FPÖ-Karlsböck: Freier Hochschulzugang muss bleiben, keine Studiengebühren durch die Hintertüre!

Karlsböck sieht Fächerabgleich zwischen Unis und FHs nur bedingt positiv

Wien (OTS) - Die im Vorfeld des morgen stattfindenden parlamentarischen Wissenschaftsausschusses von Bundesminister Reinhold Mitterlehner zur Diskussion gestellte Neuausrichtung des Hochschulsektors im Rahmen des Projekts „Zukunft Hochschule“ eröffne zwar viele Chancen, berge aber auch die Gefahr, das Kind mit dem Bade auszuschütten, betonte der Ausschussvorsitzende und freiheitliche Wissenschaftssprecher, NAbg. Dr. Andreas F. Karlsböck.

Eine stärkere Kooperation zwischen Fachhochschulen und Universitäten, etwa zur Straffung des fragmentierten Studienangebots oder zur Erhöhung der Durchlässigkeit und Mobilität sei sicher ein richtiger Schritt, räumte Karlsböck ein, warnte aber davor, die von Mitterlehner als „Luxusfächer“ bezeichneten, weniger frequentierten Disziplinen allein dem Effizienzgedanken zu opfern. Das widerspreche dem Humboldtschen Bildungsideal, so der freiheitliche Wissenschaftssprecher, „jener tragenden Säule unserer europäischen Universitätstradition, welche Mannigfaltigkeit und Ganzheitlichkeit betont und beide durch zu große Einmischung des Staates gefährdet sieht.“

Wenn Fachhochschulen, deren Ausbildung stets an den Bedürfnissen von Wirtschaft und Arbeitsmarkt orientiert sei, und Universitäten mit ihrem forschungsbasierten Anspruch einen Fächerabgleich vereinbarten, so sei dies als sinnvolle Nutzung von Synergien zu begrüßen, so Karlsböck. Dies dürfe aber nicht von oben herab verordnet werden und dazu führen, dass die nicht interessengeleitete Grundlagenforschung das Nachsehen habe. Da Fachhochschulen schon jetzt Studienbeiträge einheben dürften, komme der angepeilte Studierenden-Transfer – weg von den Unis hin zu den FHs – außerdem einer Einführung von neuen Gebühren durch die Hintertüre gleich, der man von freiheitlicher Seite keinesfalls zustimmen werde.

Darüber hinaus sei es nicht Aufgabe des Wissenschaftsministers, inflationär Wunschkonzepte zu produzieren und damit ständig Änderungen der Curricula anzuregen, die letztlich einen enormen bürokratischen Aufwand für die Universitäten bedeuteten, etwa im Medizinstudium, sondern endlich ausreichend Studienplätze zu finanzieren – sowohl an den Universitäten als auch an den Fachhochschulen. „Papier ist geduldig, es müssen endlich Taten folgen“, so Karlsböck. Der verwirrende „Fleckerlteppich“ in der Studienlandschaft sollte jedenfalls einer gesamtstrategischen Ausrichtung weichen. Das werde er auch im morgigen Wissenschaftsausschuss einmahnen.

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