Caritas Flüchtlingshilfe - in der Krisenregion, entlang der Balkanroute und in Österreich

Wachter: „Angesichts frierender Flüchtlingskinder in Zeltlagern und an Grenzübergängen ist klar: Die Hilfe aus Österreich ist und bleibt unverzichtbar. Wir dürfen nicht wegschauen!“

Wien (OTS) - Der Krieg in Syrien dauert nun bereits fünf Jahre, täglich sterben Menschen. Seit Beginn des Kriegs sind mehr als 4,7 Millionen SyrerInnen auf der Flucht, die Hälfte von ihnen Kinder. 2,1 Millionen Menschen sind in die umliegenden Nachbarstaaten Irak, Jordanien, Libanon und Ägypten geflohen.

Hilfe in der Krisenregion
„Eine Lösung kann nur mit der Hilfe vor Ort beginnen. Direkte Hilfe für Flüchtlinge in den Nachbarländern Syriens rettet Leben und bewirkt, dass Menschen in der Nähe ihrer Heimat Sicherheit und Zukunftschancen haben. Wer vor Bomben und Terror flieht, den werden weder Obergrenzen, noch mehr Bürokratie, wie zum Beispiel Asyl auf Zeit, aufhalten“, so Caritas Generalsekretär Bernd Wachter und weiter: „Aktuell versorgen Caritas HelferInnen im Rahmen der Winterhilfe Flüchtlingsfamilien z.B. im Libanon mit Kleidung, Schuhen und warmen Decken. Zusätzlich werden die Familien mit Lebensmittelgutscheinen unterstützt. Flüchtlingskinder brauchen jetzt dringend unsere Hilfe, um in der Kälte, der Nässe und dem Schnee zu überleben!“

Die Caritas Österreich hat seit Ausbruch des Konfliktes im März 2011 insgesamt über 11 Millionen Euro für die Nothilfe für Syrien-Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Damit wurden bzw. werden mehr als 121.000 Menschen mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Decken, Matratzen, Winterkleidung, Schulbildung und medizinischer Hilfe in Jordanien, im Libanon und in Syrien unterstützt. Zusätzlich zur humanitären Hilfe fördert die Caritas 900 Kinder in Jordanien in Kindergärten, durch informellen Unterricht und Nachhilfe. Wachter:
„Zwei Millionen Kinder können durch diesen furchtbaren Krieg keine Schule besuchen. Es droht eine verlorene Generation. Wir müssen diesen Kindern den Zugang zu Bildung ermöglichen, nur so haben sie eine Chance auf Zukunft und ein selbstbestimmtes Leben!“

Flüchtlingshilfe entlang der Balkanroute
630.000 Euro hat die Caritas Österreich für Nothilfeaktivitäten in Griechenland, Mazedonien, Serbien, Rumänien, Ungarn, Kroatien und Slowenien aufgewandt. Flüchtlinge entlang der Balkanroute werden mit Nahrungsmittel- und Hygienepaketen versorgt und erhalten medizinische Behandlung und psychosoziale Beratung. Zudem werden mobile sanitäre Anlagen an den Grenzen bereitgestellt und zum Schutz vor der winterlichen Witterung warme Kleidung verteilt und feste Unterkünfte errichtet.
„Durch die Festlegung einer Obergrenze von 37.500 Flüchtlingen für 2016 wird Österreich einen Dominoeffekt auslösen. Die Menschen werden zwischen den EU-Ländern Griechenland und Kroatien in Serbien und Mazedonien stranden“, so Wachter. „Österreich muss seine Verantwortung wahrnehmen und die Länder am Balkan verstärkt beim Aufbau eines Asylwesens unterstützen, das den Ansprüchen der Genfer Flüchtlingskonvention entspricht.“

So hilft die Caritas AsylwerberInnen und Flüchtlingen in Österreich
Seit September 2015 haben knapp 800.000 Menschen mit der Hoffnung auf Schutz vor Krieg und Gewalt die Grenzen Österreichs überquert. Über 90.000 Schutzsuchende haben in diesem Zeitraum Asyl in Österreich beantragt. Empfangen und unterstützt wurden sie von insgesamt mehr als 15.000 freiwilligen HelferInnen der Caritas, die auf Bahnhöfen, in Notquartieren und an den Grenzen mit warmer Kleidung und Essen halfen.
Neben der akuten Flüchtlingsnothilfe betreut die Caritas österreichweit heute über 35.600 AsylwerberInnen in Grundversorgung. Mehr als 8.300 Menschen, davon 740 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, werden in von der Caritas betriebenen Unterkünften versorgt. Zusätzlich werden knapp 27.300 Flüchtlinge, die privat oder in Quartieren anderer Unterkunftsgeber untergebracht sind, mobil, regional oder ambulant von der Caritas betreut. Damit versorgt die Caritas aktuell etwa jede/n dritte/n AsylwerberIn in Österreich und ist so die größte Trägerorganisation im Bereich der Grundversorgung. Zusätzlich nimmt sich die Caritas auch dem wachsenden Problem obdachloser Asylberechtigter an. Von schätzungsweise 6.600 obdachlosen Asylberechtigten in Österreich werden knapp 800 in Notquartieren der Caritas betreut.

Caritas Generalsekretär Bernd Wachter: „Der Zugang zu einem fairen Asylverfahren in Europa ist für alle schutzsuchenden Menschen zu gewährleisten. Kleine Kinder hinter Zäunen, in der Kälte ausharren zu lassen, ist unmenschlich und darf nicht der Weg Europas sein. Es gibt keine einfachen Lösungen, das ist mir klar. Aber wir dürfen unsere Augen vor der Not der Flüchtenden nicht verschließen.“

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