Brennermaut: Mehr Sachverstand und weniger Polemik!

Ein Vertragsverletzungsverfahren zu riskieren hält Jürgen Bodenseer, Präsident der WK-Tirol, für gefährlich und Mauten generell für ein untaugliches Lenkungsinstrument

Innsbruck (OTS) - "Die Senkung der Brennermaut ist nicht deshalb notwendig geworden, weil es irgendein Minister oder Lokalpolitiker so haben will, sondern weil die Mauttarife nicht der EU-Wegekostenrichtlinie für die Mautberechnung entsprechen“, bringt WK-Präsident Bodenseer etwas Licht in die heute wieder entfachte Diskussion um die Brennermaut.

„Der Asfinag bleibt deshalb gar nichts anderes übrig, als die Maut zu senken. Anderenfalls müsste sie die zu viel verlangte Maut zurückzahlen. Ein Vertragsverletzungsverfahren ist keine lustige Angelegenheit und so etwas zu riskieren kann nicht im Interesse Tirols sein - und dieser Schuss geht auch garantiert nach hinten los“, wundert sich der WK-Präsident über den heutigen Aufruf aus Tirol zum Gesetzesbruch.

Es geht Bodenseer aber nicht darum, die Asfinag zu verteidigen: „Es bestätigt sich aber einmal mehr was ich schon immer gesagt habe: Mit dieser Verkehrspolitik, wenn man das überhaupt so nennen will, und dem Glauben, das Drehen an der Mauthöhe hätte auch nur irgendeinen Effekt, ist man am völlig falschen Dampfer und lediglich die Tiroler und Tirolerinnen an der Nase herum.“ Mauten können nur dann einen verkehrspolitisch gewünschten Verlagerungseffekt erzielen, wenn die Tarifhöhe über weite Strecken die gleiche ist. Die Sondermaut auf den Brenner ist dazu nicht geeignet und hat auch bisher schon keinen einzigen Lkw davon abgehalten, durch Tirol zu fahren.

„Mehr Mut vom Verkehrsminister zu fordern ist schon richtig“, so Bodenseer weiter, „wenn wir den Verkehr verlagern wollen, dann darf bei uns in Tirol nicht eine ÖBB-Verladestation nach der anderen zusperren. Dann brauchen wir ein entsprechendes Angebot der Bahn und sie muss unseren Betrieben erst einmal die Chance geben, dass wir unsere Transporte auf die Schiene verlagern können!"

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