Stunden die Schulbank drücken und dann noch lernen. Dass Tourismus die einzige Lehrlingsausbildung ist, bei der zwei Fremdsprachen unterrichtet werden, verschärft die Situation. Wir brauchen mehr Ausbildungszeit – nicht nur acht, sondern mindestens zehn Wochen im Jahr“, ergänzt Della-Pietra.

„Wir wissen, dass in vielen Teilen des Landes händeringend Lehrlinge gesucht werden. Steuern Politik und Wirtschaft nicht rasch gegen, wird sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen. In ganz Kärnten sind etwa Bäcker und Köche gefragt. Jeder der möchte, bekommt umgehend eine Lehrstelle. Jetzt gilt es, dem Nachwuchs die bestmögliche Ausbildung im Rahmen erweiterter Unterrichtszeit zukommen zu lassen. Es ist schön, wenn die Wirtschaftskammer verkündet, die Jugend mobilisieren zu wollen. Worte sind aber zu wenig, jetzt sind Taten gefragt. Wird diese Chance erneut vergeudet, wird die Jugend weiter abwandern“, warnt Della-Pietra.

Unterstützung bei möglichen Protesten

Eines steht für Della-Pietra außer Zweifel: „Wir können es uns nicht leisten, hier noch mehr Zeit zu verlieren. Es muss Schluss damit sein, dass die Lehrlinge auf parlamentarischer Ebene regelrecht um mehr Bildungsmöglichkeiten betteln müssen. Die Initiatoren der Bürgerinitiative sowie die Jugendabteilung der Gewerkschaft vida fordert eine, wie ohnehin im Arbeitsprogramm der Regierung vorgesehen, einheitliche Anzahl an Ausbildungsstunden für alle Lehrlinge. Sollte es zu keinen neuen Gesprächen kommen, dann unterstützen wir selbstverständlich sämtliche Protestaktionen der BerufsschülerInnen.“

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