Smart City: Gescheite Stadtentwicklung muss mit mehr Zivilgesellschaft gemacht werden

AK fordert mehr Beteiligung der Wienerinnen und Wiener und warnt vor digitaler Ausgrenzung

Wien (OTS) - „Nur eine soziale Stadt, die alle einbezieht, ist eine smarte Stadt. Bei der Einführung neuer Technologien muss der Nutzen für die Menschen im Vordergrund stehen“, sagt Melitta Aschauer, Leiterin des AK Bereichs Bildung und Kommunales anlässlich der Veranstaltung „Wien wächst – Smart City“ gestern (Mittwoch) in Wien. Unter dem Stichwort „Smart City“ werben derzeit viele Kommunen für die Digitalisierung in den Städten. „Allzu oft sind das aber vor allem schöne Worte, hinter denen eine gute Marketing-Strategie, aber kaum eine Verbesserung für die Menschen steckt“, sagt der Leiter der AK Abteilung Kommunalpolitik, Thomas Ritt. „Im Smart-City-Konzept der Stadt Wien zeigt sich, anders als in den meisten anderen Städten, ein klarer Anspruch auf ein Stadtentwicklungskonzept, das die Menschen mitnimmt“, sagt Ritt. „Aber wir sehen dennoch die Gefahr, dass hier die Technik dominiert und das Soziale in den Hintergrund gerät. „Dringend mehr beteiligt werden müssen mehr Nichtregierungsorganisationen, die etwa die Interessen der Beschäftigten und die sozialen Belange der Menschen oder Anliegen des Umweltschutz vertreten“, so Ritt. Gerade die Digitalisierung der Stadt berge die Gefahr, große Gruppen schon durch technologische Wissenshürden auszugrenzen. „Wir wollen von Anfang an mehr Bürgerbeteiligung, damit alle etwas vom smarten Wien haben“, so Ritt. „Dann könnte Wien Vorreiter in Europa sein, ein Leuchtturm in der nachhaltigen Stadtentwicklung.“

Kein Smart City-Schmäh
Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass sich oft unter dem schönen Titel „Smart City“ viel Marketing und wenig politisches Handeln versteckt. Die Stadt Karlsruhe etwa bietet seit 2014 eine schnelle elektronische Anmeldung für einen Platz in den Kinderta-gesstätten an. „Aber über 50 Prozent der Kinder finden keinen Kindergartenplatz. De Eltern wissen es künftig nur etwas schneller“, so Ritt. Wien setzt beispielsweise auf 100 neue Apps, etliche davon auch für smarte Mobilität „Smarter und mit mehr Effekt für die Umwelt wäre eine völlig analoge engere Zusammenarbeit zwischen Wien und Niederösterreich bei der Verkehrsplanung“, sagt Ritt.

Der digitalen Ausgrenzung entgegenwirken
Die smarte Stadt richtet sich zu sehr an die „smarten Bürgerinnen und Bürger“. „Eine nachhaltige Stadt muss aber alle mitnehmen“, so Ritt:
Viele Ältere oder weniger Gebildete kommen bei der schnellen technischen Entwicklung nicht mehr mit. Menschen mit kleinem Einkommen können sich die teuren Endgeräte nicht so ohne weiteres leisten. Für Menschen mit Behinderung muss es um einen möglichst barrierefreien Zugang zur digitalen Welt gehen. Gerade jetzt, am Anfang müssen die richtigen Weichen gestellt werden, damit der digitalen Ausgrenzung von Menschen entgegengewirkt werden kann“, sagt Ritt.

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