ÖH zum Projekt “Zukunft Hochschule”

Hochschulsektoren nicht gegeneinander ausspielen!

Wien (OTS) - Die gestrige Pressekonferenz des Bundesministeriums für Wissenschaften, welche das neue Konzept “Zukunft Hochschule” zum Inhalt hatte, überrascht mit sinnvollen Überlegungen. Die Weiterentwicklung des Hochschulstandorts Österreich ist nur durch ein strukturiertes Rahmenkonzept möglich. Bis dato kämpfen Fachhochschulen und Universitäten oft gegeneinander - zumeist auf dem Rücken der Studierenden. Grundsätzliches Problem ist und bleibt der oft unmögliche Wechsel von Fachhochschulen zu Universitäten und umgekehrt. Jede Hochschule und jeder Hochschulsektor ist davon überzeugt, die beste Bildung zu liefern. “Die Engstirnigkeit und Überheblichkeit der Hochschulleitungen standen bis jetzt jeder sinnvollen Vernetzung der Sektoren im Weg. Hoffentlich ändert das Konzept diese Sichtweise und ist nicht nur ein Instrument um über die mangelnde Ausfinanzierung der Hochschulen hinweg zu täuschen.” zeigt sich Philip Flacke vom Vorsitzteam der ÖH Bundesvertretung skeptisch.

Die von Mitterlehner vorgestellte Initiative zum Thema Durchlässigkeit und Mobilität legt den Finger in jene Wunden, die wir als ÖH Bundesvertretung schon seit langem andiskutieren. “Es zeigt sich, dass sich unser hartnäckiger Einsatz hier für ein Miteinander einzutreten, bezahlt gemacht hat.” meint Flacke zufrieden. Eine Aufwertung der Fachhochschulen ist jedoch nur dann sinnvoll und effizient, wenn endlich die studienrechtliche Situation der FH-Studierenden gestärkt wird. Eine Novelle des Fachhochschulstudiengesetzes (FHStG) ist längst überfällig, wie das in unserem Auftrag von Prof. Berka durchgeführte Gutachten bereits im August 2015 klar aufzeigte.

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Eine strukturierte Aufteilung der Studienanfänger_innen kann nur über den Weg der Verbesserung der umfassenden Beratung und Orientierung vor Studienbeginn in den Oberstufen erfolgen. Das Referat für Studierenden- und Maturant_innenberatung der ÖH Bundesvertretung hat sich hier in den letzten Jahren einen ausgezeichneten Ruf erworben und könnte bei verbesserter Finanzierung endlich noch viel mehr Studieninteressierte erreichen. Es ist der falsche Weg, Studienfächer gegeneinander auszuspielen und mit Termini wie “Luxusfächer” oder “Orchideenfächer” belächelnd abzuwerten. Die Tatsache, dass sich ein Großteil der Studierenden nur auf 20 Studienfächer aufteilt zeigt, dass es hier nach wie vor Aufholbedarf gibt, denn Interessen lassen sich nur durch umfassende Information wecken. “Nur wenn in unserer Gesellschaft klar kommuniziert wird, das jedes Studium in einer Hochtechnologie- und Wissenschaftsgesellschaft einen Stellenwert hat, werden auch mehr Studierende in den weniger nachgefragten, aber darum niucht weniger wertvollen Fächern ihr Studium beginnen.” ist Flacke überzeugt. Diese Art der Kommunikation wäre natürlich auch seitens des Wissenschaftsministeriums wünschenswert.

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ÖH - Österreichische HochschülerInnenschaft
Sarah Schober
Pressesprecherin
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