Bundesratspräsident Saller: Bildung kennt keine Altersgrenzen

Saller stellt lebenslanges Lernen in den Mittelpunkt seiner Präsidentschaft und appelliert an die Dialogbereitschaft aller

Wien (PK) - Drei Botschaften richtete heute der neue Präsident des Bundesrats, Josef Saller, in seiner Antrittsrede im Plenum an die Mitglieder der Länderkammer und an die Öffentlichkeit: Er appellierte an die Dialogbereitschaft aller, unterstrich die Bedeutung der Mitwirkung der Länder in der Gesetzgebung durch den Bundesrat und hob insbesondere die Wichtigkeit des lebenslangen Lernens hervor. Mit einem Seniorenparlament will er neue Akzente setzen.

Lebenslanges Lernen verstärkt in die politische Debatte rücken

Saller, ehemaliger Pflichtschullehrer und Hauptschuldirektor, will während seines sechsmonatigen Vorsitzes in der Länderkammer das Thema "lebenslanges Lernen" verstärkt in den Fokus der politischen Debatte rücken und sich dabei vor allem der Frage der Bildung von Seniorinnen und Senioren widmen. Er knüpft damit an die Präsidentschaft von Sonja Zwazl im ersten Halbjahr 2015 an, der es besonders um die duale Ausbildung gegangen ist; aber auch der "digitale Wandel", den ihr Nachfolger, Gottfried Kneifel, in den Mittelpunkt gestellt hat, hat eine wesentliche bildungspolitische Komponente.

"Bildung kennt keine Altersgrenzen", so Saller, man müsse Rahmenbedingungen schaffen, damit keine gesellschaftliche Gruppierung von modernen Entwicklungen ausgeschlossen bleibt. Die ältere Generation müsse sich dessen bewusst werden, dass Bildung nicht mit 60 Lebensjahren aufhört. Bildung bedeute nicht nur Wissensvermittlung, es bedeute darüber hinaus Kulturbewusstsein, Begegnung mit Medien und vieles, vieles andere mehr. Die Lebensqualität in der nachberuflichen Lebensphase werde durch Bildung bereichert, es bedürfe aber auch Verfahren zur Anerkennung von non-formal und informell erworbener Kenntnisse und Kompetenzen in allen Bildungssektoren. Zu diesem Thema wird der Bundesrat im Mai auch eine Parlamentarische Enquete abhalten.

Keine egoistischen Träumereien, sondern Visionen für funktionierende Gemeinschaften

Der Bundesratspräsident ging in seiner Rede aber auch auf die aktuellen Probleme und Herausforderungen ein, denen man nicht nur innerstaatlich sondern auch global gegenübersteht. Seien es die Flüchtlingsströme, die mangelnde Solidarität innerhalb der EU, die Krisengebiete im Nahen und Mittleren Osten, die Eurokrise, aber auch die Frage der Finanzierung der Pensionen in Österreich selbst - all das erfordere von allen große Dialogbereitschaft. Saller warnte vor dem Versuch, egoistische Träumereien verwirklichen zu wollen. Vielmehr seien Visionen für funktionierende Gemeinschaften gefragt.

Bundesrat sichert Mitwirkung der Länder in der Gesetzgebung

Den Bundesrat hält Saller für unverzichtbar, sichert er doch die Mitwirkung der Länder auf dem Gebiet der Gesetzgebung. Den LändervertreterInnen gehe es auch darum, die Akzeptanz in der Gesetzgebung und den Mitwirkungsgrad des Volkes in der parlamentarischen Demokratie, die auf Grund- und Freiheitsrechten beruht, zu verbessern, sagte er.

Saller bekleidet das Amt des Bundesratspräsidenten zum ersten Mal. Er kommt aus Salzburg, das von Jänner bis Juni 2016 turnusmäßig die Vorsitzführung in der Länderkammer übernommen hat. Dies fällt zufällig auch mit der 200-jährigen Zugehörigkeit des Bundeslands zu Österreich zusammen. "Ein historisches Ereignis, das von allen damals befürchteten Lösungen auch aus der Sicht Salzburgs wohl die beste war und damit wohl das Antlitz von Österreich dauernd und prägend zum Positiven verändert hat", so Saller. Er verband damit auch die Hoffnung, dass das seit dem Übergangsgesetz 1920 ausstehende Verfassungsgesetz, mit dem das staatliche Vermögen zwischen Bund und Ländern endgültig geklärt werden soll, bald verwirklicht werden kann. (Schluss) jan

HINWEIS: Fotos von der Antrittsrede von Präsident Saller finden Sie im Fotoalbum auf www.parlament.gv.at.

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