Umweltdachverband an TIWAG-Vorstand: Weg mit dem Speck am Speicher Kühtai!

- Überdimensionierter Speicher und damit verbundene ökologische Folgen durch Wasserentnahmen nicht gerechtfertigt

Wien (OTS) - Appell an Entstrasser: Megaplanungen minimieren, Auflagen einhalten und veraltete Energiekonzepte ad acta legen!

Wien, 16.02.16 (UWD) Im ergänzenden Ermittlungsverfahren um das von der Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) geplante Vorhaben, die bestehende Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz u. a. um den Speicher Kühtai zu erweitern wird die Indizienkette für die Unsinnigkeit dieses Dinosaurier-Projekts immer länger: So untermauert auch eine von der Tiroler Umweltanwaltschaft in Auftrag gegebene energiewirtschaftliche Studie die ökonomische Sinnlosigkeit und damit auch die Unverhältnismäßigkeit der ökologischen Folgen des geplanten Speicherbaus. „Nicht genug, dass der Projektwerber offenbar zu dünne Daten für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vorgelegt und den Untersuchungsrahmen viel zu eng gewählt hat, glänzen die baulichen Dimensionen durch Unwirtschaftlichkeit und haben fatale Folgen für die Umwelt“, so Michael Proschek-Hauptmann, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes. Denn: Mit einem Nutzvolumen von 31 Mio. m3 bei einer geplanten Ausbauleistung von lediglich 130 MW ist der geplante Speicher schlichtweg überdimensioniert und liefert keinerlei energiewirtschaftliche Vorteile gegenüber einer schmaleren und zugleich umweltschonenderen Variante. „Damit liegt ein weiteres Argument dafür vor, dass die ohnehin bereits umstrittenen Wasserentnahmen aus den schützenswerten Ötztaler und Stubaitaler Bächen, die, z. T. aus Ruhegebieten kommend, den Speicher speisen sollen, ebenfalls völlig ungerechtfertigt sind“, so Proschek-Hauptmann weiter.

Nach Eberle/Wallnöfer-Ära endlich neue Wege in der Tiroler Energiepolitik einschlagen!

Die zentrale Aussage der Studie ist eindeutig: Ein Verzicht auf den überdimensionierten Speicher Kühtai ist ohne wesentliche energiewirtschaftliche Nachteile möglich. Hinzu kommt das Argument, dass es zukünftig aufgrund der immer größer werdenden Rolle von Windkraft und Photovoltaik überhaupt keine Notwendigkeit für eine langfristige Speicherung gibt. „Die Spitzenstrompreise sind und bleiben im Keller, was an Regelenergie gut zu verkaufen ist, wird bereits erzeugt. Die Sinnhaftigkeit des Kraftwerksvorhabens wurde durch diese Studie einmal mehr eindeutig in Frage gestellt. Für den TIWAG-Vorstandsvorsitzenden Erich Entstrasser kann die einzig vertretbare Lösung daher nur lauten, den Anforderungen an die Umweltverträglichkeit endlich gerecht zu werden, die Projektdimensionen gehörig abzuspecken und damit nicht nur reale Investitionskosten zu sparen, sondern auch die Umweltfolgekosten zu minimieren. Für den neu aufgestellten TIWAG-Vorstand ist es schließlich hoch an der Zeit, völlig veraltete Konzepte hinter sich zu lassen und neue, zeitgemäße Wege in der Tiroler Energiepolitik einzuschlagen“, so Proschek-Hauptmann abschließend.

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