Gara/NEOS Wien: Ärztekammer-Umfrage bestätigt Realitätsverweigerung der Politik

„Wehsely ist nun gefordert, einen Wiener Gesundheitsplan auf den Tisch zu legen – und nicht nur fragmentiertes Spitalskonzept“

Wien (OTS) - „Eine Gesundheitspolitik, die die Realität verweigert und nicht auf die Betroffenen hört, ist zum Scheitern verurteilt. Die Ergebnisse der Ärztekammerumfrage bestätigen unsere Befürchtung, dass der Lack des exzellenten Wiener Gesundheitssystems langsam zu bröckeln beginnt. Eine Politik, die Strukturreformen nicht zu Ende denkt und warnende Stimmen einfach ausblendet, steuert die Gesundheitsversorgung unweigerlich in den Kollaps. Die Konsequenzen tragen die Patienten und die Ärztinnen und Ärzte, die massiv unter Druck stehen“, warnt Stefan Gara, Gesundheitssprecher von NEOS Wien. Die Umfrage zeige die dramatische Situation: 87 Prozent der Ärzt_innen geben an, dass es zu einer Verschlechterung der Patientensituation gekommen ist. Nicht nur die Wartezeiten in Ambulanzen, sondern auch auf OP-Termine haben sich drastisch verlängert. „Ein Spitalskonzept ohne eine enge Abstimmung mit dem niedergelassenen Bereich kann nicht funktionieren. Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf. Wer es sich leisten kann, weicht auf den privaten Bereich aus. Das führt unweigerlich in die Mehrklassen-Medizin. Soll Gesundheit tatsächlich vom Einkommen abhängen?“, kritisiert Gara scharf.

„Dass die Wiener SPÖ nach der erst kürzlich gezeigten Euphorie über das Spitalskonzept 2030 doch langsam beginnt, die strukturellen Probleme anzuerkennen, ist zwar erfreulich, reicht aber nicht. Die Forderung von Bürgermeister Häupl nach mehr Kassenärzten mit verpflichtenden Wochenend-Diensten greift ins Leere. Bereits heute können nicht alle Kassenverträge in der Kinder- und Jugendheilkunde nachbesetzt werden. Bei der enormen Belastung und dem unternehmerischen Risiko ist das ja auch kein Wunder. Außerdem fehlt es an ärztlichem Nachwuchs. Die eng getaktete Zeit der Spitalsärzte bietet kaum mehr Raum für intensives Lernen, darunter leidet die Ausbildungsqualität natürlich massiv. Stadträtin Wehsely ist nun gefordert, die Scheuklappen der Realitätsverweigerung abzulegen und in Zusammenarbeit mit den Interessensvertretungen raschest einen Plan auf den Tisch zu legen. Und zwar einen gesamten Gesundheitsplan für Wien, und nicht nur ein fragmentiertes Spitalskonzept“, schließt Gara.

Rückfragen & Kontakt:

NEOS Wien Rathausklub
Anja Herberth
0664/849 15 43
anja.herberth@neos.eu

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NKW0001