Reform der Invaliditätspensionen notwendig

Pensionsgipfel am 29.2. wird Weichenstellung geben

Wien (OTS) - Anlässlich der heutigen Bundesvorstandssitzung des Österreichischen Seniorenbundes hält LAbg. Ingrid Korosec, Bundesvorsitzende des Österreichischen Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes, fest:

„Eine Reform der Invaliditätspensionen mit Verbesserungen im Bereich der Rehabilitation ist dringend notwendig, wie die aktuellen Zahlen zeigen. So erhielten im Jahre 2015 bloß 227 Personen (mit Bescheid) eine berufliche Rehabilitation, bei insgesamt über 16.700 Betroffenen. Auch die Umschulung funktioniert derzeit nicht, 2015 haben nur 115 Personen ein Umschulungsgeld bezogen. Hier muss noch nachgeschärft werden, da der Grundsatz Rehabilitation vor Pension natürlich der richtige Ansatz ist“.

Korosec: „Der Pensionsgipfel am 29.2. wird sicherlich die richtigen Weichenstellungen für die mittel – und langfristige Sicherung der Pensionen stellen, kurzfristig gibt es bekanntlich keine Finanzierungsprobleme.

Zu den weiteren offenen Punkten im Pensionssystem zählen das fehlende Monitoring, die Einführung der Aufschub-Bonus-Pension sowie ein wirksameres Bonus-Malus System.

Das gesetzliche Pensionsmonitoring, welches die ASVG-Pensionen und die Beamten erfassen muss, ist bisher noch immer nicht umgesetzt worden, wäre aber von großer Bedeutung, wie die Zahlen über die große Inanspruchnahme der sog. „Hacklerpension“ für Lehrer zeigen. So nahmen nach einem Bericht des Rechnungshofes zwischen 2008 und 2013 73 % der Lehrer diese Frühpensionsart in Anspruch, eine verstärkte Überwachung auch der Beamtenruhestände ist dringend notwendig.

Auch das derzeit beschlossene Bonus-Malus-System ist zu schwach entwickelt, ein Malus von 236 Euro wird keinen Betrieb abhalten ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu kündigen und auch der Bonus von 0,1 % geringerem Beitrag zum Familienlastenausgleichsfond ist kein wirklicher Anreiz Ältere zu beschäftigen.

Die Erhöhung des derzeitigen Bonus von 4,2 % auf 5,1% für jedes über dem gesetzlichem Pensionsalter gearbeitete Jahr wie im Regierungsprogramm enthalten (sog. Aufschub-Bonus Pension) verbunden mit der Maßnahme, dass vom Erwerbseinkommen kein Pensionsversicherungsbeitrag mehr eingehoben wird, ist umgehend umzusetzen.

Im Rahmen der Bundesvorstandssitzung wurden aber auch wichtige seniorenpolitische Forderungen im Gesundheitsbereich erhoben. So bedarf es gesetzlicher Maßnahmen um den Erhalt der Hausapotheken zu sichern, deren Bestand derzeit gefährdet ist. Auf der Forderungsliste stehen ebenfalls der Rechtsanspruch auf Rehabilitation für Pensionistinnen und Pensionisten, die rasche und wirksame Umsetzung der österreichischen Demenzstrategie sowie die Einrichtung von Primärversorgungszentren.

Schließlich wurde auch der erfolgreiche Start von ELGA gelobt, die insbesondere auch für die ältere Generation wichtig ist“.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Seniorenbund
Mag. Michael Schleifer, stv. Generalsekretär
Tel.: (+43)01-40126-424, mschleifer@seniorenbund.at
www.seniorenbund.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SEN0001