Februar 1934 - Sozialdemokratie gedenkt der Opfer des austrofaschistischen Regimes

Faymann: „Bleibender Auftrag, stets für demokratische Werte einzutreten“ – Schmid: „Wachsam sein gegenüber autoritären Gefahren“

Wien (OTS/SK) - Die Kämpfe des 12. Februar 1934 jähren sich morgen zum 82. Mal. Die Sozialdemokratie gedenkt aus diesem Anlass jener Österreicherinnen und Österreicher, die ihren Einsatz für Demokratie und Freiheit mit dem Leben bezahlen mussten. „Die Ereignisse des 12. Februar sind für uns ein bleibender Auftrag, jeglicher Verhetzung und Ausgrenzung eine klare Absage zu erteilen und stets für demokratische Werte einzutreten“, sagte Bundeskanzler Werner Faymann. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid erinnerte daran, dass „die österreichischen Arbeiterinnen und Arbeiter die ersten waren, die sich in Europa dem Faschismus entgegengestellt haben. Mehrere hundert Menschen haben für ihren Mut, gegen ein autoritäres Regime aufzustehen und für die Werte der Sozialdemokratie zu kämpfen, ihr Leben verloren. Ihr Kampf für Freiheit, Gleichheit und Demokratie ist für uns bis heute bleibendes Vermächtnis und Vorbild“, sagte Schmid heute, Donnerstag, gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Bundeskanzler Faymann machte deutlich, dass aus der Geschichte zu lernen auch heißt, klare Schlussfolgerungen und Konsequenzen zu ziehen. „Diese Konsequenzen können nur darin bestehen, autoritären Tendenzen den Nährboden zu entziehen, wachsam gegenüber Hetze und Hass zu sein und das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen. Die Demokratie zu schützen, den Frieden zu wahren, gemeinsam für das Land zu arbeiten und gesellschaftliche Polarisierung zu verhindern – all das ist ein Auftrag, den uns die Ereignisse des 12. Februar erteilt haben und dem wir dauerhaft verpflichtet sind“, betonte Faymann.

Auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Schmid hob die Bedeutung der Wachsamkeit gegenüber autoritären Gefahren hervor. „Wir wissen, dass der Faschismus in immer neuen Gewändern und Masken daherkommt. Wir sind es den Opfern der Februarkämpfe schuldig, dass wir Rassismus, Intoleranz, Hetze gegen Minderheiten und Fremdenfeindlichkeit mit allen Mitteln des demokratischen Rechtsstaates entgegentreten. Das ist genauso unser Beitrag zum ‚Niemals vergessen‘, wie unser Einsatz für mehr Beschäftigung, gute Versorgung und sozialen Zusammenhalt“, sagte Schmid.

SERVICE: Vom 12. bis zum 15. Februar 1934 gingen Militär und Polizei gegen den sozialdemokratischen Schutzbund und gegen Arbeiterinnen und Arbeiter vor. Vorausgegangen waren dem im März 1933 die Ausschaltung des Parlaments und die Aushebelung der Demokratie durch den christlich-sozialen Kanzler Engelbert Dollfuß. Trotz der vielfachen Bemühungen der Sozialdemokratie, einen Bürgerkrieg zu verhindern, ging Dollfuß auf die Forderungen von Heimwehr und italienischen Faschisten ein, hart gegen Linke und die ArbeiterInnenbewegung vorzugehen. Die innenpolitische Auseinandersetzung in Österreich spitzte sich zu und mündete schließlich in den Februarkämpfen 1934. Diese Ereignisse nahm das Regime von Engelbert Dollfuß zum Anlass, die Sozialdemokratie auszuschalten und einen faschistischen Ständestaat einzurichten. (Schluss) mb/mo

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