Petschar fordert politische Initiative zur Stärkung des EU-Milchmarktes

Ende des Russland-Embargos und weitere marktstabilisierende Maßnahmen notwendig

Wien (OTS) - „Eine breite politische Initiative zur Beendigung des Russland-Embargos sowie weitere marktstabilisierende Maßnahmen im Binnenmarkt und Export sind notwendig, um die Stabilität am EU-Milchmarkt wieder herzustellen. Der EU-Milchmarkt braucht nach dem Quotenende und der damit verbundenen Marktöffnung neue Impulse, um ein ausgewogenes Angebots- und Nachfrageverhältnis wieder herstellen“, erklärte der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter Direktor Helmut Petschar angesichts der aktuellen schwierigen Situation auf dem Milchmarkt. „Ich fordere die politisch Verantwortlichen auf, rasch wirksame Ergebnisse zustanden zu bringen, welche den EU-Milchmarkt wieder ins Lot bringen“.

Das Russland-Embargo, welches im August 2014 infolge der Russland/Urkaine/Krim-Krise ausgerufen wurde, hat dem EU-Milchmarkt nachhaltig geschadet, ein Drittel der EU-Käseexporte waren davon betroffen. Russland war der größte Exportmarkt der EU. Dazu kam, daß in weiterer Folge auch die Exporte nach China, dem verbliebenen größten Importland um die Hälfte zurückgingen. Zusätzlich waren infolge des Auslaufens der EU-Milchquote im letzten Jahr in vielen EU-Ländern deutlich steigende Milchanlieferungen zu vermelden, die zusätzlich auf die Märkte drückten.

Unter diesen Marktvoraussetzungen ist der Zugang zu Exportmärkten wesentlich, daher sind weitere neue Absatzmöglichkeiten für EU-Produkte in verschiedene Exportländer dringend notwendig, dabei gilt es insbesondere Zoll- und Veterinärhürden abzuschaffen. Eine Marktstabilisierung könnte auch durch eine längst überfällige Anpassung des EU-Interventionspreises unterstützt werden, der seit Jahrzehnten bei ca. 20 Cent liegt. Dadurch sollte ein zu starkes Absinken der EU-Milchpreise verhindert werden. Zusätzlich gilt es für den Binnenmarkt marktbelebende Maßnahmen zu setzen, etwa eine attraktive Schulmilchaktion, die Rücknahme von Absatzbeschränkungen durch überzogenen Werbeverbote und andere Maßnahmen. Schließlich verbessert ein höherer Anteil von Milch und Milchprodukten die Ernährungssituation und ist daher zu unterstützen.

Österreich versucht mit einer konsequenten Qualitätsstrategie diesem schwierigen Trend entgegenzutreten, z.B. mit 100 %iger Gentechnikfreiheit, dem höchsten Bio-Anteil, der Heumilch- und Bio-Wiesenmilchproduktion und vielen regionalen Spezialitäten. Dennoch sind die heimischen Milchbauern von den schwierigen Trends am EU-Markt betroffen und brauchen Maßnahmen, welche die Milchproduktion in Österreich, die zu 80 % in Berg- und benachteiligten Gebieten erfolgt, dauerhaft absichert. „Die österreichische Milchwirtschaft erwartet sich, daß angesichts der schwierigen Lage auf dem Milchmarkt bei den anstehenden Beratungen in Österreich und in Brüssel rasch wirksame Maßnahmen beschlossen werden, weiters die Solidarität der heimischen Gastronomie und des österreichischen Lebensmittelhandels zu österreichischen Milchprodukten“, ergänzte Petschar.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. DI Johann Költringer
VÖM – Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter
Friedrich-Wilhelm-Raiffeisenplatz 1, A – 1020 Wien
Tel: +43/1/90 664 – 2558, Email: voem@netway.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | RAV0001