„Exorzismus – Der Kampf mit dem Teufel“ am 16. Februar in „kreuz und quer“

Danach Diskussion zum Thema: „Was weiß die Wissenschaft über das Böse?“

Wien (OTS) - Psychische Auffälligkeiten, die man als Besessenheit durch Dämonen oder gar durch den Leibhaftigen deutete, werden heute psychiatrisch behandelt. Im katholischen Polen jedoch nimmt seit einigen Jahren die Zahl derer wieder zu, die den Teufel und seine gefallenen Engel am Werk sehen: Sie rufen einen Exorzisten zu Hilfe, der die Austreibung der Dämonen durch Ritual und Weihwasser bewirken soll. Die Dokumentation „Exorzismus – Der Kampf mit dem Teufel“ von Konrad Szołajski, die „kreuz und quer“ – präsentiert von Christoph Riedl-Daser – am Dienstag, dem 16. Februar 2016, um 22.35 Uhr in ORF 2 zeigt, setzt sich mit diesem Phänomen auseinander, zeigt konkrete Beispiele und lässt Betroffene, Angehörige und Kritiker zu Wort kommen.

Um 23.25 Uhr folgt eine „kreuz und quer“-Diskussion zum Thema „Zum Teufel mit dem Satan! Was weiß die Wissenschaft über das Böse?“:
Teufel und Dämonen, die den Menschen bedrängen und „besetzen“: So stellte man sich über Jahrhunderte vor, was als Macht der Verführung, Perversion und Zerstörung erfahren wurde. Heute glaubt man nicht mehr an den Teufel – und doch geht es zweifellos „teuflisch“ zu, im Kleinen wie im Großen. Moderne Humanwissenschaften – Biologie, Psychologie und Soziologie – bieten auch Erklärungen für das Geheimnis des Bösen und seinen Ursprung an. Sind sie überzeugend und radikal genug?
Darüber diskutieren: Adelheid Kastner, Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie an der Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg Linz, Barbara Schweder, Biologin, Zoologin und Anthropologin, Mitarbeiterin am Institut für forensische Neuropsychiatrie, Hans-Joachim Sander, katholischer Theologe für Dogmatik an der Universität Salzburg, und Thomas Rentsch, Philosoph (Praktische Philosophie/Ethik) an der Technischen Universität Dresden. Die Diskussion leitet Michael Hofer.

„Exorzismus – Der Kampf mit dem Teufel“ – Ein Film von Konrad Szołajski

Karolina (30) hat festgestellt, dass sie sich erotisch zu Frauen hingezogen fühlt. In ihrem strenggläubigen katholischen Umfeld ist es offenbar gar nicht anders denkbar, als diese Veranlagung als Krankheit zu sehen. Mehr noch: Sie muss vom Teufel besessen sein – ist Karolina bald auch selbst überzeugt. Eine Ordensschwester hat sie in diesem Punkt noch bestärkt. Ihre „Probleme“ seien nicht psychischer, sondern spiritueller Natur, wusste die Ordensfrau sofort. Also sucht Karolina Hilfe bei einem Exorzisten und einer Psychiaterin, die sich auch auf Besessenheit im religiösen Sinn spezialisiert hat. Eine erste Begegnung mit den beiden geht schließlich anders aus, als es sich Karolina erwartet hat.

Die 17-jährige Agnieszka ist ebenfalls in einem streng katholischen Elternhaus aufgewachsen. Sie verspürt eine innere Abneigung gegen religiöse Rituale und den sonntäglichen Kirchgang. Für ihre Eltern und ihren Seelsorger ein Hinweis, dass sie besessen sein muss. Der Dämon, der sie peinigt, soll verschwinden. Doch der denkt nicht daran. Der Psychiater Jerzy Aleksandrowicz sieht deutliche Hinweise darauf, dass das Mädchen einen gewaltigen Konflikt zwischen seiner religiösen Erziehung und gewissen Erfahrungen durchlebt, die ihm die weitere Religionsausübung unmöglich machen. Ihren Glauben habe Agnieszka aber trotzdem behalten. „Was da passiert ist, weist alle Anzeichen von Missbrauch auf“, ist Aleksandrowicz überzeugt.

Basia (21) wiederum hat eine gravierende Persönlichkeitsveränderung durchgemacht. Sie ist oft depressiv verstimmt, schläft schlecht, kommt nicht aus dem Bett. Immer wieder bekommt sie Anfälle, bei denen sie nicht bei sich ist, sondern schreit und um sich schlägt. Basias Eltern können sich dieses Verhalten nur durch dämonische Besessenheit erklären. Das Mädchen ist bereits einige Male exorziert worden, geholfen hat es ihr nicht. Der katholische Priester und Psychotherapeut P. Stanisław Radoń meint, Basia leide unter Angst-und Zwangsstörungen, von denen sie völlig beherrscht werde. Zum generellen Trend in Polen, Exorzisten aufzusuchen, benennt Radoń ein Problem: Exorzisten würden ihren Klienten oft ausdrücklich verbieten, einen Psychiater aufzusuchen. Radońs nüchternes Fazit: „Ich kann mit absoluter Gewissheit sagen, dass ich noch nie einen Besessenen getroffen habe – und garantiert auch keiner von den Exorzisten, die ich kenne.“

Gezeigt wird in der Doku auch der zunehmende Einfluss der freien Pfingstkirchen in Polen, in denen Heilungen und Exorzismen eine wichtige Rolle spielen, auch auf die katholische Kirche des Landes.

Beide Sendungen sind auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) – vorbehaltlich vorhandener Online-Lizenzrechte – als Livestream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.

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