Stronach/Weigerstorfer fordert Kassenfusion und ein transparentes System

„Ambulant vor stationär“ – Leistungen müssen einheitlich werden

Wien (OTS) - „Unser Gesundheitssystem krankt, es besteht dringend Handlungsbedarf!“, warnte Team Stronach Gesundheitssprecherin Ulla Weigerstorfer im Rahmen einer Pressekonferenz zusammen mit dem Gesundheitsökonomen Dr. Ernest Pichlbauer. Er hatte im Auftrag der Team Stronach Akademie eine Studie zum Thema Kassenfusion verfasst. Allein 19 Krankenkassen, 15 Krankenfürsorgeanstalten, zehn Ärztekammern und 14 Leistungskategorien gibt es in Österreich. „Wenn man sich diese Zahlen anschaut, ist eine Fusion unumgänglich“, so Weigerstorfer.
Es sei höchste Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen, denn „das ist der einzig positive Weg für den Patienten“, forderte Weigerstorfer eine gemeinsame Betrachtung aller ambulanten Dienstleistungen. „Wir brauchen einen einheitlichen Leistungskatalog und Transparenz in unserem Gesundheitssystem“, verlangte die Team Stronach Gesundheitssprecherin.
Sinnvoll wäre laut Weigerstorfer zunächst ein Zusammenführen auf drei Krankenkassen. „Ambulant vor stationär“ sei ein weiterer wichtiger Ansatz, so Weigerstorfer und die Behandlung so wohnortnah wie möglich. „All das sind die richtigen Schritte im Sinne der Patienten.“
Die Kassenfusion allein sei nicht das Allheilmittel für unser Gesundheitssystem, stellte Pichlbauer klar, „das Einsparungspotential einer Fusion liegt bei gerade einmal ein Prozent“. Anzusetzen gelte es vielmehr bei der „völlig unstrukturierten ambulanten Versorgung“, die derzeit von Spitalsambulanzen, Ambulatorien, Kassenärzten als auch Wahlärzten - ohne gegenseitige Abstimmung – geleistet wird.

„Wir behandeln unsere Patienten - aber wir versorgen sie nicht“, fasste Pichlbauer das Dilemma zusammen. Im Kassenbereich selbst verwalten ca. 8000 Mitarbeiter an die 10.000 Kassenärzte, die wiederum 6 Millionen Patienten behandeln. „Doch niemand sorgt dafür, dass die Patienten zum richtigen Zeitpunkt beim richtigen Arzt sind – die Patientenströme werden nicht geleitet“, machte er aufmerksam. Schuld seien die uneinheitlichen Leistungs- und Honorarkataloge. Zwar werde jedes Jahr „viel Zeit investiert, um die 14 Honorarkataloge für die Hunderten Leistungen neu zu verhandeln, patientenorientiert sind die Kassenkataloge allerdings nicht“, mahnte Pichlbauer.

Dies führe dazu, dass die NÖGKK für ein EKG eines Patienten im Mühlviertel 53,23Euro für den Hausbesuch zahlt, die STGKK aber nur 13,44 Euro. „Sehr wahrscheinlich, dass ein steirischer Patient mit Herzproblemen in eine Ambulanz geschickt wird statt vom Hausarzt behandelt zu werden“, erklärte Pichlbauer.

„Mängel gibt es auch der Versorgungsgerechtigkeit“, sagte Pichlbauer. Viele ländliche Regionen wie z.B. Tirol oder Oberösterreich sind mit Fachärzten unterversorgt. „Im Mühlviertel gibt es um 50 Prozent weniger Kassenfachärzte als im landesweiten Durchschnitt, in Wien liegt der Wert jedoch um 40 Prozent über dem Durchschnitt“, so der Experte. Dafür fehlen in Wien die Hausärzte, zeigte er das Ungleichgewicht auf.
Mit mehr ambulanter Behandlung ließe sich die unnötig hohe Zahl an Infektionen durch Krankenhauskeime vermeiden, die in Österreich jedes Jahr 700 Todesopfer fordern, betonte Pichlbauer und erinnerte, dass es im Straßenverkehr „nur“ rund 430 Tote gibt – aber mit ungleich mehr Medienecho.
(Hinweis für die Redaktionen: Ein Belegexemplar „KASSENFUSION-Reformvorschläge für eine moderne österreichische Gesundheitsversorgung“ kann bei der Team Stronach Akademie, Werner Reichel bestellt werden. Mail:
werner.reichel@teamstronachakademie.at)

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