ORF III am Wochenende: „zeit.geschichte“-Abend zur Zwischenkriegszeit, Papst-Messe live aus Mexiko

Außerdem: Essayfilm „Furtwänglers Liebe“ und historische Aufführung von „Don Giovanni“ in „Erlebnis Bühne“

Wien (OTS) - Am Samstag, dem 13. Februar 2016, stehen „Krisen, Morde, Bürgerkriege“ im Mittelpunkt eines vierteiligen „zeitgeschichte“-Abends, der u. a. die gleichnamige Dokumentation von Wolfgang Stickler und Andreas Novak präsentiert. Rund um den Jahrestag der Februarkämpfe 1934 widmet sich ORF III der Zeit zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 und dem Anschluss an Hitlerdeutschland im Jahr 1938. Am Sonntag, dem 14. Februar, steht dann aus Ecatepec, Mexiko, die Live-Übertragung der Papst-Messe auf dem Programm, zu der mehr als zwei Millionen Gläubige erwartet werden. Am Abend widmet sich „Erlebnis Bühne“ mit dem Essayfilm „Furtwänglers Liebe“ und einer historischen Aufführung der bedeutenden Mozart-Oper „Don Giovanni“ der Kunst des umstrittenen Dirigenten Wilhelm Furtwängler.

Samstag, 13. Februar:

Eingeleitet wird der „zeit.geschichte“-Themenabend mit „Gedanken zum Februar 34“ (20.00 Uhr). In den Morgenstunden des 12. Februar 1934 beginnt der österreichische Bürgerkrieg. Die sozialdemokratischen Schutzbündler widersetzen sich im Linzer „Hotel Schiff“ der von Dollfuß befohlenen Entwaffnung durch die Polizei. Der Konflikt eskaliert und breitet sich in den folgenden Tagen auf weitere Städte aus, mehr als 300 Tote sind die Folge. Bundespräsident Heinz Fischer, Historiker Oliver Rathkolb, Kulturminister Josef Ostermayer sowie weitere Politikerinnen und Politiker, Zeitzeugen und Historiker blicken in der ORF-III-Eigenproduktion auf diese Schicksalstage der österreichischen Geschichte zurück.
„Krisen, Morde, Bürgerkriege“ (20.15 Uhr) setzt sich anschließend mit den Folgen des Ersten Weltkriegs auseinander. Die Wende vom Kaiserreich zur Republik bedeutete für viele Menschen Orientierungslosigkeit, ideologische und soziale Entwurzelung, Identitätsverlust, den völligen Zusammenbruch der gewohnten Weltordnung. Die mentalen und sozialen Reintegrationsprobleme der Kriegsheimkehrer nach 1945 sind weitgehend bekannt, bedeutend weniger jedoch die Schwierigkeiten jener Soldaten, die 1918 abrüsten. Die Dokumentation von Andreas Novak und Wolfgang Stickler erzählt einen bisher wenig beachteten Blickwinkel der österreichischen Geschichte. Mit dem äußerst kontrovers diskutierten Kopf des österreichischen Ständestaats befasst sich danach die Dokumentation „Engelbert Dollfuß – Arbeitermörder oder verklärter Märtyrer“ (21.10 Uhr) von Ernst Trost. Für die einen ist er der Mann, der den Schutzbund-Aufstand brutal niedergeschlagen hat, für die anderen das erste österreichische Opfer der Nationalsozialisten. In seiner Dokumentation versucht Trost mit Archivmaterial und durch Interviews mit Zeitzeugen und Historikern den Politiker Dollfuß abseits der Klischees zu zeigen.
Abschließend zeichnet der ebenfalls von Ernst Trost gestaltete Film „Grenzen der Macht – Wilhelm Miklas“ (21.55 Uhr) ein Porträt des letzten österreichischen Bundespräsidenten der Ersten Republik. Obwohl er von 1928 bis 1938 Staatsoberhaupt war – zweimal demokratisch gewählt, in den letzten Jahren auf Basis des Kriegswirtschaftlichen Ermächtigungsgesetzes im Amt –, ist Miklas bis heute einer der großen Unbekannten unserer Zeitgeschichte. Trost folgt den Spuren von Miklas, befragte Zeitzeugen und ließ sich von dessen Tochter erzählen, wie eine Bundespräsidentenfamilie in den 1930er Jahren gelebt hat.

Sonntag, 14. Februar:

Die zwölfte Auslandsreise von Papst Franziskus führt den Pontifex von 12. bis 17. Februar nach Mexiko, das nach Brasilien das Land mit den meisten Katholiken weltweit ist. Am Sonntag überträgt ORF III in „Live: Papst Franziskus zu Gast in Mexiko“ um 17.00 Uhr den Papst-Gottesdienst aus Ecatepec, einem Vorort von Mexiko-Stadt. Kommentiert wird das „ORF III Spezial“ von ORF-Religionsjournalist Christoph Riedl-Daser und dem Lateinamerika-Kenner Pater Franz Helm. Bereits um 12.30 Uhr in ORF 2 berichtet „Orientierung“ über den Mexiko-Besuch des Pontifex.

„Erlebnis Bühne“ widmet sich am Abend dem umstrittenen Dirigenten Wilhelm Furtwängler, der für sein Arrangement mit dem Dritten Reich lange Zeit geächtet wurde. Um 19.15 Uhr ist der mehrfach preisgekrönte Essayfilm „Furtwänglers Liebe“ zu sehen, der die verschiedenen Bedeutungen des Wortes „Liebe“ im Leben, Denken und Musizieren Wilhelm Furtwänglers vorstellt und sie miteinander verknüpft. Mit Humor und Leidenschaft erzählt dessen Witwe Elisabeth Furtwängler die gemeinsame Liebesgeschichte – von der ersten Begegnung bis zum Tod ihres Mannes am 30. November 1954. Anschließend präsentiert Barbara Rett in „Erlebnis Bühne“ eine historische Aufführung der bedeutenden Mozart-Oper „Don Giovanni“ (20.15 Uhr) von den Salzburger Festspielen 1954. Es handelt sich um das letzte visuelle Dokument Wilhelm Furtwänglers. Auf der Bühne stehen u. a. Anton Dermota, Cesare Siepi, Elisabeth Grümmer, Lisa Della Casa und Otto Edelmann, musikalisch begleitet von den Wiener Philharmonikern und dem Chor der Wiener Staatsoper.

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